Review: A Million Ways To Die In The West (Kino)

Das Plakat von "A Million Ways To Die In The West" (Quelle: Universal Pictures)

Das Plakat von “A Million Ways To Die In The West” (Quelle: Universal Pictures)

Inhalt: Der Wilde Westen war etwas für ganze Kerle. Gefahren lauerten praktisch an jeder Ecke. Eine Krankheit, ein falsches Wort an der Bar oder ein Tier konnte jedem jungen Leben ein frühes Ende setzen. Albert (Seth McFarlane), der sein Geld als Schafzüchter verdient, will so überhaupt nicht in das männliche Rollenbild der damaligen Zeit passen: Er ist ein waschechter Feigling und Pazifist, der aber aufgrund seines losen Mundwerkes immer wieder Ärger hat. Irgendwann hat seine Freundin Louise (Amanda Seyfried, „Lovelace“) genug von ihm und setzt ihn auf die Straße, um ihn durch den wohlhabenden Foy (Neil Patrick Harris, „How I Met Your Mother“) zu ersetzen. Albert ist außer sich vor Trauer und Selbstmitleid, bis die toughe und attraktive Anna (Charlize Theron) ins Dorf kommt. Sie baut den Jammerlappen auf und bringt ihm bei, für sich selbst einzustehen. Schon bald ist Albert hin und weg von der wortgewandten Blondine. Aber sein neuerworbenes Selbstbewusstsein wird schon bald auf eine harte Probe gestellt, da Annas Ehemann Clinch (Liam Neeson, „The Grey – Unter Wölfen“), seines Zeichens ein äußerst eifersüchtiger Gangster und Pistolenheld, schon auf dem Weg ins Dorf ist.

Kritik: Mit „Family Guy“ und „American Dad“ hat Seth MacFarlane zwei schwarzhumorige Erwachsenen-Comic-Serien entwickelt, die seit vielen Jahren sehr erfolgreich sind. Im Jahr 2012 folgte dann mit „Ted“ sein Debüt als Regisseur eines Realfilmes. Obwohl der Film recht erfolgreich war und auch über einen ordentlichen Unterhaltungswert verfügte, konnte MacFarlane nie die satirische Kraft seiner Serien erreichen. Nun folgt ein Film, der das ganze Western-Genre aufs Korn nehmen und zeitgleich ihm selbst die Möglichkeit geben soll, sich als guter Schauspieler zu präsentieren. Bedauerlicherweise zeigt er in beiden Handwerken hier massive Schwächen und schafft es so nicht, dass Potenzial aus seiner Geschichte hervorzuholen. Da ändert such sein zusätzliches Engagement als Co-Autor und Produzent nichts. Er zeigt immer wieder kurze Momente, in denen „A Million Ways To Die In The West“ wirklich amüsant ist. Ein äußerst tödlicher Jahrmarkt und ein schrulliger Cameo-Auftritt sind hier zu nennen. Das sind aber nur vereinzelte Highlights einer ansonsten restlos vorhersehbaren Geschichte. Leider besteht MacFarlanes Wilder Westen, der nur im Vorspann so etwas wie Schauwerte zu bieten hat, in großen Teilen aus menschlichen Ausflüssen.

Selten lustige Aneinanderreihung von Geschmacklosigkeiten

Anna und Albert treffen auf Foy und Luise (Quelle: Universal Pictures)

Anna und Albert treffen auf Foy und Luise (Quelle: Universal Pictures)

Wer über Durchfall, Fürze, Schafs-Urin und Sperma an unvorteilhaften Plätzen lachen kann, wird in diesem Film voll auf seine Kosten kommen. Das ist alles so unoriginell bis grenzdebil präsentiert (und dankenswerter Weise auch immer noch mit einigen Kamera-Momenten belohnt), dass die Idee einer Satire aufs Western-Genre sehr weit in den Hintergrund rückt. Da der Film auch noch einige recht grafische Gewaltszenen beinhaltet, aber ab 12 Jahren im Kino laufen soll, dürfen sich die Zuschauer wohl auch noch auf einige Schnitte einrichten. Der prominente Cast kann hier nur bedingt etwas ausrichten. Neben dem eindimensional-langweiligen MacFarlane, der sich in keinster Weise als Hauptdarsteller für andere Projekte empfehlen kann, schafft es allenfalls Charlize Theron (“Snow White and the Huntsmen“), zu ordentlicher Form zu finden. Ihre Figur bietet zumindest ein paar emotionale Berührungspunkte und sie schafft es sogar, recht lustig zu sein. Giovanni Ribisi („Gangster Squad“) und Sarah Silverman („Take This Waltz“) als beste Freunde mit gewagten Moralvorstellungen bleiben ebenso blass wie Amanda Seyfried als Ex-Freundin. Ein starker Komiker wie Neil Patrick Harris sollte eigentlich für einige Lacher sorgen. Bis auf eine witzige „Sex“-Szene, wird er aber nie wirklich gefordert. Einige Male grenzen die Handlungen seiner Figur an eine persönliche Demütigung des Schauspielers. Wenn es zusätzlich noch gelingt, einen Mimen wie Liam Neeson als alterndem Gauner blass erscheinen zu lassen, bleibt schon mehr als ein fahler Beigeschmack.

Mit Clinch legt man sich nicht an (Quelle: Universal Pictures)

Mit Clinch legt man sich nicht an (Quelle: Universal Pictures)

Vereinzelte Sketche sorgen dafür, dass die zweite große Regie-Arbeit von Seth MacFarlane nicht zum kompletten Desaster wird. Ansonsten ist diese monotone Anreihung von Ekel-Witzen aber sehr nah dran an diesem Ergebnis und lässt seinen Vorgänger wie ein wahres Meisterwerk erscheinen. Zumindest enttäuschend ist „A Million Ways To Die In The West“ damit alle Male.

2 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, YouTube

A Million Ways To Die In The West

Originaltitel:A Million Ways To Die In The West
Regie:Seth MacFarlane
Darsteller:Seth MacFarlane, Charlize Theron, Liam Neeson, Neil Patrick Harris, Amanda Seyfried
Genre:Western-Komödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:Universal Pictures
Länge:115 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:29.05.2014
Homepage:Der Internet-Auftritt von "A Million Ways To Die In The West"

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen