Walton Goggins

Walton Goggins als Boyd Crowder in "Justified" (Quelle: Sony Pictures Home Entertainment)

Walton Goggins als Boyd Crowder in “Justified” (Quelle: Sony Pictures Home Entertainment)

Er hat in den letzten Jahren das Bild des raubeinigen Südstaatlers in Hollywood geprägt wie kaum ein Zweiter: der 40-jährige Walton Goggins aus Alabama. Schon in frühester Kindheit zog Goggins nach Douglas County, Georgia, wo er im Alter von 10 Jahren schon zu einer lokalen Berühmtheit wurde: Gemeinsam mit seiner Mutter errang er den Meistertitel im Clogging, einem in Nordamerika sehr populären Stepptanz. Durch diesen Erfolg wurden die beiden unter anderem eingeladen, mit einer Tanzeinlage das Konzert von Blues-Legende B.B. King im Fulton County-Gefängnis von Atlanta (!) zu eröffnen. So gewöhnte er sich schnell ans Rampenlicht, fand aber erst wesentlich später zur Schauspielerei. Seine erste schauspielerische Erfahrung sammelte er 1989 als Gastdarsteller der Serie „In der Hitze der Nacht“ (nach dem gleichnamigen Meisterwerk mit Sydney Poitier). Ein Jahr später, im Alter von 19 Jahren, gab er in dem TV-Film „Murder in Mississippi“ an der Seite von seiner späteren „The Shield“-Kollegin CCH Pounder sein Spielfilm-Debüt.

1992 konnte er dann schon Nebenrollen in der Kult-Serie „Beverly Hills 90210“ und dem Kino-Hit „Forever Young“ mit Mel Gibson und Jamie Lee Curtis ergattern. Schon zu dieser Zeit entwickelte er seine Leidenschaft für Reisen in fremde Länder und für die Fotografie, wofür er bis heute fast jede Minute seiner Freizeit opfert. Bis zum Ende der 1990er spielte er hauptsächlich Gastrollen in Serien („J.A.G.“, „NYPD Blue“ etc.) und in kleineren TV-Filmen. So war er 1998 gemeinsam mit Kenny Johnson, einem weiteren „The Shield“-Kollegen, in dem Fortsetzungsfilm „Zweite Liga – Die Indianer von Cleveland sind zurück“ vor der Kamera. Der Film erhielt aber sehr schlechte Kritiken und konnte nicht ansatzweise an den Erfolg der Vorgängerfilme anknüpfen. 2000 spielte er mit „Shang High Noon“ in seinem bislang kommerziell erfolgreichsten Film mit. Im Jahr 2001 produzierte er den Kurzfilm „The Accountant“ mit, der als „Bester Action-Kurzfilm“ Oscar-prämiert wurde. Im gleichen Jahr heiratete Goggins seine Freundin Leanne.

Shane Vandrell macht Goggins berühmt

Walton Goggins spielt 2013 in Tarantinos "Django Unchained" mit (Quelle: Sony Pictures)

Walton Goggins spielt 2013 in Tarantinos “Django Unchained” mit (Quelle: Sony Pictures)

2002 bekam er seine erste Serienhauptrolle, die ihm zum großen Durchbruch verhalf: In der vielfach preisgekrönten Polizeiserie „The Shield“ spielte er sieben Jahre lang den korrupten Polizisten Shane Vandrell. Für seine Darstellung des skrupellosen Shane, der für Familie und Freunde bereit ist, durch die Hölle zu gehen, wurde Goggins von Fans und Kritikern gefeiert und bekam 2009, nach dem Ende der Serie, eine Nominierung für den angesehenen Television Critics Association Awards. Während seinem Engagement bei „The Shield“ hatte Goggins noch Nebenrollen in dem Blockbuster „Die Bourne Identität“ und dem Rob Zombie-Kultfilm „Das Haus der 1000 Leichen“. 2004 musste Goggins einen schweren Schicksalsschlag verdauen: Goggins Frau Leanne, die an Depressionen litt, nahm sich ihr Leben. Der Schauspieler verdaute diesen Schicksalsschlag, indem er sich noch aktiver in zahlreiche gemeinnützige Organisationen wie Global Green USA einbrachte.

Erst nach dem Ende von „The Shield“ fand er dann wieder Zeit für andere erwähnenswerte Rollen. So spielte er 2010 und 2011 unter anderem in dem von Robert Rodriguez produzierten „Predators“, in „Cowboys & Aliens“ mit Harrison Ford und Daniel Craig sowie in dem hochgelobten Remake „Straw Dogs – Wer Gewalt sät“ mit. Darüber hinaus bekam er 2010 seine nächste Serienhauptrolle. In der Südstaaten-Krimiserie „Justified“ glänzt er als Boyd Crowder. Seine Serienfigur ist ein religiös verbohrter, regionaler Anführer der rechtsradikalen Arian Nation und macht seinem Schulfreund, Deputy Marshall Givens (gespielt von Timothy Olyphant) das Leben zur Hölle. Für seine tolle Leistung erhielt er 2011 seine längst überfällige erste Emmy-Nominierung als „Bester Nebendarsteller einer Drama-Serie“. Neben „Justified“ kann sich Walton Goggins aktuell kaum vor großartigen Nebenrollen retten: Neben der Bürgerkriegs-Serie „To Appomattox“ wurde er von Steven Spielberg in dessen „Lincoln“-Biographie, sowie von Quentin Tarantino in „Django Unchained“ besetzt. Es scheint so, als ob dieser außergewöhnlich talentierte Charaktermime auch auf der großen Leinwand endlich ins verdiente Rampenlicht rücken sollte.

Hier ist noch ein Interview mit Walton Goggins über seinen schauspielerischen Werdegang:


Quelle: BackStageCasting, YouTube

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 07.09.2012
Walton Goggins

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