Review: Zombieland (Blu-ray)

Quelle: Sony Pictures

Die Vereinigten Staaten sind nicht mehr das, was sie mal waren: Wie der Rest der Welt wurde die USA von einer Seuche heimgesucht, die den Großteil der Menschheit in fleischfressende Zombies verwandelt hat. Einer der wenigen Überlebenden ist Columbus (Jesse Eisenberg), der ganz eigene Regeln hat, mit der Zombieplage umzugehen. Auf dem Weg seine Eltern in Columbus, Ohio, zu suchen, trifft er auf Tallahassee (Woody Harrelson), einem Haudegen, der auf der Suche nach dem letzten verbliebenen Twinkie-Snack ist. Beide beschließen einen Teil der Strecke gemeinsam zurückzulegen. Dabei treffen sie auf die Schwestern Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin), deren Ziel ein angeblich von der Seuche verschonter Vergnügungspark in Kalifornien ist. Mehr oder weniger freiwillig schließen sich die vier zusammen und machen sich auf den Weg Richtung Vergnügungspark. Ein kurzer Halt bei den Hollywoodstars in Beverly Hills darf dabei nicht fehlen.

Die von „Shaun of the Dead“ inspirierten Fernsehautoren Rhett Reese und Paul Wernick („The Joe Schmo Show“) planten zuerst, Zombieland als Pilotfilm für eine TV-Serie umzusetzen. Kurze Zeit später wurde aber entschieden, dass das Skript auch zu einem Kinofilm geeignet ist. Als Regisseur wurde der Werbefilmer Ruben Fleischer („30 Minuten oder weniger“) verpflichtet, der nach eigener Aussage außer „28 Days Later“ nie zuvor einen Horrorfilm gesehen hatte. Die Unerfahrenheit des Regisseurs merkt man dem Film aber in keiner Szene an. Der Film sprüht nur so vor originellen Einfällen, unter anderem die immer wieder, passend zur Situation, eingeblendeten Überlebensregeln von Columbus. Die Zombies und deren Lust auf Fleisch werden zudem so übertrieben dargestellt, dass man eher lachen, als vor Angst erschaudern muss. Besonders hervorzuheben ist der in Super-Zeitlupe gedrehte Vorspann des Films, der gut auf das einstimmt, was den Zuschauer in den nächsten knapp 90 Minuten erwartet. Von Anfang an wird ein hohes Tempo vorgelegt, das, bis auf ein paar kleiner ruhigere Momente, bis zum finalen Showdown beibehalten wird. Die Effekte können sich ebenfalls sehen lassen, obwohl die Splatterszenen (und davon gibt es reichlich) für schwache Gemüter wahrscheinlich zu heftig sind.  Die überaus hohe Gagdichte in Form von Onelinern Tallahassees oder ungewöhnlicher Entledigungsmethoden von Zombies trägt ihr Übriges dazu bei, dass der Film bestens unterhält.

Tolles Hauptdarsteller-Quartett mit sichtlich viel Spaß

Ein großes Plus des Films sind die Darsteller. In Zombieland kommen völlig unterschiedliche Charaktertypen zusammen und müssen gemeinsam ums Überleben kämpfen. Jesse Eisenberg („The Social Network“) passt als ängstlicher College-Außenseiter Columbus in diese Rolle wie die Faust auf’s Auge. Er ist einfach von Grund auf sympathisch und der Zuschauer kann sich recht schnell mit ihm identifizieren. Der absolute Gegenpol dazu ist der Draufgänger Tallahassee, gespielt von Woody Harrelson („2012“). Dem gebürtigen Texaner ist die Freude am Spiel in jeder Szene anzumerken. Aufgrund seiner radikalen und gleichzeitig einfallsreichen Tötungsmethoden sorgt er für die meisten Lacher im Film. Den weiblichen Gegenpart bilden Emma Stone („Crazy, Stupid, Love“) und Abigail Breslin („Beim Leben meiner Schwester“) als überaus abgebrühte Schwestern, die aber klar in der zweiten Reihe hinter den männlichen Hauptdarstellern stehen. Die damals 20-jährige Emma Stone biete eine gute Performance und sorgt für einen der wenigen romantischen Momente im Film. Abigail Breslin als frühreife 12-Jährige, die schon ausreichend Erfahrung mit dem Umgang von Waffen hat, spielt ebenfalls ordentlich. Die Freude am Spiel ist jedem der vier Hauptdarsteller in jeder Minute des Films anzumerken.Weitere Auftritte in Form von Cameos haben Mike White („School of Rock“) und Bill Murray („City of Ember“), der für eine der lustigsten Szenen im Film sorgt.

Regisseur Ruben Fleischer liefert einen erstklassigen Zombiefilm, der mit einem gut aufgelegten Cast, originellen Ideen und einem aberwitzigen Tempo zu überzeugen weiß. Zombieland unterhält von der ersten bis zur letzten Minute ausgezeichnet.

5 von 5 Punkten

Bild: Der Film überzeugt mit einer sehr guten Schärfe und einem satten Schwarzwert. Die Aufnahmen in Super-Zeitlupe sind sehr plastisch und detailliert. Eine Filmkörnung ist nicht festzustellen. Insgesamt bietet die Blu-Ray eine sehr gute Bildqualität.

5 von 5 Punkten

Ton: Der Ton liegt sowohl in Englisch als auch in Deutsch in DTS-HD Master Audio 5.1 vor. Der Sound ist sehr räumlich und wirkt besonders bei Zombi-Attacken sehr lebhaft. Die Soundeffekte sowie die Musik sind sehr basslastig, dabei bleiben die Dialoge aber jederzeit klar verständlich. Insgesamt die englische Tonspur ein wenig satter als die deutsche.

4,5 von 5 Punkten

Extras: Die Zombieland Blu-Ray bietet übliche Features wie entfallene Szenen, einen Audiokommentar mit den Darstellern Woody Harrelson & Jesse Eisenberg, Regisseur Ruben Fleischer und den Drehbuchautoren Rhett Reese & Paul Wernick, drei Clips zu der Entwicklung des Films, zum Set-Design und den visuellen Effekten und diverse Demo-Trailer. Wie es bei Sony Blu-Rays üblich ist, enthält auch Zombieland den so genannten movieIQ-Modus, mit dem sich während des Films Echtzeit-Informationen zu Cast & Crew, Musik und vieles mehr abrufen lassen. Zu guter Letzt gibt es noch das Bild im Bild Feature „Jenseits des Friedhofs“, welches szenenspezifische Informationen in einem kleinen Fenster anzeigt. Insgesamt sind die Extras zwar ganz lustig, aber weniger informativ, als der erste Eindruck vermuten lässt.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 4,5 von 5 Punkten

Quelle: Sony Pictures, YouTube

{lang: 'de'}

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.