Review: Gangster Squad (Kino)

Das Kinoplakat von "Gangster Squad" (Quelle: Warner Bros. Pictures Germany)

Das Kinoplakat von “Gangster Squad” (Quelle: Warner Bros. Pictures Germany)

Los Angeles ist in den späten 1940er Jahren komplett in der Hand von Mafia-Pate Mickey Cohen (Sean Penn, „Fair Game“), der sich mit rabiaten Methoden in Waffen- und Drogenschmuggel, sowie in Glücksspiel und Prostitution lukrative Gewinnmöglichkeiten erschlossen hat. Niemand traut sich, dem ehemaligen Boxer Einhalt zu gebieten. Der rechtschaffene Chief Parker (Nick Nolte, „Warrior“) weiß, dass die normalen Rechtswege nicht gelten, wenn es um Mickey geht, da dieser zahlreiche Polizisten und Anwälte auf seiner Gehaltsliste hat. Deswegen heuert Parker Sergeant John O’Mara (Josh Brolin, „Men in Black 3“) an. O’Mara ist ein Polizist ohne Gewissen, der sich nicht darum schert, Regeln zu brechen, um die Bösen zu schnappen. Er soll ein Team zusammen stellen, mit dem er inoffiziell Cohens Organisation durch gezielte Attacken zerstört.

Seine Frau (Mireille Enos, „The Killing“) hilft ihm, eine Truppe unbestechlicher Hardliner zu finden, die seine Sache unterstützen. Der brutale Streifenpolizist Harris (Anthony Mackie, „Ein riskanter Plan“), Funk-Experte Keeler (Giovanni Ribisi, „Rum Diary“), der gealterte Pistolero Kennard (Robert Patrick, „Terminator 2“) und dessen Partner Ramirez (Michael Peña, „Shooter“) sind sofort mit an Bord. O’Maras desillusionierter Kollege Wooters (Ryan Gosling, „The Ides of March – Tage des Verrats“), der ein Verhältnis mit Cohens verführerischer Freundin Grace (Emma Stone, „Crazy, Stupid, Love.“) hat, lehnt zunächst dankend ab. Nach einem grausigen Zwischenfall schließt aber auch er sich dem „Gangster Squad“ an, was fortan gegen den übermächtigen und gut vernetzten Mickey Cohen in den Kampf zieht.

Cohen und O'Mara im Clinch (Quelle: Warner Bros. Pictures Germany)

Cohen und O’Mara im Clinch (Quelle: Warner Bros. Pictures Germany)

Ruben Fleischer sorgte mit seiner Horrorkomödie „Zombieland“ für einen weltweiten Hit, wodurch er nun über ein Budget von 60 Millionen US-Dollar für diesen Neo-Noir-Thriller verfügen konnte. Mit Mickey Cohen bildet eine reale Figur den Mittelpunkt der Geschichte, die mit fiktiven Elementen und Charakteren ausgeschmückt wird. Fleischer wurde nicht müde zu betonen, das er hier in seinem Lieblings-Genre dreht, was der Zuschauer (leider) streckenweise allzu deutlich sieht. Alles in dem Film wirkt ein wenig zu sehr auf Hochglanz poliert. Straßen und und Outfits wirken etwas zu glatt, was bei der einfachen aber sehr unterhaltsamen Story durchaus störend ins Gewicht fällt. Ansonsten setzt Fleischer alle Elemente des Genres mit brutalen Gangstern, coolen Polizisten und heißen Femme Fatales gut um.

 

Sean Penn brilliert mit platter Nase

Wooters lernt die hübsche Graace in einer Bar kennen. (Quelle: Warner Bros. Pictures Germany)

Wooters lernt die hübsche Graace in einer Bar kennen. (Quelle: Warner Bros. Pictures Germany)

Als Hauptdarsteller überraschte Ruben Fleischer zunächst mit der Besetzung von Sean Penn, da dieser dem echten Mickey Cohen nicht wirklich ähnlich sieht. Sobald aber Penn mit künstlich geplätteter Boxernase erstmals über die Leinwand gehuscht ist, relativiert sich jede Kritik. Er strahlt eine furchterregende Präsenz aus und verbreitet selbst unter den Zuschauern den gewaltigen Respekt, den alle vor einem Mafiaboss haben sollten. Er ist klar und unumstößlich das Machtzentrum von L.A. und dieses Films. Josh Brolin darf wieder einmal seine seit „No Country For Old Men“ wohlbekannte Rolle als Raubein, für den der Zweck die Mittel heiligt, ausüben. Diese Aufgabe meistert er ebenso souverän wie Ryan Gosling seinen Part als smarten Womanizer. Leider übertreibt es Gosling als Wooters gelegentlich mit arg aufgetragener Coolness.

Die eigentlich eher auf lustige Rollen festgelegte Emma Stone (die nebenbei in „Zombieland“ ihren großen Durchbruch hatte), spielt hier die klassische verruchte Gangsterbraut. Auch wenn sie erkennbar die ein oder andere künstliche Rundung hinzu bekommen hat, gefällt sie zu jeder Zeit. Nick Nolte als idealistischer Chief kommt nur wenig zum Zug, spielt aber ebenfalls gewohnt stark. Michael Peña, Giovanni Ribisi, Robert Patrick und Anthony Mackie als weitere Mitglieder des „Gangster Squad“ und Mireille Enos als Connie O’Mara komplettieren mit ordentlichen Leistungen den starken Hauptcast.

Insgesamt ist „Gangster Squad“ ein guter Neo-Noir-Thriller, der mit 40er Jahre Flair und prominenten Schauspielern punktet. Der große Wurf ist Ruben Fleischer dennoch nicht gelungen, da er das Stilistische teilweise über den Inhalt stellt und so den Zuschauer etwas auf Distanz zu den Figuren hält. Trotz eines positiven Gesamteindrucks verpasst er die Qualität von Genre-Perlen wie „Chinatown“ oder „L.A. Confidental“ relativ deutlich.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Warner Bros. Pictures Germany, YouTube

Gangster Squad

Originaltitel:Gangster Squad
Regie:Ruben Fleischer
Darsteller:Sean Penn, Ryan Gosling, Emma Stone
Genre:Noir-Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2012
Verleih:Warner Bros. Pictures Germany
Länge:113 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:24.01.2013

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 24.01.2013
Gangster Squad (Kino)

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