Review: Väter und Töchter – Ein ganzes Leben (Kino)

Das Kino-Plakat von "Väter und Töchter" (© Spot On Distribution)

Das Kino-Plakat von „Väter und Töchter“ (© Spot On Distribution)

Inhalt: Nachdem Roman-Autor Jake (Russell Crowe, „Das Versprechen eines Lebens“) einen Autounfall hatte, bei dem seine Frau das Leben verlor, muss er sich alleine um seine Tochter Katie (Kylie Rogers) kümmern. Dabei leidet Jake als Nachwirkung des Unfalls noch unter schweren Zitter- und teilweise sogar Krampfanfällen. Als er sich deswegen in ärztliche Behandlung begeben muss, soll Katie solange bei ihrer Tante Elizabeth (Diane Kruger, „Der Nächste, bitte!“) und deren Mann William (Bruce Greenwood, „Good Kill“) leben. Als Jake nach über einem halben Jahr wieder nach Hause kommt, überrumpeln die beiden ihn mit dem Vorschlag, Katie adoptieren zu wollen. Natürlich lehnt Jake entschieden ab und müht sich nach Kräften, seiner Tochter ein schönes Leben zu bieten.

25 Jahre danach ist Katie (jetzt: Amanda Seyfried, „Gefühlt Mitte Zwanzig“) kurz davor, ihr Psychologie-Studium zu beenden und arbeitet als Sozialarbeiterin bei der angesehenen Dr. Corman (Octavia Spencer, „Die Bestimmung – Allegiant“). Privat hat sie deutlich Bindungsängste und hangelt sich von einem One Night Stand zum nächsten. Erst der schüchterne Autor Cameron (Aaron Paul, „Breaking Bad“) scheint eine wirkliche Bindung zu Katie aufbauen zu können. Doch schon bald kommen Katie Zweifel an ihrem Glück.

Kritik: Mit den äußerst überzuckerten, aber gut gespielten Will Smith-Film „Das Streben nach Glück“ konnte der Italiener Gabriele Muccino in Hollywood Fuß fassen. Der Nachfolger „Sieben Leben“ überschritt die Stufe zum Schmalz dann schon relativ deutlich. Rein komödiantisch sollte es dann mit „Kiss the Coach“ werden. Die alberne RomCom um ein von Gerard Butler verkörpertes Mann-Kind enttäuschte aber so ziemlich auf ganzer Linie. Mit Tragik und Romantik will Muccino hier zeigen, dass doch ein ganz guter Filmemacher in ihm steckt. Trotz einer edlen Besetzung gelingt es ihm nicht, eine glaubwürdige oder unterhaltsame Geschichte zu erzählen. Es wird unvermittelt und wild zwischen zwei Zeitebenen gewechselt und dabei streckenweise so extrem offensichtlich auf die Tränendrüse gedrückt, dass die aufmerksamen Zuschauer als einzige Emotion Ärger verspüren dürften. Das mit Klischees gespickte Drehbuch von Autoren-Neuling Brad Desch trägt natürlich auch einen großen Teil der Verantwortung, dass der Film nie wirklich in Fahrt kommen will.

Findet Katie an der Seite von Cameron endlich zur Ruhe? (© Spot On Distribution)

Findet Katie an der Seite von Cameron endlich zur Ruhe? (© Spot On Distribution)

Wenn die Dialoge nicht so grenzwertig wären, könnten die Gespanne Russell Crowe und Kylie Rogers, sowie Amanda Seyfried und Aaron Paul durchaus funktionieren. Alle haben Chemie, die aber in arge Mitleidenschaft gezogen wird, sobald sie den Mund aufmachen. Die überbordende Seriösität, mit der sie versuchen, diesen maximal auf „Rosamund Pilcher“-Niveau befindlichen Plot umzusetzen, ist zwar bewundernswert, erhöht aber nicht unbedingt den Unterhaltungswert. Für den sorgen eher Bruce Greenwood und Diane Kruger, die mit ihrem überspitzten Auftreten an Leland Palmer und Cruella De Vil erinnern. Leider bleibt Kruger am Ende noch eine Szene, wo sie in spektakulär miserablem Alters-Make Up eine äußerst dümmliche Plattitüde loswerden darf. Auch eine andere Szene, in der die erwachsene Katie durch ein Lied aus der Jukebox vor einer Dummheit bewahrt wird, spricht nicht für die Stilsicherheit der Macher.

So entstehen ausgesprochen zähe zwei Stunden Kino, die nur durch das Talent der Hauptdarsteller vor der Unerträglichkeit gerettet werden. Das ist auch aus dem Grund durchaus schade, weil so noch offensichtlicher wird, dass in „Väter und Töchter – Ein ganzes Leben“ bei besserer Regie und einem intelligenterem Skript durchaus ein guter Film gesteckt hätte.

2 von 5 Punkten


Quelle: Spot On Distribution, Leinwandreporter TV, YouTube

Väter und Töchter - Ein ganzes Leben

Originaltitel:Fathers and Daughters
Regie:Gabriele Muccino
Darsteller:Russell Crowe, Amanda Seyfried, Aaron Paul
Genre:Drama, Liebesfilm
Produktionsland/-jahr:USA/Italien, 2015
Verleih:Spot On Distribution
Länge: 118 MinutenFSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 30.06.2016

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 29.06.2016
Review: Väter und Töchter – Ein ganzes Leben (Kino)

{lang: 'de'}

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *