Review: Oculus (Blu-ray)

 

Das Blu-ray-Cover von "Oculus" (Quelle: Universum Film)

Das Blu-ray-Cover von “Oculus” (Quelle: Universum Film)

Inhalt: Angeblich hat der junge Tim (Garret Ryan, „Insidious: Chapter 2“) seinen Vater ermordet. Er wird für schuldig befunden und verurteilt. Als er (jetzt: Brenton Thwaites, „Maleficient“) zehn Jahre später entlassen wird, ist seine Schwester Kaylie (Karen Gillan, „Guardians of the Galaxy“) immer noch von seiner Unschuld überzeugt. Beide sind sich sicher, dass der antike Spiegel in ihrem Elternhaus etwas mit den Ereignissen von damals zu tun hat. Sie stellen sich der teuflischen Macht des Spiegels und sorgen dafür, dass sich die Erlebnisse ihrer Kindheit wiederholen.

Drehbuch: Das Skript von Regisseur Mike Flanagan und seinem Co-Autor Jeff Howard nimmt deutliche Anleihen bei „ES“, schafft es dabei aber, eine eigene, komplexe, zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechselnde Geschichte zu erzählen. Dabei leistet sich das Skript praktisch keine logische Lücken und hat dazu noch ordentliche Dialoge zu bieten.

Regie: Auch hier zeigt Mike Flanagan eine gute Leistung, die er dann im Schnitt auch selbst komplettiert hat. Er inszeniert eine clevere, atmosphärische Story, die dank gut besetzter Hauptrollen und einem gut gewählten Spukhaus gar nicht viele große Effekte braucht, um durchgängig spannend zu sein. Auch wenn der Vergleich zu „Conjuring“ auf dem Cover etwas hinkt, braucht sich Flanagan vom reinen Talent nicht hinter Wan zu verstecken.

Look: „Oculus“ ist sauber inszenierter Horror, der optisch schon fast etwas zu glatt ist, es aber trotzdem mit schleichender Spannung schafft, das Publikum zu fesseln. Die Grusel-Fratzen im Film tun das Übrige, weswegen der Film besonders im Schlussdrittel spannend ist. Das 90 % des Filmes in einem Haus spielen, ist der Entwicklung der Geschichte alles andere als abträglich.

Karen Gillan als Glanzpunkt in einem soliden Cast

Kann Kaylie das Böse besiegen? (Quelle: Universum Film)

Kann Kaylie das Böse besiegen? (Quelle: Universum Film)

Schauspieler: Ein weiteres Plus dieses konventionellen, aber handwerklich gut gemachten Horrorfilmes sind die durchaus versierten Schauspieler. Gerade der schottische Shooting-Star Karen Gillan, die hier als etwas labile und auf Rache versessene Kaylie zu sehen ist, bildet dabei ganz klar das Zentrum des Filmes. Auch wenn Brenton Thwaites weit unauffälliger ist, kann auch er in solidem Rahmen überzeugen. Katee Sackhoff („Riddick – Überleben ist seine Rache“) und Rory Cochrane („Passion Play“) gefallen als Eltern, die langsam den Verstand verlieren. Dazu kommen Garret Ryan und Annalise Basso, die adäquat die jungen Versionen der Protagonisten spielen.

Unterhaltungswert/Spannung: „Oculus“ ist weit davon entfernt, ein wirklicher Reißer zu sein. Viel mehr überlässt er es lange Zeit dem Zuschauer zu entscheiden, wie viel der Ereignisse nur in der Vorstellung der Hauptfiguren passiert und was wirklich vorgeht. So spielt der Film mit der Ungewissheit und kombiniert diese mit kleinen fiesen Schockszenen, die an den Nerven zehren.

Dramatik: In vielen Punkten bekommt der Zuschauer hier ein Familiendrama zu sehen. Zwei traumatisierte junge Erwachsene setzen sich mit dem Schock aus ihrer Kindheit auseinander. Dabei sind auch die Herangehensweisen des aus der Psychiatrie entlassenen Tim und der seit damals auf sich selbst gestellten Kaylie durchaus interessant. So bekommt die Grusel-Story einen durchaus realistischen Grundton.

Was ist damals wirklich geschehen? (Quelle: Universum Film)

Was ist damals wirklich geschehen? (Quelle: Universum Film)

Humor: In dem Horrordrama gibt es keinen Bedarf nach ironischen Momenten, weswegen diese folgerichtig auch nicht fehlen.

Liebe/Romantik: Spielt ebenfalls keine wirkliche Rolle in „Oculus“.

Fazit: Zwar ist „Oculus“ nicht gerade visionär und neuartig. Dennoch reiht sich der Film vor den meisten Genre-Werken dieses Kalenderjahres ein. Die clevere und spannende Inszenierung von Mike Flanagan und der überzeugende Cast rund um die starke Karen Gillan machen das Horrordrama zu einem kleinen aber feinen Geheim-Tipp.

Der Film ist ab dem 05.12.2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Die Qualitäten der Arri Alexa werden hier fast komplett ausgenutzt. Ob Tageslicht-Sequenzen oder dunkle Nachtaufnahmen: Das Bild ist immer knackig scharf, auch wenn bei den hellen Szenen die Detaildarstellung etwas besser ist. Die Farbdarstellung lässt keine Kritik zu, auch wenn die Farbpalette in der düsteren zweiten Hälfte des Filmes nicht mehr allzu breit ist. Der Schwarzwert rutscht hier und da ein wenig ins Bläuliche ab. Die Kontraste sind aber sehr gut eingestellt. Fehler und Artefakte gibt es keine.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD 5.1-Ton sind absolut verlustfrei. Die Dialogverständlichkeit könnte nicht besser sein. Selbst in der ruhigeren Szenen sind die Hintergrundgeräusche auf allen Boxen aktiv. Das gilt ebenso für den gelungenen Horror-Score. Einige fiese Effekte unterstützen den Gänsehauteffekt, den dieser Film zweifelsohne hat.

4,5 von 5 Punkten

Extras: Ein Making of (10 Minuten), einige Deleted Scenes (10 Minuten), der Kurzfilm „Oculus: Chapter 3“ (32 Minuten) und ein Audiokommentar sind als Bonusmaterial zum Film zu finden. Ein paar Trailer ergänzen die Blu-ray.

4 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten


Quelle: Universum Film, Leinwandreporter TV, YouTube

Oculus

Originaltitel:Oculus
Regie:Mike Flanagan
Darsteller:Karen Gillan, Brenton Thwaites, Katee Sackhoff
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Universum Film
Länge:104 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

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