Review: Volt (Kino)

Das Kino-Plakat von "Volt" (© Felix Gemein_augenschein Filmproduktion GmbH)

Das Kino-Plakat von “Volt” (© Felix Gemein_augenschein Filmproduktion GmbH)

Inhalt: In naher Zukunft sind die klassischen Grenzen zusammengebrochen. Die Unterschicht lebt eingepfercht in Transitzonen, die regelmäßig von Polizeikommandos gestürmt werden. Der rabiate Volt (Benno Fürmann, „Survivor“) ist gemeinsam mit seinem Kumpel Torsun (Sascha Alexander Gersak, „Die Mitte der Welt“) Teil einer Einsatztruppe, die aufgrund von Brutalität ohnehin schon unter Beobachtung steht. Als Volt versehentlich den Flüchtling Hesham (Tony Harrisson Mpoudja) erwürgt, droht die Situation zwischen Öffentlichkeit und Polizei zu eskalieren. Ein interner Ermittler (Kida Khodr Ramadan) rückt Volt und seinen Leuten immer näher, während Volt eine andere Möglichkeit sucht, Buße für seine Tat zu tun. Ausgerechnet LaBlanche (Ayo), die Schwester seines Opfers, öffnet ihm die Augen, wie das Leben in den Transitzonen wirklich abläuft.

Kritik: Es gibt so ein paar Themen, die im Jahr 2016 omnipräsent waren. Die „Flüchtlings-Krise“ und Polizei-Gewalt (vornehmlich in den USA) gehörten sicherlich dazu. Dieses Science Fiction-Drama von Autor und Regisseur Tarek Ehlail ist zumindest beim Thema Aktualität kaum zu übertreffen. Leider ist das Skript aber nicht so ausgereift, wie das clevere Layout, das hinter dem Film steckt. Die Zuschauer werden relativ unvermittelt in dieses (nur leicht) futuristische Welt geworfen, in der viel passiert, niemand aber so genau weiß, was gerade los ist. Im Prinzip läuft die Handlung in einer Schleife: Polizisten zoffen sich mit Ghetto-Bewohnern, Polizisten meckern untereinander, bekommen Ärger von Chef und interner Ermittlung, Protagonist geht auf eigene Faust ins Ghetto, alles von vorne. Es liegt hauptsächlich an dem in Neonfarben getunkten Look und dem guten Soundtrack, dass hier so etwas wie eine Atmosphäre entsteht.

Volt überdenkt sein Leben (© Felix Gemein_augenschein Filmproduktion GmbH)

Volt überdenkt sein Leben (© Felix Gemein_augenschein Filmproduktion GmbH)

Es wäre wahrscheinlich klug gewesen, sich etwas mehr Zeit als dieser 80 Minuten lange Film zu nehmen, um die durchaus verheißungsvolle, wuchtige Stimmung im Film wachsen zu lassen. Auch die Hauptfiguren hätten Potenzial für mehr gehabt. Benno Fürmann ist als trinkender, schlagkräftiger Polizist, dem langsam ein Gewissen wächst, eine gute Wahl gewesen. Dabei werden aber besonders die irren Blicke, die er seinen Kontrahenten zuwirft, in Erinnerung bleiben. Sascha Alexander Gersak, als bester Kumpel, der gar nicht plant, seine rassistische Boshaftigkeit zu überdenken, passt als raubeiniger Typ gut in den Film. Sängerin Ayo punktet als Schwester des Opfers von Volt mit einer guten Vorstellung auf unbekanntem Terrain. Dazu kommen noch weitere Charakterköpfe wie André Hennicke („Die dunkle Seite des Mondes“), Anna Bederke („Schrotten!“), Stipe Erceg („Hell – Die Sonne wird euch verbrennen“) und Denis Moschitto („Unter Beobachtung“), die aber alle kaum Zeit bekommen, wirkliche Figuren zu entwickeln.

Am Ende des Tages in „Volt“ ein Film der verpassten Möglichkeiten. Ein stylischer Look, ordentliche Darsteller und eine interessante Ausgangsgeschichte sorgen nicht dafür, dass das unausgereifte Drehbuch wirklich ausgeglichen werden kann. So bleibt der Film recht oberflächlich und schlecht zugänglich, was schlicht nicht nötig gewesen wäre.

2,5 von 5 Punkten


Quelle: farbfilm Verleih, Leinwandreporter TV, YouTube

Volt

Originaltitel:Volt
Regie:Tarek Ehlail
Darsteller:Benno Fürmann, Sascha Alexander Gersak, Denis Moschitto, Anna Bederke
Genre:Thriller
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2016
Verleih:Farbfilm Verleih
Länge: 80 MinutenFSK: ab 16 Jahren
Kinostart: 02.02.2017
Homepage:Volt

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 04.02.2017
Review: Volt (Kino)

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