Review: Stratton (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Stratton" (© Universum Film/Square One)

Das Blu-ray-Cover von „Stratton“ (© Universum Film/Square One)

Inhalt: John Stratton (Dominic Cooper, „Warcraft – The Beginning“) ist Elitesoldat beim Special Boat Service, einer Sondereinheit des MI6. Als er mit seinem Kollegen und Freund Marty (Tyler Hoechlin, „Everybody Wants Some !!“) biochemische Waffen aus einem irakischen Labor sicher stellen soll, ist das für beide eigentlich nur ein Routineauftrag. Doch als sie dort einbrechen, finden sie nur eine Haufen Leichen. Ehe sie sich versehen können, geraten sie in einen Hinterhalt, bei dem Marty sein Leben verliert. Stratton kann sich gerade so retten und macht sich in London sofort an die Arbeit, die Schuldigen für den Tod seines Freundes zu finden.

Alle Spuren führen bald zu dem russischen Ex-Agenten Barovski (Thomas Kretschmann, „Open Grave“), der lange für tot gehalten wurde. Doch es sind nicht nur persönliche Motive, die Stratton und seine Einheit antreiben: Barovski hat mehrere Drohnen gekauft und plant, damit einige undefinierte Ziele anzugreifen. Wenn er nicht rechtzeitig aufgehalten werden kann, werden zahllose Menschen sterben. Die Situation wird noch schwerer, da Barovski einen Maulwurf in Strattons Team hat. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

 

Kritik: Seit seinem 1997er-Debüt „Con Air“ ist Simon West im Action-Genre beheimatet. Auch wenn immer mal wieder Missgeschicke wie „Lara Croft: Tomb Raider“ dazwischen waren, drehte West recht regelmäßig und hat durchaus seine Fanszene. Sein letzter Film „Wild Card“ hinterließ doch eher einen lauwarmen Eindruck. Nun hatte er geplant, einen neuen „Helden zwischen James Bond und Jason Bourne“ (laut Interview beim Bonusmaterial der Blu-ray) zu finden und kam so eher zufällig an die Stratton-Romane von Duncan Falconer, der selbst früher SBS-Agent war. Natürlich darf davon ausgegangen werden, dass Falconer dazu in der Lage ist, den eigenen Beruf realistisch darzustellen. Ein guter Film ist aus der Thematik aber bei weitem nicht entstanden. Viel mehr bekommt der Zuschauer eine hölzerne Geschichte geboten, die vor Klischees strotzt und allein schon deswegen ausgesprochen vorhersehbar bleibt.

Stratton kämpft um das Leben seines Freundes (© Universum Film/Square One)

Stratton kämpft um das Leben seines Freundes (© Universum Film/Square One)

Tatsächlich bleibt die Einleitungssequenz die einzige Phase, in der zumindest milde Spannung aufkommt. Der folgende Rache-/Spionage-/Weltrettungsplot war so oder so ähnlich schon in zahlreichen Filmen zu sehen und bietet eigentlich kein Alleinstellungsmerkmal. Die Testosteron-gestählte Kameradschaft zwischen den Helden wirkt auch eher ermüdend. Dazu gibt es keinen Charakter, der mehr als eindimensional ist. Selbst der Titelheld, dessen Hintergrundgeschichte (Waisenkind mit Liebe zum Meer) immer mal wieder in plump vorgetragenen Expositionsdialogen erweitert wird, hat nicht sonderlich viel zu bieten.

Daran kann auch ein eigentlich recht charismatischer Dominic Cooper nichts ändern, der einfach nur unterkühlt wirkt. Der von Thomas Kretschmann verkörperte Antagonist ist einfach böse und scheint keinen genauen Grund dafür zu brauchen. Kretschmann scheint auch nicht sonderlich viel von dem Material gehalten zu haben, da er durch den Film schlafwandelt. Gemma Chan, die hier eine enge Kollegin von Stratton spielt, hatte sogar als Roboter in „Humans“ eine größere emotionale Spannbreite. Weitere prominente Nebendarsteller wie Derek Jacobi („Cinderella“), Tom Felton („Planet der Affen – Prevolution“) und Connie Nielsen („Wonder Woman“) können auch nicht dafür sorgen, dass der Film Ecken und Kanten bekommt.

Wer es positiv sehen will: „Stratton“ ist ein kompetent inszenierter Action-Thriller. Das ändert aber nichts daran, dass der Film keinerlei Wiedererkennungswert hat. Was bleibt, ist eine flache und mit Klischees bestickte Geschichte ohne interessante Figuren, die zwar leidlich unterhaltsam ist, deren Halbwertzeit im Gedächtnis aber schon vor dem Abspann endet.

Strattons Chefin hat auch noch eine persönliche Rechnung mit Barovski offen (© Universum Film/Square One)

Strattons Chefin hat auch noch eine persönliche Rechnung mit Barovski offen (© Universum Film/Square One)

Der Film ist ab dem 28.07.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2 von 5 Punkten

 

Bild: Der Film kommt in einem sauberen Digitallook. Schärfe und Detaildarstellung sind zwar nicht brillant, aber durchgängig gut. Die Farbpalette kommt in recht kräftigen und natürlichen Tönen. Auch die Einstellung der Kontraste ist eigentlich immer gelungen, auch wenn der Schwarzwert noch etwas kräftiger hätte sein dürfen. Ein gelegentliches, leichtes Rauschen fällt kaum ins Gewicht.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton sind absolut solide, hätten aber ein wenig kräftiger sein dürfen. Es spielt sich ein großer Teil im Frontbereich der Anlage ab. Wenn es dann einmal zu Action-Szenen mit Schüssen und Explosionen kommt, werden die äußeren Boxen zumindest etwas mit einbezogen und es gibt ein paar moderate Bässe zu hören. Hintergrundgeräusche auf den Straßen und der Score sorgen auch noch für gelegentliche räumliche Aktivität. Dafür sind die Dialoge immer gut zu verstehen.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Eine ganze Reihe an Interviews mit Cast und Crew (insgesamt 48 Minuten), ein solides Behind the Scenes-Featurette (14 Minuten) und eine Trailershow sind als Bonusmaterial auf der Blu-ray zu finden.

2,5 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Universum Film/Square One, Leinwandreporter TV, YouTube

Stratton

Originaltitel:Stratton
Regie:Simon West
Darsteller:Dominic Cooper, Gemma Chan, Connie Nielsen, Tyler Hoechlin, Tom Felton, Thomas Kretschmann
Genre:Thriller, Action
Produktionsland/-jahr:UK, 2016
Verleih:Universum Film/Square One
Länge:91 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen gibt es auf der Seite von Universum Film

Zuletzt geändert am 28.07.2017
Review: Stratton (Blu-ray)

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