Review: Ray Donovan Staffel 1 (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Ray Donovan Staffel 1" (Quelle: Paramount Pictures Home Entertainment)

Das Blu-ray-Cover von “Ray Donovan Staffel 1” (Quelle: Paramount Pictures Home Entertainment)

Inhalt: Wenn ein Wohlhabender in Los Angeles ein delikates Problem hat, ruft man einfach einen Problemlöser an. Ob Affäre, Drogendelikt oder eine wortwörtliche Leiche im Keller wird sich gekümmert. Der beste dieses Faches ist Ray Donovan (Liev Schreiber, „The Last Days on Mars“), der diskret und effizient jeden noch so großen Fehltritt seiner Kundschaft ausbügelt. Dabei hat Ray im Privaten genug eigene Probleme. Nicht nur, dass seien Frau Abby (Paula Malcomson, „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1“) von der wenigen Freizeit des Workaholics genervt ist. Jetzt kommt auch noch Rays Vater Mickey (Jon Voight, „Getaway“) nach 20 Jahren im Gefängnis wieder nach Hause. Da braucht auch ein professioneller Problemlöser Nerven wie Drahtseile.

Macher/Showrunner: Die Krimi-Serie ist das neueste Produkt von dem amerikanischen Pay TV-Sender Showtime. „Ray Donovan“ soll die Lücke schließen, die durch das Finale von „Dexter“ im Programm entstanden ist. Für die Hochglanz-Serie wurde „Southland“-Macherin Ann Biderman als Showrunnerin verpflichtet und liefert dem Publikum zwar nicht immer komplett lebensnahe und authentische, aber ausgesprochen kurzweilige Unterhaltung. Damit passt die Serie natürlich voll in die Showtime-Produktionen.

Drehbuch: Die Story nimmt fasst alles mit was Spaß macht von Familienfehden, Gewaltverbrechen, schönen Frauen und harten Kerlen bis hin zur erste Liebe, Missbrauch und dem Glanz Hollywoods. Das die Episoden hier und da mit der heißen Nadel zusammengestrickt sind, lässt sich dank origineller Einfälle und charmanter Dialoge gut verkraften.

Look: „Ray Donovan“ zeigt die „Stadt der Träume“ meistens von der schönen Seite. Schicke Autos und große Häuser gehören in die Welt des erfolgreichen Privatschnüfflers. Das wird auch alles in sauberen, digitalen Hochglanzaufnahmen gezeigt. Das heruntergekommene Boxstudio der Familie Donovan bietet da schon eine willkommen-dreckige Abwechslung.

Gut gelaunte Star-Besetzung trumpft auf

Wenn Worte nicht mehr helfen, hat Ray auch noch andere gute Argumente (Quelle: Paramount Pictures Home Entertainment)

Wenn Worte nicht mehr helfen, hat Ray auch noch andere gute Argumente (Quelle: Paramount Pictures Home Entertainment)

Schauspieler: Der Cast ist das große Prunkstück der Serie. In der Titelrolle wurde mit Liev Schreiber ein Darsteller gefunden, der auf jeden Fall schon die richtige Physis für die Rolle des kompromisslosen Ermittlers mitbringt. Auch wenn er nicht unbedingt wandelbar ist, hat Schreiber die nötige Coolness, um einen interessanten Protagonisten zu mimen. Als Vater und Gegenspieler wurde mit Jon Voight einer der ganz großen Mimen Hollywoods gewonnen. Er hat sichtlich Spaß an der Rolle des lebenslustigen Schlitzohrs mit langer krimineller Karriere. Obwohl er in dieser etwas überzogen angelegten Rolle wirklich klasse ist, war seine Auszeichnung mit dem Golden Globe (besonders bei einer Konkurrenz wie Aaron Paul, der für die finale „Breaking Bad“-Staffel nominiert war) zumindest überraschend. Paula Malcomson hat schon bei Serien wie „Sons of Anarchy“ und „Deadwood“ gezeigt, wie fantastisch sie ist. Hier schafft sie es als durchsetzungsstarke Mutter, die ihre Familie mit dem stets arbeitenden Ehemann und zwei Teenager-Kindern zusammenhalten möchte, dieses Niveau locker aufrecht zu erhalten. Der britische Charaktermime Eddie Marsan („Spurlos – Die Entführung der Alice Creed“) gehört als Parkinson-kranker Bruder Rays zu den weiteren Highlights der Serie. Als traumatiserter, alkoholkranker Bruder Bunchy ist Dash Mihok („Silver Linings“) ebenfalls ein wichtiger Teil der Donovan-Familie Dazu kommt noch James Woods („Straw Dogs – Wer Gewalt sät“) in einer äußerst brutalen Nebenrolle.

