Review: Mr. Right (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Mr. Right" (© Universum Film)

Das Blu-ray-Cover von “Mr. Right” (© Universum Film)

Inhalt: Obwohl Martha (Anna Kendrick, „The Accountant“) ein wenig neurotisch ist, dürften sie die meisten als nette und hübsche Frau bezeichnen. Trotzdem gelingt es ihr, bei ihrer Männerauswahl grundlegend falsch zu liegen. Als sie schon kurz davor steht, das andere Geschlecht aufzugeben, lernt sie im Supermarkt Francis (Sam Rockwell, „7 Psychos“) kennen. Er ist etwas schräg, sehr witzig und scheinbar rundum liebenswert. Da ahnt Martha aber noch nicht, dass der neue Mann an ihrer Seite einen kleinen, aber feinen Fleck auf seiner Weste hat: Er ist ein Profikiller im Ruhestand. Immer, wenn jemand versucht, ihn wieder anzuheuern, muss dieser das Zeitliche segnen. Sowohl der FBI-Agent Hopper (Tim Roth, „The Hateful 8“), als auch das kriminelle Brüderpaar Richard (Anson Mount, „Visions“) und Von (James Ransone, „Sinister 2“) sind auf der Jagd nach Francis. Nun steht Martha vor der Wahl, den nettesten Kerl seit langem wieder zu verlieren, oder mit ihm den Kampf um Leben und Tod anzunehmen.

Kritik: Paco Cabezas war dem amerikanischen Publikum bislang allenfalls für den soliden Nicolas Cage-Rachetrip „Tokarev – Die Vergangenheit stirbt niemals“ bekannt gewesen, als er im vergangenen Jahr diese Actionkomödie veröffentlicht hat. In den ersten Minuten macht es bei weitem nicht den Anschein, als ob er hier originelle Unterhaltung liefern würde. Martha erscheint als überdrehte, selbstmitleidige Nervensäge und Francis agiert als zynischer Poser. Doch selten wäre es so verfrüht gewesen wie hier, die Hoffnung in einen wirklich netten Film aufzugeben. Sobald die beiden Protagonisten aufeinander treffen, entsteht etwas, was ohne Umschweife als die putzigste Auftragsmörder-Geschichte der jüngeren Vergangenheit bezeichnet werden kann. Der Film schafft es, charmant, witzig, temporeich, romantisch und vollkommen durchgeknallt zur gleichen Zeit zu sein. Auf diese Art gelingt es, die alberne Ausgangsgeschichte vollkommen konsequent durchzuziehen. Dazu gibt es eine Fülle an herrlich überdrehten, makabren, einfallsreichen Momenten, die aber nie den verrückt-sympathischen Grundton von „Mr. Right“ verlassen.

Martha träumt von einem netten Kerl (© Universum Film)

Martha träumt von einem netten Kerl (© Universum Film)

Die größte Stärke des Filmes sind aber sicherlich die beiden großartigen Hauptdarsteller, die eine fantastische Chemie haben. Nach einiger Zeit stellt sich heraus, dass die Startschwierigkeiten nötig waren, um den Figuren eine Basis für den Verlauf der Geschichte zu geben. Anna Kendrick ist wieder einmal äußerst niedlich und ein wenig seltsam. Dabei zeigt sie hier derart psychotische Anwandlungen, dass ihr Werdegang an der Seite eines Auftragsmörders gar nicht mal so abwegig erscheint. Sam Rockwell spielt seinen Francis mit einer Mischung aus schrägem Außenseitertum und James Bond-Coolness. Zwischen den beiden sprühen regelrecht die Funken und beide schaffen es, mit extremer Spielfreude und dennoch genügend vorhandener Ernsthaftigkeit wirklich runde Figuren zu erschaffen und das Geschehen niemals in die Richtung einer Klamotte rutschen zu lassen. Tim Roth agiert als zwielichtiger FBI-Agent in einer absoluten Paraderolle, was in seinem Fall nie eine schlechte Nachricht ist. Anson Mount darf sich als viel zu böser, viel zu cholerischer Gangsterboss voll austoben. James Ransone und Michael Eklund („Bates Motel“) geben ein äußerst witziges Verbrecher-Duo ab, während sie auf der Straße nach Martha und Francis suchen. Obwohl er nicht einmal besonders viel Spielzeit hat, ist RZA („Brick Mansions“) ein besonders netter Part vergönnt. In einigen herrlich kuriosen gemeinsamen Szenen mit Sam Rockwell drückt er dem Film seinen Stempel auf.

Bis zu seinem gnadenlosen überdrehten Finale steigert sich der Film immer weiter. Wem „Mr. und Mrs. Smith“ zu konventionell war, der wird hier wohl aus dem Lachen kaum herauskommen. Unverschämt unterhaltsam, originell, auf seine sonderbare Art äußerst liebenswert und mit einem der besten Leinwand-Paare des Jahres ausgestattet, hätte „Mr. Right“ auch größere Beachtung verdient gehabt.

Francis ist zu nett, um wahr zu sein (© Universum Film)

Francis ist zu nett, um wahr zu sein (© Universum Film)

Der Film ist ab dem 18.11.2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

4 von 5 Punkten

 

Bild: Visuell schwankt die Qualität des Films sehr. Die Level von Schärfe und Detaildarstellung reichen von ordentlich bis durchwachsen. Dazu wirkt das Bild zumeist etwas flach. Allgemein ist die Farbpalette recht kräftig und abwechslungsreich. Aber gerade die Gesichter der Schauspieler wirken unnatürlich warm. Der Schwarzwert ist manchmal etwas zu hell und hat zeitweise einen erkennbaren Lila-Ton. Darüber hinaus ist öfters ein auffälliges Rauschen zu sehen.

3 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD 5.1-Ton liefern solide Kost. Die klaren und gut priorisierten Dialoge werden fehlerlos über den Center transportiert. Bei Schüssen und Explosionen sind einige nette Bässe zu hören. Allerdings spielt sich ein großer Teil der Aktivität der Boxen nur im Frontbereich ab, was besonders bei einer Szene mit starkem Regen auffällt. Dennoch wird eine absolut zufriedenstellende Qualität geboten.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein Mini-Featurette (1 Minute) ist neben einigen Trailern der einzige Bonus auf der Blu-ray.

1,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Universum Film, Leinwandreporter TV, YouTube

Mr. Right

Originaltitel:Mr. Right
Regie:Paco Cabezas
Darsteller:Anna Kendrick, Sam Rockwell, Tim Roth, RZA, Anson Mount
Genre:Action, Komödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2015
Verleih:Universum Film
Länge:96 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 19.11.2016
Review: Mr. Right (Blu-ray)

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