Review: Warcraft The Beginning (Kino)

Das Kino-Plakat zu "Warcraft: The Beginning" (© Universal Pictures Germany)

Das Kino-Plakat zu „Warcraft The Beginning“ (© Universal Pictures Germany)

Inhalt: Nachdem ihre Heimat zerstört wurde, müssen die Orcs, eine mächtige Krieger-Rasse, eine neue Heimat finden. Mittels eines Portals gelangt eine große Gruppe von Kämpfern nach Azeroth, der Welt der Menschen. Sie sollen einen noch größeren Durchgang bauen, um ihre Artgenossen nachzuholen. Dem Stammes-Häuptling Durotan (Toby Kebbell, „Fantastic Four“) wachsen aber schon bald die ersten Zweifel an den Methoden seiner Herrscher. Währenddessen müssen König Llane (Dominic Cooper, „Need for Speed“) und sein Schwager, der Kriegsstratege Lothar (Travis Fimmel), möglichst schnell einen Plan entwickeln, die Invasoren an der Erstellung eines neuen Portals zu hindern. Mit der Hilfe des legendären Wächters Medivh (Ben Foster, „Lone Survivor“), des Halbblutes Garona (Paula Patton, „2 Guns“) und des jungen Magiers Khadgar (Ben Schnetzer) machen sie zwar bald Fortschritte, sind dem Gegner aber hoffnungslos unterlegen. Als sich Durotan mit den seinesgleichen überwirft und Lothar eine Zusammenarbeit anbietet, herrscht zunächst großes Misstrauen. Doch es ist offensichtlich, dass nur eine gemeinsame Lösung mit dem Orc die Rettung sein könnte.

 

Kritik: Seit über zehn Jahren spielen Millionen von Gamern auf der ganzen Welt das Fantasy-Spiel „World of Warcraft“ von Blizzard Entertainment. Trotz schwankenden Nutzerzahlen ist ein Ende des Erfolgs noch nicht absehbar. Schon seit fast ebenso langer Zeit wurde über eine Verfilmung des Stoffes spekuliert. So war wohl auch Uwe Boll – ein beständiger Namen, wenn es um die Gründe für den schlechten Ruf von Videospiel-Verfilmungen geht – an einer Umsetzung des Stoffes interessiert. Es dauerte immer länger und die Zweifel wurden immer größer, ob sich die komplexen Welten des Spiels überhaupt für die große Leinwand eignen. Doch David Bowies Sohn Duncan Jones, der bereits mit „Source Code“ und vor allem „Moon“ seine Begabung andeuten konnte, wusste mit seiner Vision zu überzeugen. Auch wenn die äußerst generisch anmutenden Trailer wahrlich nicht für Euphorie sorgen konnten, enttäuscht sein Ansatz an den Stoff nicht. Wie der deutsche Titelzusatz so treffend andeutet, ist dieser Film nur ein Anfang und Einstieg in die Welt. Nach einem Einstieg mit etwas zu viel Vollgas holt Jones Spieler und Nicht-Spieler (wie den hier schreibenden Autor) ab und zeigt ein erstes Aufeinandertreffen von Orcs und Menschen.

Diesen neuen Nachbarn begrüßt man doch gern (© Unievrsal Pictures Germany)

Diesen neuen Nachbarn begrüßt man doch gern (© Unievrsal Pictures Germany)

So entsteht ein sauber inszenierter und erzählter Fantasy-Film, dem zwar zeitweise ein wenig die Spannung und Emotion abgeht, der das aber mit Schauwerten aufzufangen weiß. Gerade das sehr ordentliche 3D wertet die CGI-Welten noch einmal deutlich auf. Nebenbei liefert der Film immer wieder Andeutungen und kleine Insiderwitze für die Fans des Stoffes. Tatsächlich sind Aufbau und Entwicklung von den Charakteren stellenweise deutlich interessanter als die reinen Schlachtszenen, die man so oder so ähnlich bereits öfters gesehen hat. Bei der Besetzung wurde durchaus intelligent entschieden, begabte Leute aus der zweiten Reihe zu nehmen. Hervorstechend ist hier Ben Foster, der als charismatischer, aber von seinen Dämonen gequälter Wächter Medivh die vielleicht interessanteste Figur im Film spielt. Auch Travis Fimmel, der aus der Serie „Vikings“ über reichlich kriegerische Erfahrung verfügt, kann als tragischer Held Lothar überzeugen. Dominic Cooper beweist als König Llane wieder einmal, dass bei passendem Drehbuch ein ziemlich guter Schauspieler in ihm steckt. Paula Pattons Figur bleibt hingegen ein wenig zu eindimensional, was aber hauptsächlich an der Ausarbeitung ihres Charakters liegt.

Die Zuschauer bekommen eine Geschichte geboten, die zwar immer wieder kleine Schwächen hat, sich aber bis zum gelungenen letzten Akt konstant entwickelt. Dabei gelingt es, Fans und Fachfremde gleichermaßen zu unterhalten und dabei durchaus Hoffnung auf anvisierte Sequels zu wecken. Bis dahin heißt es aber erst einmal, auf die Ergebnisse an den Kinokassen zu warten. Erst dann wird sich zeigen, ob „Warcraft The Beginning“ wirklich erst der Anfang war.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures Germany, Leinwandreporter TV, YouTube

Warcraft: The Beginning

Originaltitel:Warcraft
Regie:Duncan Jones
Darsteller:Travis Fimmel, Paula Patton, Ben Foster
Genre:Fantasy, Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2015
Verleih:Universal Pictures Germany
Länge: 126 MinutenFSK: ab 12 Jahren
Kinostart:26.05.2016

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 25.05.2016
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