Review: Normal

Das Artwork von "Normal" (© LEONINE, 2026)

Das Artwork von “Normal” (© LEONINE, 2026)

Inhalt: Ulysses (Bod Odenkirk, „Nobody“) hat ein paar anstrengende Jahre hinter sich. Da kommt der Job als Aushilfssheriff in dem Kaff Normal gerade richtig. Zwischen harmlosen Leuten wie Bürgermeister Kibner (Henry Winkler, „Parks and Recreation“) und Kneipenwirtin Moira (Lena Headey, „Game of Thrones“) möchte der frustrierte Gesetzeshüter zur Ruhe kommen. Doch ein Banküberfall macht ihm da einen Strich durch die Rechnung. Ulysses muss feststellen, dass das verschlafene Örtchen Zentrum einer kriminellen Verschwörung ist, an der sich fast alle Bewohner beteiligen. Plötzlich muss er alleine um sein Leben kämpfen.

 

Kritik: In den 2010ern machte sich Ben Wheatley mit unterhaltsamen Genre-Werken wie „Sightseers“, „High-Rise“ und „Free Fire“ international einen Namen. Zuletzt wurde es dann abgesehen von dem High-Budget-Trash „MEG 2“ eher ruhig um den englischen Filmemacher. Der augenzwinkernde Actionfilm „Normal“, bei dem Hauptdarsteller Bob Odenkirk auch als Co-Autor mitwirkte, sollte eine Rückkehr zu alter Form sein. Das ist nur teilweise gelungen. Zu Anfang nimmt sich der Film recht viel Zeit, um den Protagonisten in die „Fargo“-eske Welt der titelgebenden Kleinstadt einzuführen. Die Atmosphäre ist stimmig, auch wenn Wheatley natürlich nicht das außergewöhnliche Gespür der Coen-Brüder für skurril-bösen Humor hat. Knapp vor dem Mittelpunkt kommt es dann zur Eskalation.

 

Wie vertrauenswürdig ist Moira? (© LEONINE, 2026)

Wie vertrauenswürdig ist Moira? (© LEONINE, 2026)

In der zweiten Hälfte wird nach Lust und Laune geballert, gesprengt und geschlitzt. Das ist teilweise schick inszeniert und kreativ, wirkt aber im eigentlich leichtverdaulichen Kontext von „Normal“ oft arg zynisch. Die Inszenierung von Bob Odenkirk als neuem Liam Neeson ist nicht von der Hand zu weisen. Nach dem Volltreffer „Nobody“ (und einer soliden Fortsetzung) hat er sich hier selbst die Rolle des übellaunigen Actionhelden wieder Willen auf den Leib geschneidert. Auch wenn Odenkirk sichtlich Spaß hat und immer ein gewisser Unterhaltungswert vorhanden ist, bleibt der Film über viele Phasen ebenso generisch wie die Produktionen, mit denen Neeson in den letzten Jahren reihenweise sein Publikum beglückte. Bei den schrägen Dorfbewohnern fährt „Normal“ doch eine ganz schöne Anzahl an bekannten Namen auf. Leider werden schauspielerische Schwergewichte wie Lena Headey und Henry Winkler hier kaum gefordert.

 

Auch wenn nach einer etwas zu langen Startphase richtig derbes Action-Entertainment mit einem guten Protagonisten geboten wird, will der Film nicht ganz zünden. Ein arg handelsübliches Handlungsgerüst, tonale Fehlgriffe und vergeudete Schauspiel-Talente führen dazu, dass sich „Normal“ am Ende als brauchbares Genre-Mittelmaß einordnet.

3 von 5 Punkten

Der Film ist ab dem 31.07.2026 auf DVD, Blu-ray und 4K-UHD sowie bereits ab dem 16.07.2026 digital erhältlich.


Quelle: Leonine, YouTube

Normal

Originaltitel:Normal
Regie:Ben Wheatley
Darsteller:Bob Odenkirk, Lena Headey, Henry Winkler
Genre:Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2025
Verleih:Leonine Studios
Länge:94 Minuten
FSK:ab 18 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Leonine Studios

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 16.07.2026
Review: Normal

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