Review: House of Gucci (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "House of Gucci" (© Universal Pictures)

Das Blu-ray-Cover von “House of Gucci” (© Universal Pictures)

Inhalt: Die lebenslustige Patrizia Reggiani (Lady Gaga, „A Star Is Born“) kommt aus eher einfachen Verhältnissen. Auf einer Party lernt sie Maurizio (Adam Driver, „The Report“), den Sohn von Mode-Unternehmensfürst Rodolfo Gucci (Jeremy Irons, „The Mission“), kennen und lieben. Obwohl es über die Beziehung zu einem Zerwürfnis mit dem Vater kommt, heiraten die beiden. Dank Patrizias Ehrgeiz und der Unterstützung von Maurizios Onkel Aldo (Al Pacino, „Serpico“), steigt das Pärchen im Unternehmen auf. Doch aufgrund von fehlgeleiteten Ambitionen entstehen bald bizarre Intrigen und Familienstreitigkeiten, die für einige Guccis im Gefängnis, für ein Clan-Mitglied sogar auf dem Friedhof enden.

 

Kritik: Es war eine der ersten großen Award-Kandidaten der Saison, als die seit 15 Jahren geplante Verfilmung von Sarah Gay Fordens „True Crime“-Roman „House of Gucci“ durch Altmeister Ridley Scott angekündigt wurde. Wie man inzwischen weiß, konnte man diese Erwartungen nur sehr bedingt erfüllen. Dennoch ist das mit 158 Minuten sehr ausufernde Endergebnis weit entfernt davon, ein schlechter, geschweige denn langweiliger Film zu sein.

Ist Onkel Aldo Freund oder Feind? (© 2021 Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc. All Rights Reserved.)

Ist Onkel Aldo Freund oder Feind? (© 2021 Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc. All Rights Reserved.)

Scott interpretiert „House of Gucci“ als sehr hoch skalierte Seifenoper inklusive Shakespeare-Einschlag, die mit tollen Schauwerten, aufgedrehten Darstellern und einer Reihe kurioser Momente aufwartet. Der zentrale Punkt, an den sich wohl jeder Zuschauer erinnern wird, sind die kauzigen, italienischen Akzente der Darsteller (nach Möglichkeit dafür unbedingt die englische Fassung gucken). Auch wenn das Geschehen sicherlich das eine oder andere Mal chaotisch wird und auch Kürzungsoptionen nicht von der Hand zu weisen sind, ist das Gezeigte eigentlich immer funktionstüchtig und unterhaltsam.

Das liegt unter anderem an einer Powerhouse-Performance von Italo-Amerikanerin Lady Gaga, die durch Spielspaß und höchste Emotionalität das Geschehen zusammenhält. Sie ergänzt sich perfekt mit Adam Driver, der mit einem intelligent gespielten, wesentlich geerdeteren Part das perfekte Gegengewicht gibt. Die vielleicht denkwürdigste Rolle von „House of Gucci“ verkörpert aber Jared Leto, der mit spektakulärer Maske und einem Akzent, der frisch aus der Welt von „Super Mario“ stammen könnte, einen spaßigen Comic Relief darstellt. Seine Nominierung für die „Goldene Himbeere“ ist (ähnlich wie bei Ben Affleck für Ridley Scotts „The Last Duel“) einfach nur dumm und frech. Die beiden Leinwand-Legenden Al Pacino und Jeremy Irons dürfen als ältere Gucci-Generation ihre immer noch vorhandenen Qualitäten ausspielen.

Auch wenn es Ridley Scott nicht schafft, in erhoffte Meisterwerk-Sphären vorzustoßen, ist „House of Gucci“ aufgedrehtes, exzentrisches und immer schön anzusehendes Hollywood-Kino der alten Schule, das trotz (oder vielleicht sogar wegen) seiner vorhandenen Probleme im Gedächtnis bleibt.

Patrizia und Maurizio schreiten zum Altar (© 2021 Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc. All Rights Reserved.)

Patrizia und Maurizio schreiten zum Altar (© 2021 Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc. All Rights Reserved.)

Der Film ist ab dem 10.03.2022 auf DVD und Blu-ray sowie ab dem 10.02.2022 digital erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Auch wegen des hohen (modischen) Anspruchs kann die Blu-ray problemlos punkten. Schärfe und Detaildarstellung sind immer zufriedenstellend. Die Farbpalette passt sich mit warmen und kalten Tönen der jeweiligen Stimmung an und wirkt dabei immer natürlich. Die Kostüme kommen hier besonders gut zur Geltung. Kontraste und Schwarzwert wurden sauber eingestellt. Groß nennenswerte Bildfehler sind nicht ins Auge gestochen.

4,5 von 5 Punkten

Ton: Die deutsche und die englische Dolby Atmos-Spur (die auch ansprechend auf Dolby-TrueHD-5.1 heruntergerechnet werden) werden dem pompösen Film gerecht. Natürlich ist das Geschehen eher frontlastig, was in einer immer optimalen Dialogwiedergabe zum Ausdruck kommt. Wirkliche Räumlichkeit ist eher rar, wird aber in den vereinzelten Fällen (Soundtrack, Modenschau, Straßenverkehr) schön umgesetzt.

4 von 5 Punkten

Extras: Ein Making of (10 Minuten) und zwei Featurettes (11 Minuten) komplettieren die Blu-ray.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, YouTube

House of Gucci

Originaltitel:House of Gucci
Regie:Ridley Scott
Darsteller:Lady Gaga, Adam Driver, Al Pacino
Genre:Drama, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2021
Verleih:Universal Pictures
Länge:158 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universal Pictures

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 07.03.2022
Review: House of Gucci (Blu-ray)

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Wir setzen Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. („Google“) ein. Google verwendet Cookies. Wir setzen Google Analytics nur mit aktivierter IP-Anonymisierung ein.  Mehr Informationen zur Verwendung von Google Analytics finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Diese pseudonymisiert erhobenen Daten helfen uns, ein besser auf das Leser-Interesse abgestimmtes Programm anzubieten. Hier klicken um dich auszutragen.
Consent Management Platform von Real Cookie Banner