Review: Don Verdean (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Don Verdean" (© Universal Pictures Germany)

Das Blu-ray-Cover von „Don Verdean“ (© Universal Pictures Germany)

Inhalt: Seit vielen Jahren ist Don Verdean (Sam Rockwell, „Poltergeist“) eine absolute Kultfigur in der christlichen Gemeinde. Der Archäologe sucht nach Reliquien aus dem alten Testament, mit denen er den Wahrheitsgehalt der Bibel beweisen will. Zuletzt ist Don aber ziemlich aus dem Rampenlicht verschwunden. Für ihn ist das aber kein Grund aufzustecken, weswegen er mit seiner Assistentin Carol (Amy Ryan, „Bridge of Spies – Der Unterhändler“) in kleinen Veranstaltung in den gesamten USA den Glauben verbreitet. Vollkommen unerwartet bekommt er eine Chance, auf die große Bühne zurückzukehren, als er den populären, naiven Prediger Tony (Danny McBride, „Rock the Kasbah“) trifft. Dieser entpuppt sich als äußerst patenter Sponsor. So machen sich Don und Carol auf nach Israel, um gemeinsam mit dem einheimischen Forscher Boaz (Jemaine Clement, „Men in Black 3“) nach dem Schädel von Goliath zu suchen. Als die Operation misslingt, nimmt der Archäologe kurzerhand eine Fälschung mit, um Tony und seine Gemeinde zufriedenzustellen. Es dauert nicht lange, bis diese Täuschung gewaltige Auswirkungen hat.

Kritik: Seit seinem Karrierestart im Jahr 2004 mit dem schrägen „Napoleon Dynamite“ ist Filmemacher Jared Hess auf Komödien spezialisiert. Auch wenn viele seiner Folgearbeiten nicht wirklich erinnerungswürdig waren, reizt der Film hier mit seiner Prämisse. Hierbei sollte erwähnt werden, dass Hess und seiner Frau Jerusha – die gemeinsam mit ihm das Skript verfasst hat – selbst praktizierende Mormonen sind. Doch die Hoffnung auf eine bissige Satire rund um Betrügereien vor religiösem Hintergrund wird nur sehr bedingt erfüllt. Zu Beginn nimmt sich der Film sehr viel Zeit, um seinen gutmütigen, harmlosen Hauptcharakter einzuführen. Immer wieder gibt es kleine, nette Albernheiten, die für Schmunzler sorgen. Doch wirkliche Spitzen bleiben hier ebenso sehr Mangelware wie ein geradliniger Plot. Es sind noch ehesten kleine Kuriositäten wie der Gegenspieler Pastor Fontaine (Will Forte, „Nebraska“), der vom Satanismus zum Christentum konvertiert ist, die zeigen, in welche Richtung der Film hätte gehen können.

Don und Carol bei der Arbeit (© Universal Pictures Germany)

Don und Carol bei der Arbeit (© Universal Pictures Germany)

Wenn sich „Don Verdean“ dann in der Schlussphase in ein schelmisches Heist Movie verwandelt, haben wir immer noch keine Satire, aber zumindest einen recht unterhaltsamen Film. Leider verpasst es Hess, den Zuschauer zur richtigen Zeit mit einem Hochgefühl zu entlassen und lässt den Film noch einige Minuten (unnötig) weiterlaufen. Die Besetzung hat in der Vergangenheit schon fast durchweg bewiesen, dass sie sowohl Schauspiel als auch Komik gut bis sehr gut beherrschen. So sorgte Sam Rockwell zuletzt mit der urkomischen, herrlich individuellen Auftragskiller-Romanze „Mr. Right“ für eine angenehme Überraschung. Leider sind Gagdichte und Tiefgang hier nicht in ausreichendem Maß vorhanden, um die Darsteller wirklich zu fordern. So bleibt Rockwell der ruhige Typ, der nur ab und zu aus sich herauskommen darf. Danny McBride und Leslie Bibb („Trick ’r Treat – Die Nacht der Schrecken“) bringen als Paar von „Wiedergeborenen“ genug Möglichkeiten mit, wirklich lustig zu sein. Dafür bekommen sie aber zu wenig Spielzeit. Die oft so wunderbare Amy Ryan hat als strebsame Assistentin nette Momente. Leider wird ihr Charakter so überladen, dass viel Unterhaltungswert auf der Strecke bleibt. Neben Will Forte gelingt es noch am ehesten Jemaine Clement, der als Boaz die neuen finanziellen Möglichkeiten genießt, eine wirklich konstante Vorstellung zu liefern.

Eigentlich ist „Don Verdean“ auf keiner Ebene ein wirklich schlechter Film. Solide gedreht, mit netten Dialogen, einer abwechslungsreichen Geschichte und einer talentierten Besetzung hätte es aber eigentlich zu mehr als einem bestenfalls durchschnittlichen Ergebnis reichen müssen. So bleibt durchweg das Gefühl, dass hier gute Leute mit angezogener Handbremse agiert haben, was dieser zu braven Komödie einen äußerst faden Beigeschmack verpasst.

Pastor Fontaine möchte Don und sein Team aufhalten (© Universal Pictures Germany)

Pastor Fontaine möchte Don und sein Team aufhalten (© Universal Pictures Germany)

Der Film ist ab dem 02.02.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Schärfe und Detaildarstellung sind hauptsächlich bei den Close Ups gelungen. Das teilweise starke Color Grading in gelbe oder blaue Töne und die eher flach eingestellten Kontraste sorgen aber bei den (Halb-)Totalen dafür, dass manche Details nicht optimal wiedergegeben werden. Der Schwarzwert ist recht solide, hätte aber ruhig auch noch etwas kräftiger sein dürfen. Bis auf die bewusst unsaubere Einleitungsszene wird eine ruhige, rauscharme Präsentation geboten.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton sind sicherlich nicht spektakulär, aber durchaus zufriedenstellend ausgefallen. Zentral ist natürlich die Dialogwiedergabe, die sauber und klar priorisiert über den Center erfolgt. Aktivität auf den äußeren Boxen gibt es hauptsächlich, wenn Don und sein Team auf Expeditionen sind. Hier sind auch ein paar nette Effekte zu hören. Vereinzelt wird auch noch durch die Filmmusik ein wenig räumlicher Klang geliefert. Insgesamt spielt sich der große Teil aber über den Center ab.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Auf Bonusmaterial wurde komplett verzichtet.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Movieclips Trailers, YouTube

Don Verdean

Originaltitel:Don Verdean
Regie:Jared Hess
Darsteller:Sam Rockwell, Amy Ryan, Jemaine Clement, Danny McBride, Leslie Bibb
Genre:Komödie, Abenteuer
Produktionsland/-jahr:USA, 2015
Verleih:Universal Pictures Germany
Länge:96 Minuten
FSK:ab 6 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 03.02.2017
Review: Don Verdean (Blu-ray)

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