Review: Ouija – Ursprung des Bösen (Kino)

Das Kino-Plakat zu "Ouija - Ursprung des Bösen" (© Universal Pictures Germany)

Das Kino-Plakat zu „Ouija – Ursprung des Bösen“ (© Universal Pictures Germany)

Inhalt: Nach dem Unfalltod ihres Ehemannes tut sich Alice (Elizabeth Reaser, „True Detective“) schwer, für ihre Töchter Paulina (Annalise Basso) und Doris (Lulu Wilson, „The Millers“) zu sorgen. Gemeinsam ziehen sie vorgegaukelte Geisterbeschwörungen durch, für die sie von den Hinterbliebenen bezahlt werden. Ein Ouija-Spielbrett soll als neues Gimmick dabei helfen, die Kontaktaufnahme mit der Zwischenwelt noch realistischer wirken zu lassen. Zur Überraschung aller scheint Doris tatsächlich durch das Spielbrett mit den Toten sprechen zu können. Nachdem sie es zu Beginn genießen, den Kunden nun wirklich helfen zu können, fällt es Alice und Paulina bald auf, wie sich Doris immer mehr verändert. Mit Hilfe des Priesters Tom (Henry Thomas) finden sie heraus, was für eine gefährliche und böse Macht vom jüngsten Spross der Familie Besitz ergriffen hat. Es bleibt nicht viel Zeit, um Doris aus den Fängen der dämonischen Präsenz zu retten.

Kritik: Knapp zwei Jahre ist es her, dass „Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel“ in den Kinos lief. Dieser Film gehörte zum Schwächsten, was aus der Schmiede von Horror-Viel-Produzent Jason Blum veröffentlicht wurde und sorgte bei Genre-Fans über angeregt Diskussionen über die Sinnhaftigkeit von PG-13-Grusel. Obwohl jede Runde Mühle mit den Großtanten aufregender ist, war der Film (auch aufgrund des kleinen Budgets) ziemlich rentabel. So bekam die Welt ein Sequel spendiert, nach dem eigentlich keiner verlangt hat. Ein erster Hoffnungsschimmer tauchte auf, als mit Mike Flanagan ein Regisseur verpflichtet wurde, der zuletzt mit „Oculus“ und „Hush“ zwei sehr spannende Genre-Beiträge gedreht hatte. Tatsächlich gelingt es ihm, mit dieser Vorgeschichte einen sehr viel besseren Film wie den Vorgänger zu präsentieren. Die Ausgangslage, ein paar Betrüger die eigene Masche spüren zu lassen, funktioniert sehr gut. So entwickelt sich schnell konventionelle, aber ziemlich atmosphärische Horrorkost, die ein paar gemeine Schocker, ein paar greifbar unangenehme Momente und ordentliche Effekte bereit hält. Dazu zeigt der Film etwas, was aktuell für Genre-Fans eine echte Rarität sein dürfte: Charaktere, die die meiste Zeit nachvollziehbar handeln und nicht nur durch reine Blödheit den Fortlauf der Handlung beeinflussen.

Alice und Paulina gruseln sich (© Universal Pictures Germany)

Alice und Paulina gruseln sich (© Universal Pictures Germany)

Hier sind auch die durchweg ordentlichen Darsteller ein sicheres Mittel, das Interesse des Publikums für das Schicksal der Charaktere aufrecht zu erhalten. Die meisten dürften die erfahrene TV-Darstellerin Elizabeth Reaser aus ihrer Rolle im „Twiligt“-Franchise kennen. Hier überzeugt sie als verzweifelte Witwe, die sich im Verlauf immer mehr dem Aberglauben hingibt. Annalise Basso spielte zuletzt schon einen gelungenen Part in dem zauberhaften Roadmovie „Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück“ und konnte in „Oculus“ bereits mit Flanagan drehen. Als Teenager-Tochter, die als erste merkt, wie gefährlich die Mächte in ihrem Haus sein können, deutet sie erneut ihr Talent an. Der Star des Filmes ist aber ganz klar die junge Lulu Wilson. Sie hat eine enorme Ausstrahlung und ist aufrichtig gruselig, ohne in den wichtigen Szenen ihre kindliche Unschuld aufzugeben. Besonders in einer Sequenz, in der sie über Erstickung monologisiert, gibt es Gänsehaut-Garantie. Dazu gibt es ein Wiedersehen mit „E.T.“-Star Henry Thomas, der als sympathischer Pastor der Familie zur Seite steht.

Ein Killerspiel der anderen Art (© Universal Pictures Germany)

Ein Killerspiel der anderen Art (© Universal Pictures Germany)

70 Minuten lang entsteht auf diese Art stimmiger, geradliniger Grusel, der seine eingefahrenen Pfade überzeugend nutzt. Leider ist dieser überzeugende Ansatz vorbei, sobald es an die Auflösung geht. Hier wollen Flanagan und sein Team zu viel und verbauen sich mit einer viel zu spektakulären Hintergrundgeschichte ein überzeugendes Finale. In dieser Phase sind auch so einige Sprünge in der Handlung, die es nicht gerade einfach machen, dem Geschehen zu folgen. Es ist aber empfehlenswert, bis nach dem Abspann sitzen zu bleiben, da es noch eine nette Post Credit-Szene gibt.

In dieser späten Phase verspielt der Film aber die Möglichkeit, noch besser zu sein. Dennoch gelingt eine enorme Steigerung im Vergleich zu seinem Vorgänger. Auch wenn es schwer vorstellbar ist: Ein Horrorfilm mit dem Credit „Based On A Game By Hasbro“ kann tatsächlich gruselig sein. Mit einem stimmungsvollen Look, überzeugend geschriebenen und gespielten Figuren und einigen äußerst effektiven Schreckmomenten bietet „Ouija: Ursprung des Bösen“ bis zum enttäuschenden Finale selten originelle, aber immer ordentliche Unterhaltung.

3 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures Germany, Leinwandreporter TV, YouTube

OUIJA: URSPRUNG DES BÖSEN

Originaltitel:Ouija: Origin of Evil
Regie:Mike Flanagan
Darsteller:Henry Thomas, Elizabeth Reaser, Doug Jones, Parker Mack, Sam Anderson, Kate Siegel, Annalise Basso, Lulu Wilson
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:Universal Pictures Germany
Länge: 95 MinutenFSK: ab 16 Jahren
Kinostart: 20.10.2016
Facebook-Page:Ouija 2

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 18.10.2016
Review: Ouija – Ursprung des Bösen (Kino)

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