Review: Annabelle 2 (Kino)

Das Hauptplakat von "Annabelle 2" (© Warner Bros Pictures)

Das Hauptplakat von “Annabelle 2” (© Warner Bros Pictures)

Inhalt: Seit Jahren werden die Polio-kranke Janice (Talitha Bateman, „Voll verkatert“) und ihre beste Freundin Linda (Lulu Wilson) von einem Waisenhaus zum anderen gereicht. Nun kommen die beiden zusammen mit vier anderen Mädchen bei Puppenmacher Sam Mullins (Anthony LaPaglia) und seiner Frau Esther (Miranda Otto, „The Homesman“) unter. Das Ehepaar hatte vor vielen Jahren ihre Tochter verloren und möchten nun wieder Kinder um sich haben. Eigentlich sind die Mädchen sehr glücklich, da Sam sehr nett ist und das Haus und Grundstück riesig sind. Doch es gibt zwei Regeln, auf die Sam besteht: Das Schlafzimmer von Esther und ein abgeschlossener Raum im Obergeschoss, der direkt neben dem Raum von Janice und Linda liegt, dürfen nicht betreten werden. Als Janice dennoch den Nachbarraum betritt und eine merkwürdige Puppe findet, löst sie eine Reihe von schrecklichen Ereignissen aus.

Kritik: Im Jahr 2013 veröffentlichte James Wan den altmodischen, aber ungeheuer effektiven Grusel-Horrorfilm „Conjuring – Die Heimsuchung“. Der Film war derart erfolgreich, dass schon kurz danach der Ableger „Annabelle“ und der erstaunlich gute „Conjuring 2“ folgten. Bevor ein dritter Teil der Originalreihe und ein weiterer Ableger-Film mit „The Nun“ folgen, war es jetzt erst einmal an der Reihe, noch eine Geschichte der Gruselpuppe Annabelle zu erzählen. Zwar war der erste Teil eher schwach gewesen. Dennoch war das Geschehen kommerziell erfolgreich genug, um eine weitere Chance zu rechtfertigen. Die Regie hat dieses Mal David F. Sandberg übernommen, der im vergangenen Jahr mit „Lights Out“ ein solides Hollywood-Debüt gegeben hat. Tatsächlich tritt er den Beweis an, dass die (ziemlich) regungslose Puppe verstörend genug für einen guten Horrorfilm sein kann.

Magst du etwa keine Puppen? (© Warner Bros Pictures)

Magst du etwa keine Puppen? (© Warner Bros Pictures)

Selbstverständlich ist das Prequel zu einem Spin-off einer Genre-Reihe betreffend inhaltlicher Kreativität nichts, was groß im Gedächtnis bleibt. Hier verlässt sich der Film auf gut eingetretene Pfade, die Sandberg mit handwerklichem Geschick für gute Unterhaltung nutzt. Auch die Tatsache, dass die Figuren stellenweise nur bedingt nachvollziehbar handeln und so erst den ganzen Budenzauber ermöglichen, kann einigermaßen vernachlässigt werden. In seinem entscheidenden Bereich liefert der Film dafür nämlich auf ganzer Linie: „Annabelle 2“ ist konstant spannend, das gut gewählte Hauptset wird für eine dichte Atmosphäre genutzt und ein guter Teil der Schockeffekte ist so gut inszeniert, dass dem einen oder anderen Zuschauer die Haare zu Berge stehen dürften. Dazu überrascht der Film mit einem an einen anderen Teil des Universums angelehnten Easter Egg und einer erstaunlich humoristischen Einlage gegen Ende des Filmes. Eine verlässliche Größe in der „Conjuring“-Welt war bislang immer die Besetzung. Hier stehen zwei sehr junge Darstellerinnen im Mittelpunkt.

Janice ist kein Fan ihrer neuen Heimat (© Warner Bros Pictures)

Janice ist kein Fan ihrer neuen Heimat (© Warner Bros Pictures)

Zunächst liegt es hauptsächlich an Talitha Bateman, die als körperlich eingeschränkte Janice den ersten Kontakt mit dem Bösen herstellt. Sie liefert konstant eine überzeugende Darbietung. Ähnliches gilt für Lulu Wilson, die im Verlauf des Filmes mehr Freiheiten bekommt. Wilson, die in „Ouija – Ursprung des Bösen“ bereits einen sehr gelungenen Auftritt in einem Genre-Film feiern konnte, merkt hier als kindlich freche Linda erst mit Verspätung, dass etwas in ihrer neuen Heimat so gar nicht stimmt. Anthony LaPaglia und Miranda Otto sind als Heimleiter die wohl prominentesten Darsteller des Films, bleiben aber eher im Hintergrund des Geschehens.

Auch wenn bei „Annabelle 2“ vieles nach bekanntem Schema verläuft, so ist der Film doch weit besser, wie viele vermutet hätten. David F. Sandberg und seinem Team gelingt es, das Potenzial der Thematik voll auszuschöpfen, was am Ende zu einem aufrichtig gruseligen Horrorfilm mit ein paar wirklich gemeinen Momenten reicht.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Warner Bros, YouTube

Annabelle 2

Originaltitel:Annabelle: Creation
Regie:David F. Sandberg
Darsteller:Stephanie Sigman, Miranda Otto, Lulu Wilson
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:Warner Bros Pictures Germany
Länge: 109 MinutenFSK: ab 16 Jahren
Kinostart: 24.08.2017
Homepage: Annabelle 2

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 17.08.2017
Review: Annabelle 2 (Kino)

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