Review: WIR (Kino)

Das Hauptplakat zu "WIR" (© Universal Pictures)

Das Hauptplakat zu “WIR” (© Universal Pictures)

Inhalt: Alle Jahre wieder fährt Adelaide Wilson (Lupita Nyong’o, „12 Years A Slave“) mit ihrem Mann Gabe (Winston Duke, „Avengers – Infinity War“) und den Kindern Zora (Shahadi Wright Joseph) und Jason (Evan Alex) in ein Ferienhaus an der Küste. Dort wollen sie mit ihren Freunden Kitty (Elisabeth Moss, „Top of the Lake – China Girl“) und Josh (Tim Heidecker, „Ant-Man And The Wasp“) ein paar entspannte Tage verbringen. Mit der Ruhe ist es aber vorbei, als am ersten Abend plötzlich eine vierköpfige Familie vor dem Haus der Wilsons steht. Nachdem sich die bedrohlichen Gäste nicht verjagen lassen, wird es schnell richtig gruselig: Die aggressiven Gestalten sehen Adelaide, Gabe, Zora und Jason zum Verwechseln ähnlich. Schon bald wird klar, dass die Doppelgänger äußerst mörderische Absichten hegen. Wenn Familie Wilson den Urlaub überstehen möchte, müssen sie den Spieß umdrehen.

Kritik: Als Komiker in „MADtv“ und zuletzt in „Key & Peele“ schaffte es Jordan Peele zu internationaler Bekanntheit. 2017 setzte er dann aber mit seinem Regie-Debüt „Get Out“ ein Ausrufezeichen der ganz anderen Art. Der böse-ironische, sozialkritische und herrlich unkonventionelle Horror-Thriller entpuppte sich bei Kinogängern und Kritikern als waschechter Hit, wurde einer der rentabelsten Filme des Jahres und brachte Peele selbst einen Oscar für das „Beste Original-Drehbuch“. Da ist es ganz natürlich, dass mit Spannung auf sein zweites Werk gewartet wurde. Zum Glück entscheidet sich Peele nicht dafür, die Erfolgsformel des Vorgängers einfach nur zu variieren. So ist die – in „Get Out“ derart einfallsreich behandelte – Rassismus-Thematik in „WIR“ gar nicht präsent. Dazu ist der Film viel mehr geradlinige Horror-Unterhaltung – und das auf bestmögliche Weise.

Diese Hausgäste haben böse Absichten (© Universal Pictures)

Diese Hausgäste haben böse Absichten (© Universal Pictures)

Mit unglaublicher Stilsicherheit entwickelt Peele atmosphärisches und ausgesprochen cleveres Grusel-Kino, das auf allen Ebenen funktioniert. Zwischen großartigen Bildern, die gerade im Schlussakt zur vollen Entfaltung kommen und einem denkwürdigen Score von „Get Out“-Komponisten Michael Abels schleicht sich die Geschichte auf gar nicht so leisen Pfoten an. Spätestens wenn es zur Konfrontation mit den Doppelgängern kommt, geht „WIR“ wirklich unter die Haut. Mit handwerklichem Geschick und smarten Einfällen verdient sich der Film in dieser Phase das Prädikat „besonders verstörend“. Wo andere Werke daran scheitern, Humor und Horror unter einen Hut zu bekommen, findet Peele eine homogene Mischung, in der sich die beiden gegenseitigen Pole perfekt ergänzen.

So werden einige gemeine Momente durch klug platzierte und ausgesprochen witzige Gags noch effektiver. Zwischen popkulturellen Referenzen und Situationskomik ist die Trefferquote der Witze nahezu makellos. Dennoch zieht „WIR“ seine Horrorgeschichte mit einer Konsequenz durch, die den Film nie zu sehr in den Bereich einer Komödie abdriften lässt. Ein Grund, weswegen die aufrichtig komische und aufrichtig gruselige Mischung so gut funktioniert, ist der tolle Cast, der sich größtenteils in Doppelrollen austoben darf.

Adelaide will ihre Kinder beschützen (© Universal Pictures)

Adelaide will ihre Kinder beschützen (© Universal Pictures)

Gerade Lupita Nyong’o ist absolut sensationell. Als charmante aber übervorsichtige Adelaide, die sich im Verlauf der Geschichte zum glaubwürdigen „Bad Ass“ entwickelt, ist sie der vielleicht spannendste Horror-Charakter der jüngeren Vergangenheit. Nicht weniger eindrucksvoll ist ihr Auftritt als finsteres Gegenstück. Mit einer kratzig-gepressten Stimme, die allein schon Stoff für Albträume bietet, sowie sichtbar diabolischem Spaß nutzt sie den sich bietenden Raum komplett aus. Selbst wenn neben ihr nicht mehr viel Raum für Glanz bleibt, kann auch der Rest der Besetzung gefallen. Winston Duke ist als flapsig-launiger Familienvater hauptsächlich für die Lacher zuständig, die er souverän abliefert. Shahadi Wright Joseph als missmutiger Teenie und Evan Alex als harmlos sonderbarer Jason sind ebenfalls durchweg brauchbar. Tim Heidecker und Elisabeth Moss harmonieren prächtig und sorgen mit bewusstem Overacting und gutem Timing für Unterhaltungswert.

Trotz des ungeheuren Erfolgs seines Erstlings hat Jordan Peele hier noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht. „WIR“ ist handwerklich grandioses, kreatives, klug konstruiertes Horrorkino, das ebenso beängstiegend wie amüsant ist und das Zeug zum Genre-Klassiker hat.

5 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, LeinwandreporterTV, YouTube

WIR

Originaltitel:US
Regie:Jordan Peele
Darsteller:Lupita Nyong'o, Winston Duke, Elisabeth Moss, Tim Heidecker
Genre:Thriller, Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2018
Verleih:Unievrsal Pictures International Germany
Länge:119 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:21.03.2019

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universal Pictures

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 17.03.2019
Review: WIR (Kino)

2 comments on “Review: WIR (Kino)”

  1. izztisno Antworten

    Hab mich grad mal angemeldet nachdem ich diesen Unsinn hier gelesen habe und 5min vorher den Film beendete. Einer der schlechtesten aller Zeiten. clever??? horror??? sprichwörtlich DUMMER trash! Nichts ist spannend und kein joke ist gut. absolute Frechheit was hier geschrieben wird…was für eine gsmmelseite!!

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen