Review: The Angriest Man in Brooklyn (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "The Angriest Man in Brooklyn" (Quelle: Universum Film)

Das Blu-ray-Cover von “The Angriest Man in Brooklyn” (Quelle: Universum Film)

Inhalt: Henry Altman (Robin Williams) ist ein ziemlich schwieriger Zeitgenosse. Zwischen all seinen Neurosen rastet der cholerische Anwalt auch mal gern aus. Auf dem Weg zu einem Arztbesuch hat er einen Autounfall, der seine Laune mindestens so ankratzt wie die Nachricht, dass sein eigentlicher Arzt nicht im Haus ist und er von der unerfahrenen Vertreterin Sharon Gill (Mila Kunis, „Blood Ties“) behandelt werden soll.

Nach einer fast endlosen Wartezeit offenbart Sharon, die ihren viel zu vollen Dienstplan mit Tabletten aufwertet, ihrem mies gelaunten Patienten, dass dieser ein Hirnaneurysma hat. Henry lässt nun all seinen Frust an der Ärztin aus, bis diese ihm entnervt sagt, dass er in 90 Minuten sterben wird. Noch ehe sie ihre Aussage richtig stellen kann, ist ihr Patient aus dem Krankenzimmer gestürmt, um seinen Frieden mit allen Familienmitgliedern zu machen. Das ist aber bei seinem Gemüt eine schwere Aufgabe. Sharon macht sich auf der Suche nach ihm, um ihn zurück ins Krankenhaus zu bringen. Für beide beginnt eine mehr als chaotische Reise.

Vorlage: Der Film basiert auf dem israelischen Film „The 92 Minutes of Mr. Baum“ (1997), bei dem der 2014 verstorbene Assi Dayan Regie, Drehbuch und Hauptrolle übernommen hatte. Der Autor adaptierte, diese teils verschrobene Geschichte mit massentauglichen Märchenelementen für den amerikanischen Markt.

Regie: Phil Alden Robinson, selbst als Autor von „Feld der Träume“ Oscar-nominiert gewesen, übernahm hier erstmals seit „Der Anschlag“ (2002) wieder die Regie bei einem Film. Vieles macht der Routinier wirklich gut, lässt aber leider einen zu süßlichen Erzählton zu. So gibt es nicht nur schrullig-ironische und ernsthafte, sondern auch einige eher schnulzige Momente, die der spaßigen Story etwas die Kraft rauben. Vor allem die Rückblenden und das Finale hätten hier etwas bodenständiger inszeniert sein können. Dafür hat der Film in anderen Stellen eine locker-flockigen Erzählton im Woody Allen-Stil, der mit witzigen Dialogen und einer charmant kauzigen Hauptfigur während der nur 84 Minuten meistens unterhält. Vor allem die gute Schauspielerführung zählt sicherlich zu den Stärken von Robinsons Arbeit.

Robin Williams zeigt es noch einmal allen

Ein Moment, der das Leben von Henry und Sharon auf den Kopf stellt (Quelle: Universum Film)

Ein Moment, der das Leben von Henry und Sharon auf den Kopf stellt (Quelle: Universum Film)

Schauspieler: Es hat schon eine gewisse Tragik, dass der im August 2014 verstorbene Weltstar Robin Williams als todgeweihter Sonderling seine außergewöhnliche Klasse zeigen darf. Er ist menschlich, witzig traurig, laut und auf seine eigene Art liebenswert. Diese typische Robin Williams-Rolle dürfte (obwohl es sicher nicht sein bester Film ist) wohl all seine Fans zum Lachen bringen und mit Melancholie füllen. An seiner Seite ist Mila Kunis als engagierte aber überforderte Ärztin Sharon zwar nicht ganz so stark wie er, liefert aber auf ihre gewohnt sympathische Art eine witzige und einfach nette Darbietung. In kleineren Rollen sind hier unter anderem Peter Dinklage („Game of Thrones“) als Henrys Bruder, Melissa Leo („The Fighter“) als Henrys Frau, Hamish Linklater („42 – Die wahre Geschichte einer Sportlegende“) als Sohn, sowie bekannte Gesichter wie James Earl Jones und Richard Kind („Sharknado 2“) vor der Kamera gewesen.

Look: In bunten Farben erzählt Robinson seine hoffnungsvolle Geschichte, die immer wieder von auf alt gemachten Rückblenden unterbrochen werden. Die Optik ist unspektakulär hat aber einen Tiefpunkt bei einer Szene auf der Brooklyn Bridge. Hier ist die Benutzung von Green Screens so offensichtlich, dass die Sequenz eher an 90er-Jahre Sitcoms als das reale Leben erinnert.

Unterhaltungswert: Auch wenn „The Angriest Man in Brooklyn“ immer mal wieder an der Schmalzgrenze kratzt, wird eine ruhige, tragikomische und kurzweilige Geschichte erzählt, die wohl am besten in die Kategorie Feelgood-Kino einzuordnen ist.

Humor: Der Film lebt natürlich von Robin Williams, der hier wie ein HB-Männchen mit seinen Mitmenschen aneinander gerät. Das gepaart mit guten Dialogen, macht den Ton dieses Films aus.

Dramatik: Ein Mann, der unvermittelt die Nachricht seines bevorstehenden Todes bekommt und mit seiner Familie ins Reine kommen möchte, gibt dem Film natürlich genug Ernsthaftigkeit, um auch auf dieser Ebene zu bestehen. Wie bereits erwähnt drückt der Film aber manchmal schon etwas zu gewollt auf die Tränendrüse.

Henry will in kürzester Zeit all seine Fehler bereinigen (Quelle: Universum Film)

Henry will in kürzester Zeit all seine Fehler bereinigen (Quelle: Universum Film)

Liebe/Romantik: Hier geht es eher um familiäre Zuneigung, die der spät geläuterte Miesepeter Freunden und Verwandten entgegen gibt. Eine Liebesgeschichte im klassischen Sinn wurde dankenswerter Weise hier nicht konstruiert.

Fazit: „The Angriest Man in Brooklyn“ ist noch einmal die Möglichkeit, den so tragisch verstorbenen Robin Williams in einer Paraderolle zu sehen, die wahrscheinlich bei den meisten für ein lachendes und ein weinendes Auge sorgt. Auch wenn der Film (besonders am Ende) doch einige Fehler macht, ist die Idee und der Hauptdarsteller gut genug, damit auf jeden Fall das Positive überwiegt.

Der Film ist ab dem 12.12.2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Die Aufnahmen haben fast durchgängig eine gute Tiefenschärfe und eine überzeugende Detaildarstellung. Die Farben sind meistens recht bunt und natürlich. Bei den Rückblenden wurde wie bereits angedeutet, alles in gelb-braune Töne getaucht. Dabei sehen die Szenen natürlich weniger knackig aus. Kontraste und Schwarzwert sind durchgängig solide eingestellt. Artefakte und auffällige Bildfehler gibt es nicht.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische Ton in DTS-HD 5.1 erfüllt die Erwartungen. Die Dialoge sind immer gut verständlich. Atmosphärische Geräusche wie der Verkehr in New York ist genauso wie der Score ziemlich ordentlich abgemischt. Große Effekte gibt es bei diesem eher ruhigen Film eher nicht.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein kleines Outtake-Video (3 Minuten) bleibt neben einer Reihe von Trailern der einzige Bonus der Blu-ray.

1,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Universum Film, Leinwandreporter TV, YouTube

The Angriest Man in Brooklyn

Originaltitel:The Angriest Man in Brooklyn
Regie:Phil Alden Robinson
Darsteller:Robin Williams, Mila Kunis, Peter Dinklage, Melissa Leo, James Earl Jones
Genre:Tragikomödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:Universum Film
Länge:84 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

[amazon_link asins=’B00NK1E5N4,B00PWZXX70,B00M97DUTA’ template=’ProductCarousel’ store=’l0f71-21′ marketplace=’DE’ link_id=’2007fae5-224d-11e8-a3d8-c322d7bdf4f8′]

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 12.12.2014
The Angriest Man in Brooklyn (Blu-ray)

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen