Review: Killing Eve Staffel 1 (DVD)

Das DVD-Cover von "Killing Eve Staffel 1" (© Universal Pictures/BBC America)

Das DVD-Cover von “Killing Eve Staffel 1” (© Universal Pictures/BBC America)

Inhalt: Schon in ihrer Kindheit ist die Amerikanerin Eve Polastri (Sandra Oh) nach England gezogen. Inzwischen ist sie seit vielen Jahren glücklich mit Niko (Owen McDonnell) verheiratet und arbeitet in einem Job beim MI5, der zwar selten aufregend, aber zumindest sicher ist. Als ihr ein Muster zwischen zahlreichen scheinbar zusammenhanglosen Tötungen in ganz Europa auffällt, für die laut ihrer Theorie ein Täter – oder besser gesagt eine Auftragsmörderin – verantwortlich sein soll, nimmt sie zunächst keiner ernst. Tatsächlich ist die Mittzwanzigerin Villanelle (Jodie Comer, „Thirteen – Ein gestohlenes Leben“), die für eine Institution um den zwielichtigen Konstantin (Kim Bodnia) Leute aus dem Weg räumt, für diese durchaus beeindruckende Mordserie verantwortlich. Die hoch intelligente und in ihrem Handwerk sehr talentierte Villanelle ist ebenfalls von ihrem Alltag gelangweilt, weswegen sie die Einsätze erhöhen will. Schnell ziehen sich beide Frauen den Unmut ihrer Vorgesetzten zu. Nach einem Blutbad wird Eve dann aber von der Geheimdienst-Ikone Carolyn (Fiona Shaw, „Das perfekte Verbrechen“) rekrutiert, um mit einem kleinen Team Jagd auf die effiziente Killerin und die Gruppierung hinter ihr zu machen. Es startet ein Katz-und-Maus-Spiel, das sich quer durch ganz Europa zieht.

Kritik: BBC America beauftragte die preisgekrönte Comedy-Schauspielerin und -Autorin Phoebe Waller-Bridge, basierend auf dem (vierteiligen) Roman „Codename Villanelle“ von Luke Jennings eine Serie zu entwickeln. Diese sollte einen etwas leichteren Ton als das Buch anschlagen, ohne die Ausgangslage zu vernachlässigen. Herausgekommen sind acht Episoden, die problemlos zum besten Fernsehen der vergangenen Jahre gezählt werden können. Mit temporeichen, spannenden, grandios konstruierten Storylines, einem Erzählton, der bis aufs letzte Komma sitzt, feurigen Dialogen und einem ureigenen Charme, entwickelt sich „Killing Eve“ zu perfekter Unterhaltung. Es gelingt immer wieder, die Ernsthaftigkeit des Materials beizubehalten, ohne dabei auf ein deutliches Maß an Augenzwinkern zu verzichten.

Konstantin will Villanelle die Extravaganzen austreiben (© Universal Pictures/BBC America)

Konstantin will Villanelle die Extravaganzen austreiben (© Universal Pictures/BBC America)

Neben dem exzellenten Crime-Thriller, der hier zu jeder Minute geboten ist, zeigt Waller-Bridge eine faszinierende Charakterstudie rund um zwei denkwürdige Hauptfiguren. Sandra Oh, die wohl den meisten aus „Grey’s Anatomy“ bekannt sein dürfte, ist eine tolle Protagonistin. Wie sich ihre Figur Eve von der klugen, gelangweilten Chaotin im Verlauf dieser Staffel immer weiter entwickelt, ist schlicht beeindruckend. Ihre Golden-Globe-Auszeichnung war ein verdienter Lohn für diesen Auftritt. Der herausragende Aspekt von „Killing Eve“ ist aber zweifellos Jodie Comer als verspielt-psychopathische Killerin Villanelle. Wie es die junge Engländerin, die zuvor bereits in Nebenrollen in tollen Serien wie „Doctor Foster“ auf sich aufmerksam machen konnte, hier schafft, gleichzeitig beängstigend und verstörend, dabei aber auch amüsant und liebenswert zu sein, ist große Unterhaltung. Selbst bei den kleineren Aspekten (Akzente bei den zahlreichen Sprachen, die Villanelle spricht) bewegt sich Comer auf Preis-Niveau. Unter normalen Umständen sollte dieser großartige Part die junge Darstellerin zum Star machen.

Selbst wenn die beiden Hauptdarstellerinnen sehr viel Platz für sich einnehmen, kann die Serie auch mit ihren kleineren Nebenrollen gefallen. Fiona Shaw als abgebrühte neue Chefin Carolyn von Eve ist dabei ebenso ein Wohltat wie der dänische Charakterkopf Kim Bodnia, der mit Konstantin ihr skrupelloses Gegenstück spielt.

Wer sich die Grundprämisse von „Killing Eve“ durchliest, wird sicherlich kein sonderlich innovatives Fernsehen erwarten. Dieser von Phoebe Waller-Bridge mit ihren Skripten makellos durchkomponierter, stark inszenierter und von Sandra Oh und Jodie Comer brillant gespielter Thriller entpuppt sich aber als kluger, sensationell kurzweiliger Achtteiler, der zu den absoluten Highlights aktueller TV-Unterhaltung gehört.

Eve und Villanelle kommen sich näher (© Universal Pictures/BBC America)

Eve und Villanelle kommen sich näher (© Universal Pictures/BBC America)

Die Box ist ab dem 04.04.2019 auf DVD erhältlich.

5 von 5 Punkten

 

Bild: Die Serie sieht durchweg gut aus. Schärfe und Detaildarstellung sind – für eine DVD – zufriedenstellend und beständig. Die Farben, die in den Villanelle-Szenen eher kühl und in den Eve-Szenen etwas wärmer gestaltet sind, wirken immer natürlich. Kontraste und Schwarzwert könnten manchmal ein wenig kräftiger sein, erfüllen aber ihren Zweck. Bis auf ein leichtes Rauschen sind keine Bildprobleme aufgefallen.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische Dolby Digital 5.1-Ton liefern absolut brauchbare TV-Kost. In Actionsequenzen und bei vereinzelten anderen Szenen (z.B. in einem Nachtclub) werden die äußeren Boxen ordentlich mit einbezogen und es gibt ein paar schöne Bässe. Auch Musik und Hintergrundgeräusche (auf den Straßen, im Gefängnis etc.) sorgen für etwas räumliche Aktivität. Die Dialoge sind klar priorisiert und gut verständlich. Natürlich dürften gute HD-Spuren präziser und satter klingen. Aber im Rahmen der Möglichkeiten wird hier ein guter Klang geboten.

4 von 5 Punkten

Extras: Die Featurettes „Villanelles erster Mord in der Toskana“ (2 Minuten), „Das M16-Team“ (2 Minuten), „Die Drehorte“ (2 Minuten), „Entstehung von Villanelles Welt“ (3 Minuten), „Eve und Villanelle“ (2 Minuten), „Eves Besessenheit“ (3 Minuten), „Die Kunst des Tötens“ (2 Minuten) und „Entstehung der Serie“ (3 Minuten) sind als Bonus zur Serie vorhanden.

2,5 von 5 Punkten

Gesamt: 4,5 von 5 Punkten

Die Serie ist aktuell im Programm von Netflix und Joyn verfügbar.


Quelle: TV Promos, YouTube

Killing Eve - Staffel 1

Originaltitel:Killing Eve - Season 1
Showrunner:Phoebe Waller-Bridge
Darsteller:Jodie Comer, Sandra Oh, Fiona Shaw, Kim Bodnia
Genre:Thriller-Serie
Produktionsland/-jahr:USA/UK, 2018
Verleih:Universal Pictures
Länge:8 x 42 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universal Pictures

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 02.04.2019
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