Review: Barbarians (Fantasy Filmfest Nights)

Das Plakat von "Barbarians" (© Blue Finch)

Das Plakat von “Barbarians” (© Blue Finch)

Inhalt: Zu seinem Geburtstag laden Filmregisseur Adam (Iwan Rheon, „S.U.M. 1“) und die populäre Künstlerin Eve (Catalina Sandino Moreno, „The Affair“) den befreundeten Immobilienspekulanten und Social-Media-Star Lucas (Tom Cullen) mitsamt Freundin Chloe (Inès Spiridonov) in ihr todschickes Landhaus ein. Was als Abend voller freundschaftlicher und geschäftlicher Gespräche – Lucas ist auf dem Papier immer noch Eigentümer von Adams Haus – geplant ist, läuft schnell aus dem Ruder. Zwischen respektlosen Neckereien und unangenehmen Geheimnissen brechen bald handfeste Streitigkeiten zwischen den Pärchen aus. Da weiß aber noch niemand, welche Überraschung noch vor der Tür wartet.

Kritik: Charles Dorfman ist ein seit vielen Jahren international anerkannter Produzent. So wirkte er zuletzt an dem für drei Oscars nominierten „Frau im Dunklen“ mit. Der Thriller „Barbarians“ ist jetzt sein Einstand als Autor und Regisseur. Dabei macht er mit diesem Beinahe-Kammerspiel, in dem nicht nur finanzielle Motive zwischen den befreundeten Figuren für Missstimmungensorgen, sehr viel richtig. Die radikal unsubtilen Religionsmotive (Adam und Eva genießen in „ihrem kleinen Stück vom Paradies“ das „letzte Abendmahl“) werden mit fortlaufendem Film und den entsprechenden Streitigkeiten immer amüsanter. Obwohl lange Zeit nicht viel passiert, ist „Barbarians“ ausgesprochen kurzweilig. Wo alles langsam auf den Siedepunkt hinausläuft, punktet Dorfman mit einem wahrlich gelungenen Twist.

Freundschaften werden auf eine harte Probe gestellt (© Blue Finch)

Freundschaften werden auf eine harte Probe gestellt (© Blue Finch)

 

Leider ist es aber genau diese Wendung, die dem Film ein wenig auf die Füße fällt. Es hat fast den Anschein, als ob man nicht wirklich wusste, wie man mit den Ereignissen umgehen soll. Was lange Zeit schwarzhumorig und verspielt wirkt, wandelt sich zu düsterer und sehr handelsüblicher – aber zumindest brauchbarer – Thrillerkost. Die guten Darsteller kommen in dieser Spätphase zu wenig zur Geltung. Der jahrelange „Game of Thrones“-Widerling Iwan Rheon zeigt hier als ambitionierter, eher zurückhaltender Adam, dass er durchaus wandelbar ist. Catalina Sandino Moreno ist als charismatischer Künstlertyp so ein wenig das Herz des Geschehens. Tom Cullen in der Rolle des herrlich unsympathischen Douche-Bro und Inès Spiridonov als stets pragmatische Freundin spielen den beiden gut zu. „Sex Education“-Schulrabauke Connor Swindells gesellt sich in einer Minirolle zum Cast.

„Barbarians“ ist ein lange Zeit ordentliches, phasenweise sogar richtig starkes Regiedebüt von Charles Kaufman, das in seiner Spätphase etwas den Faden verliert und so einen noch besseren Gesamteindruck verfehlt.

3,5 von 5 Punkten

Der Film gehört zum Programm der Fantasy Filmfest Nights 2022.


Quelle: Fantasy Filmfest, Vimeo

Barbarians

Originaltitel:Barbarians
Regie:Charles Dorfman
Darsteller:Iwan Rheon, Catalina Sandino Moreno, Tom Cullen, Inès Spiridonov
Genre:Thriller
Produktionsland/-jahr:UK, 2021
Verleih:Blue Finch Film Releasing
Länge:89 Minuten
FSK:tba

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite vom Fantasy Filmfest

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 29.03.2022
Review: Barbarians (Fantasy Filmfest Nights)

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