Review: Brooklyn 45 (HARD:LINE Film Festival)

Das Plakat von "Brooklyn 45" (© Shudder/Tiberius Film, 2024)

Das Plakat von “Brooklyn 45” (© Shudder/Tiberius Film, 2024)

Inhalt: Der zweite Weltkrieg ist seit wenigen Monaten vorbei. Nach dem Tod seiner Ehefrau lädt Col. Clive Hockstatter (Larry Fessenden, „Vampire Nation“) seine engsten Army-Freunde (u.a. Anne Ramsay, „Dexter“) in seine New Yorker Wohnung ein. Nach der Ankunft ist die Clique vom schlechten Zustand des völlig betrunkenen Hockstätter verstört, der die Gäste darum bittet, an einer Séance zur Beschwörung seiner verblichenen Frau teilzunehmen. Nur widerwillig lassen sie sich auf das alberne Ritual ein. Um so größer ist der Schock, als es tatsächlich zu einem übersinnlichen Ereignis kommt. So muss sich das Quintett mit den wortwörtlichen und übertragenen Geistern der Vergangenheit auseinandersetzen. Und was hat die deutschstämmige Nachbarin Hildi (Kristina Klebe, „Proxy“) mit der ganzen Situation zu tun?

 

Kritik: Mit „We Are Still Here“ (2015), „Mohawk“ (2017) und jetzt „Brooklyn 45“ hat Autor und Regisseur Ted Geoghogan inzwischen drei Genre-Filme zu verantworten, denen dieses Jahr (inklusive Anwesenheit des Machers) das Directors Spotlight des HARD:LINE International Film Festival gewidmet wurde. In seinem neuesten Werk versucht er sich an einem Mix von Schuld-und-Sühne-Drama sowie Grusel-Horror, den er als (größtenteils) konsequentes Kammerspiel umsetzt. „Brooklyn 45“ würde sich wohl ohne Probleme von der Leinwand auf die Bühne transportieren lassen. Wer sich auf die ruhige, sehr dialoglastige Inszenierung einlassen kann, wird mit einem durchaus lohnenden B-Film belohnt.

Die Freunde bekommen unerwartete Gesellschaft (© Shudder/Tiberius Film, 2024)

Die Freunde bekommen unerwartete Gesellschaft (© Shudder/Tiberius Film, 2024)

Hierbei punktet das Werk an Stellen, die wesentlich teurere Genre-Kollegen scheitern lassen. Die bewusst unsympathischen Charaktere dieser „The Hateful 8 mit einer Prise Tanz der Teufel“-Geschichte haben genug Tiefgang, um den Film auch durch seine sehr gemächlichen Phasen zu tragen. Das liegt sicherlich auch an dem eher unbekannten, aber absolut talentierten Cast, bei dem man Anne Ramsay, Jeremy Holm („Mr. Robot“) und Kristina Klebe hervorheben kann. Der nur sehr punktuelle Einsatz von Horrorelementen tut der Geschichte durchaus gut.

Bis zu seiner nachdenklichen Spätphase ist „Brooklyn 45“ sicherlich nicht das, was man als leichtverdauliches Gruselvergnügen bezeichnen würde. Viel mehr bietet Ted Geoghogan in seinem dritten Langfilm einen stimmungsvollen, durchaus spannenden Umgang mit traumatisierten Figuren. Da durch unkonventionelle Darbietung und überzeugende Schauspieler auch der Unterhaltungswert nicht auf der Strecke bleibt, kann dieses teils sogar humorvolle Horror-Drama durchaus als Geheimtipp betrachtet werden.

3,5 von 5 Punkten

Der Film gehört im Rahmen des Directors Spotlight zum Programm des HARD:LINE International Film Festival 2024.


Quelle: Hard:line, YouTube

Brooklyn 45

Originaltitel:Brooklyn 45
Regie:Ted Geoghegan
Darsteller:Anne Ramsay, Ron E. Rains, Jeremy Holm
Genre:Horror, Drama
Produktionsland/-jahr:USA, 2023
Verleih:Tiberius Film
Länge:92 Minuten
FSK:tba

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Hard:line Film Festivals

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 16.04.2024
Review: Brooklyn 45 (HARD:LINE Film Festival)

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