Review: Traumfrauen (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Traumfrauen" (© Warner Bros Pictures)

Das Blu-ray-Cover von „Traumfrauen“ (© Warner Bros Pictures)

Inhalt: Gerade als sie mit ihrem Freund zusammenziehen will, muss Leni (Hannah Herzsprung, „WHO AM I – Kein System ist sicher“) herausfinden, dass er sie betrügt. Mit gebrochenem Herzen zieht sie stattdessen mit ihrer Schwester Hannah (Karoline Herfurth, „Errors of the Human Body“) und der besten Freundin Vivienne (Palina Rojinski) in eine WG. Gemeinsam hecken sie den Plan aus, dass Leni mit möglichst vielen Männern schlafen soll, um ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Auch Margaux (Iris Berben, „Miss Sixty“), die Mutter von Leni und Hannah, findet sich nach 30 Jahren nur schwer wieder ins Single-Leben ein. Gibt es denn noch nette Kerle? Der hilfsbereite Schauspieler Josef (Elyas M’Barek, „Fack Ju Göhte 2“) scheint jedenfalls ernsthaft um Leni bemüht.

 

Kritik: Mit „Keinohrhasen“, „Zweiohrküken“ und „RubbeldieKatz“ hat Anika Decker gleich zu mehreren Kino-Erfolgen das Drehbuch beigesteuert. Für „Traumfrauen“ durfte sie jetzt erstmals auf dem Regiestuhl Platz nehmen. Schon nach einigen Minuten bekommt der Zuschauer den Eindruck, dass hier die Konzepte zu verschiedenen (seichten) Romantik-Komödien in ein Drehbuch geworfen worden sind. So haben wir die verträumte Romantikerin, den überzeugten Single, das clevere Mädchen mit zu wenig Selbstvertrauen und die in der modernen Welt überforderte, frisch verlassene Frau gehobenen Alters. In scheinbar zusammenhanglosen Szenen reiht Decker harmlose Gags aneinander. Bemühte Wortwitze, Klischees und Stereotypen erinnern eher an eine (mäßige) Episode „Die dreisten Drei“. So beschränken sich die männlichen Figuren auf die Typen „Drecksack“, „Märchenprinz“ und „Idiot“. Ein roter Faden ist zwischen den oft zu langen, vollkommen überraschungsfreien Sequenzen in keinster Weise zu erkennen.

Hat das Single-Leben von Leni schon bald wieder ein Ende? (© Warner Bros Pictures)

Hat das Single-Leben von Leni schon bald wieder ein Ende? (© Warner Bros Pictures)

Erst in der zweiten Hälfte zündet der ein oder Gag und es findet zumindest in Ansätzen bei den Hauptfiguren Charakterentwicklung statt. Eine wirkliche Dramaturgie dürfte zu diesem Zeitpunkt schon niemand mehr erwarten. Es ist einigen ordentlichen Einzelmomenten und der Riege wirklich guter Schauspieler zu verdanken, dass „Traumfrauen“ dennoch zumindest in Ansätzen funktioniert. So ist Hannah Herzsprung schlicht eine gute Schauspielerin, die das Optimum aus ihrer Figur holt, wenn sie nicht zu krampfhafter Komik genötigt wird. Zwischen ihr und dem souverän spielenden Elyas M’Barek entsteht sogar stellenweise Chemie.

Palina Rojinski, deren eigentlich vollkommen uninteressante Figur in den Szenen mit Frederick Lau („Wir waren Könige“) wirklich aufblüht, hat dann doch einige nette Momente. Karoline Herfurth bleibt lange blass, ehe ihr noch eine wirklich gelungene Szene gegönnt wird, wo sie aufdrehen darf. Iris Berben scheint hier nur naive Aussagen über Technik und neue Medien treffen zu dürfen, was bei einer Darstellerin ihres Kalibers natürlich arg wenig ist. Gastrollen von Michael „Bully“ Herbig und Christian Tramitz bleiben verzichtbare Begleiterscheinungen des Films.

„Manchmal ist weniger mehr“. Diesen Rat hätte Anika Decker bei ihrem Regie-Debüt beherzigen sollen. Zu viele Geschichten, die im Rahmen der sprunghaften Erzählung ziemlich zerfasern und ein künstlich anmutender, hausbackener Humor, der auch ernsthaftere Szenen oft überspielt, geben dem Zuschauer nur selten das Gefühl, einen zusammenhängenden Film mit wirklichen Charakteren zu sehen. „Traumfrauen“ ist am besten, wenn er ruhigere Töne anschlägt und die zweifellos vorhandenen Qualitäten seiner Schauspieler nutzt. Doch am Ende sind es genau diese Momente die zeigen, wie viel Potenzial bei dieser selten lustigen Liebeskomödie auf der Strecke geblieben sind.

Vivienne und Hannah haben sich gerade schön eingelebt (© Warner Bros Pictures)

Vivienne und Hannah haben sich gerade schön eingelebt (© Warner Bros Pictures)

Der Film ist ab dem 17.09.2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2 von 5 Punkten

 

Bild: Die visuelle Qualität ist maximal im Mittelmaß einzuordnen. Schärfe und Detaildarstellung sind in den hellen Szenen recht ordentlich. In den dunklen Szenen ist das Bild schon ziemlich unscharf, was an den flachen Kontrasten und dem wenig überzeugenden Schwarzwert liegt. Die Farben sind dafür kräftig und natürlich. Wirkliche Fehler sind in der ruhigen Präsentation nicht zu finden.

3 von 5 Punkten

Ton: Die deutsche DTS-HD MA 5.1-Tonspur ist verlustfrei. Wie erwartet, spielt sich ein großer Teil des dialoglastigen Films auf den Frontsprechern ab. Neben den immer gut verständlichen Gesprächen ist der Soundtrack dann gut abgemischt und spricht wie ein paar Hintergrundgeräusche die anderen Boxen an. Dazu gibt es ein paar nette Bässe, die vor allem während der Club-Szenen zum Zug kommen.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein solides Making of (20 Minuten) und ein paar entfernte Szenen (6 Minuten) bleiben neben ein paar Trailern die einzigen Bonusmaterialien.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Warner Bros Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

Traumfrauen

Originaltitel:Traumfrauen
Regie:Anika Decker
Darsteller:Hannah Herzsprung, Karoline Herfurth, Elyas M'Barek, Palina Rojinski, Iris Berben
Genre:Liebeskomödie
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2015
Verleih:Warner Bros Pictures
Länge:110 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 17.09.2015
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