Spannung/Unterhaltungswert: Wie bereits erwähnt, ist „Ray Donovan“ ausgesprochen kurzweilig. Das geht zwar etwas auf Kosten der Glaubwürdigkeit, sorgt aber dafür, dass die Serie kaum Durchhänger hat. Mit den Familienstreitigkeiten kann man sich als Zuschauer identifizieren, mit den Fällen kann man mitfiebern und bei den zahlreichen Ausrastern rund um den Donovan-Clan bekommt man auch einiges zu lachen.

Ray und Mickey - ein nicht gerade vorbildliches Gespann (Quelle: Paramount Pictures Home Entertainment)

Ray und Mickey – ein nicht gerade vorbildliches Gespann (Quelle: Paramount Pictures Home Entertainment)

Dramatik: Bei all dem ntertainment hat die Serie vor allem in der Hintergrundgeschichte hoch dramatische Elemente. So gibt die ungewisse, nach und nach enthüllte Vorgeschichte einen ernsthaften Anker für das Geschehen.

Humor: Vieles in „Ray Donovan“ ist mit einem ganz klaren Augenzwinkern zu verstehen. Neben Rays oft schön übertrieben rabiatem Durchgreifen sorgen vor allem Rays Chefs – der geistig nicht ganz stabile Ezra (Elliot Gould) und der sarkastische Lee Draxler (Peter Jacobson) für Lacher.

Romantik/Liebe: Die von Höhen und Tiefen geprägte Beziehung von Ray und Abby ist ein ganz wichtiger Bestandteil der Serie. Daneben verliebt sich Töchterchen Bridget (Kerris Dorsey) in den nicht wirklich Eltern-tauglichen Nachbarsjungen und Rays kranker Bruder Terry sieht bei seiner Physiotherapeutin eine neue Chance für sich. All diese Geschichten sind wirklich nett erzählt.

Fazit: Insgesamt ist „Ray Donovan“ etwas zu sehr „Over the Top“, um sich in die Spitzenplätze der Serienbranche einzuordnen. Dennoch ist die Serie unterhaltsam, gut gespielt und zeigt auch sonst keine wirklich großen Schwächen, sodass sie zumindest einen Blick wert ist.

Die Staffel ist ab dem 04.12.2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Der Blu-ray-Transfer der ersten Staffel ist exzellent. Die digitalen Hochglanz-Bilder sind gestochen scharf und bilden jedes noch so kleinen Detail hervorragend ab. Die Farben sind voll, natürlich und abwechslungsreich. Kontraste und Schwarzwerte sind auch auf Top-Level. Dazu gibt es bei dem sehr sauberen Bild weder ein Rauschen noch irgendwelche Fehler.

4,5 von 5 Punkten

Ton: Die englische Vertonung ist in Dolby TrueHD 5.1 auf der Blu-ray, während die deutsche Synchronisation in Dolby Digital 5.1 ein wenig schwächer ist. Trotzdem ist die Dialogpräsentation in beiden Fassungen nahezu makellos. Hintergrundgeräusche und Score sind gut abgemischt und werden schön auf die Boxen verteilt. Dabei wirkt die englische Fassung etwas dynamischer. Große Effekte sind bei dieser Serie eher rar gesät.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Es gibt einige schöne, kleine Featurettes in der Box. „Episode 1: Dissecting a Scene“ (2 Minuten), „The Way Ray Runs a Meeting“ (1 Minuten), „The Way Ray Breaks“ (1 Minuten), „Video Diary with Pooch Hall: Part 1 & 2“ (4 Minuten), „Hanging with Jon Voight“ (2 Minuten), „Kate Moennig Fan Questions“ (3 Minuten), „Hand to Hand, Fist to Fist“ (7 Minuten), „Dressing Ray Donovan“ (7 Minuten) und das mehrteilige „Where’s Ray?“ (13 Minuten). Insgesamt bieten diese vielen, kurzen Beiträge einen ordentlichen Mehrwert.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Leinwandreporter TV, YouTube

Ray Donovan Season 1

Originaltitel:Ray Donovan
Buchvorlage:Ann Biderman
Darsteller:Liev Schreiber, Paula Malcomson, Eddie Marsan, Jon Voight
Genre:Krimi-Serie
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Paramount Pictures
Länge:12 Episoden zu je 52 Minuten
FSK: ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 07.12.2014
Ray Donovan – Season 1 (Blu-ray)

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