Review: Elizabeth Harvest (Mediabook)

Das Mediabook-Artwork von "Elizabeth Harvest" (© Capelight Pictures)

Das Mediabook-Artwork von “Elizabeth Harvest” (© Capelight Pictures)

Inhalt: Die junge, schöne Elizabeth (Abbey Lee, „The Neon Demon“) hat gerade erst den reichen und brillanten Wissenschaftler Henry (Ciarán Hinds, „Aufbruch zum Mond“) geheiratet, als sie mit ihm zu seinem noblen, hoch modernen Anwesen fährt. Dort wird sie von den Angestellten Claire (Carla Gugino, „Spuk in Hill House“) und Oliver (Matthew Beard, „The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben“) empfangen. Fortan wird sie umsorgt und lebt im größten Luxus. Nur einen Raum im Keller darf sie absolut nicht betreten. Sie ist sich sicher, dass sich in dem Raum merkwürdige Dinge ereignen. Als sie dann eines Abends unbeobachtet in diesen Raum schleicht, wird ihr erst klar, weshalb sie lieber auf ihren Mann gehört hätte.

 

Kritik: Seit inzwischen 20 Jahren schreibt und inszeniert der Venezuelaner Sebastian Gutierrez in den USA Filme. Für sein neuestes Werk hat er das französische Märchen „Blaubart“, das Charles Perrault im späten 17. Jahrhundert verfasst hatte, zum Vorbild genommen. Dieses hat er natürlich entsprechend in die Gegenwart geholt. Seine großen Stärken hat „Elizabeth Harvest“ auf optischer Ebene. Der Film hat eine enorme Ästhetik und hat sichtlich Spaß daran, sich in seinen Bildern zu suhlen. Kräftige Farben, kühl-futuristische Formen und in der Mitte die wunderbar eingefangene Schönheit von Hauptdarstellerin Abbey Lee bieten ein sehr gutes Gegengewicht zu den oft ziemlich düsteren Themen.

 

Herrscht zwischen Henry und Elizabeth nur Liebe? (© Capelight Pictures)

Herrscht zwischen Henry und Elizabeth nur Liebe? (© Capelight Pictures)

Obwohl der Film durchaus faszinierende Inhalte behandelt, reichen die Geschehnisse nie aus, um wirklich packend zu werden. Das liegt sicherlich daran, dass sich viele – unabhängig von der Kenntnis des Märchens – schon nach einigen Minuten denken können, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln wird. Leider gelingt es auch bei folgenden Wendungen nicht, dem Film benötigte Überraschungsmomente zu verleihen. Schon von daher hat es den Anschein, als ob der anspruchsvolle Look ein wenig die fehlende inhaltliche Substanz überspielen will.

Darstellerisch kann Gutierrez einigermaßen aus dem Vollen schöpfen. Abbey Lee ist nicht nur optisch eine gute Protagonistin für den Film. Mit distanzierter Eleganz, die an den richtigen Stellen brüchig wird, ist ihr Auftritt der vielleicht spannendste Teil des Films. Charakterdarsteller Ciarán Hinds ist als zwielichtiger Wissenschaftsguru auf unbekanntem Terrain unterwegs, zeigt aber auch einen gewohnt verlässlichen Part. Auch Carla Gugino und Matthew Beard, die als Hausangestellte weit mehr als nur Essen reichen müssen, reihen sich hier gut ein. Dylan Baker („Trick ’r Treat – Die Nacht der Schrecken“) komplettiert in einer kleinen Rolle als Polizist schon den Mini-Cast.

Viele Zuschauer dürften am Ende von „Elizabeth Harvest“, der neben einem coolen Titel einen tollen Look, ordentliche Darsteller und vielversprechende Inhalte liefert, etwas ratlos sein. Trotz der Qualitäten auf allen Ebenen gelingt es nicht, einen wirklich befriedigenden oder fesselnden Film zu liefern. Mit einem abwechslungsreicheren und überraschenderen Skript wäre hier wohl mehr möglich gewesen. So bleibt am Ende ein Film, der zwar durchaus schön anzusehen ist, aber sehr schnell wieder aus dem Gedächtnis der Zuschauer verschwunden sein dürfte.

Henry weist Claire zurecht (© Capelight Pictures)

Henry weist Claire zurecht (© Capelight Pictures)

Der Film ist ab dem 25.01.2019 im Mediabook, auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Bild: „Elizabeth Harvest“ ist ein ziemlich stylischer Film. Gerade in den spärlich beleuchteten Aufnahmen muss man aber doch ein paar Abstriche betreffend Schärfe und Detaildarstellung machen. Wenn nicht gerade das gesamte Bild in knallige Blau- oder Rottöne getaucht ist, sind die Farben oft schon unnatürlich stark gesättigt – was aber gut aussieht. Auch Kontraste und Schwarzwert tragen bewusst etwas dick auf. Da das Bild immer ruhig und sauber ist, geht diese Kombination auf.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton in diesem Beinahe-Kammerspiel sind natürlich zu großen Teilen nicht sehr räumlich. Manche Effekte des futuristischen Hauses und die Musik sprechen die äußeren Boxen dann doch auch hier und da mit an. Die Dialoge sind gut priorisiert und klingen immer natürlich.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Das Cover ist mit glatter Oberfläche und Plakatmotiv eher unspektakulär ausgefallen, punktet aber mit einer kühlen Eleganz und ist gewohnt gut verarbeitet. Im 24-Seiten-Booklet befinden sich zahlreiche Still-Shots aus dem Film und ein Interviews von „Deadline – Das Filmmagazin“ mit Regisseur Sebsatian Gutierrez. Ein Making of (15 Minuten) und ein paar Trailer sind noch als Bonus auf den Discs vorhanden.

2,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Capelight Pictures, LeinwandreporterTV, YouTube

Elizabeth Harvest

Originaltitel:Elizabeth Harvest
Regie:Sebastian Gutierrez
Darsteller:Abbey Lee, Ciarán Hinds, Carla Gugino
Genre:Thriller, Science Ficition
Produktionsland/-jahr:USA, 2018
Verleih:Capelight Pictures
Länge:109 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Capelight Pictures

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 28.01.2019
Review: Elizabeth Harvest (Blu-ray)

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