Review: Halloween Kills (Kino)

Das Plakat von "Halloween Kills" (© Universal Pictures)

Das Plakat von “Halloween Kills” (© Universal Pictures)

Inhalt: Eigentlich hatte die schwer verletzte Laurie Strode (Jamie Lee Curtis, „Knives Out – Mord ist Familiensache“) gehofft, Michael Myers (James Jude Courtney) im Keller eines brennenden Hauses auf Dauer begraben zu haben. Leider müssen sie, Tochter Karen (Judy Greer, „Uncle Frank“) und Enkelin Allyson (Andi Matichak) im Krankenhaus erfahren, dass der maskierte Killer aus seiner feurigen Beinahe-Ruhestätte geflüchtet ist. Schnell zieht sich wieder eine Spur der Verwüstung durch Haddonfield. Die wird auch nicht besser, als Tommy Doyle (Anthony Michael Hall, „Dead Zone“) – der bei Michaels erster Mordnacht von Laurie beaufsichtigt worden war – eine Bürgerwehr für den Kampf gegen den Serienmörder versammelt. Doch Myers lässt sich auch von Massen nicht so leicht stoppen.

 

Kritik: Im Jahr 2018 feierte „Halloween“ – 40 Jahre nach dem Release von Carpenters gleichnamigem Genre-Klassiker – unter der Schirmherrschaft von Regisseur David Gordon Green („Stronger“) ein durchaus beachtliches Comeback. Deshalb durfte man durchaus gespannt sein, wie das gleiche Team die Geschichte in ihrem zweiten Teil (einer Trilogie) weiterführt. Die Antwort hält sich so nah an die Sequel-Vorgaben von Randy (Jamie Kennedy) aus „Scream“ („Mehr Blut und mehr Gekröse“), dass es fast schon wieder unerfreulich wird. Nach einer brutalen, aber ziemlich einfallslos umgesetzten Eröffnungsnummer Michaels, der ein ganzes Einsatzkommando der Feuerwehr in arge Mitleidenschaft zieht, startet ein unkontrollierter und sprunghafter Plot. Dabei schleichen sich immer wieder gute Einfälle und Momente in das ziellos anmutende Treiben von „Halloween Kills“.

Laurie ist mies drauf (© Universal Pictures)

Laurie ist mies drauf (© Universal Pictures)

Wenn sich die Oldies Laurie (Jamie Lee Curtis) und Hawkins (Will Patton) sarkastisch über die Situation in Haddonfield auslassen oder Michael Myers rund um einen Spielplatz (in der zweifelsohne besten Phase des Films) eine Truppe wehrhafter Bürger ebenso spannend wie schwarzhumorig aus dem Verkehr zieht, liefert Green die erhofft starke Ergänzung zum Franchise. Das bleiben leider Momentaufnahmen. Eine recht bizarre Sequenz, in der Tommy Doyle (Anthony Michael Hall) Mitmenschen und Zuschauern (also denen, die sich dazu entscheiden, aus irgendeinem Grund mit dem zweiten Filme des zweiten Reboots in „Halloween“ einzusteigen) erklärt, wer Michael Myers ist, wird nur noch von dem unwürdigen Gastauftritt eines CGI-Donald-Pleasance unterboten, der für die spektakulärste Anwendung des „Uncanny-Valley-Effekts“ seit „Cats“ sorgt.

Es wird viel Raum für eine Bürgerwehr geboten, die im Gegensatz zur raubeinigen 80er-Variante hier eine ganze Ladung Moralismus und Melodramatik im Gepäck hat. Szenen, die für den reinen Blutgehalt hinzugefügt worden sind, dabei aber keinerlei inhaltliche Bindung zur Handlung haben, erhöhen den ohnehin durchwachsenen Spannungsgehalt nicht. Ein paar nette Verweise an die Originalreihe sorgen zumindest gelegentlich für Spaß. Schauspielerisch hält „Halloween Kills“ und der Cast um Jamie Lee Curtis das ordentliche Niveau seines Vorgängers. 80er-Star Anthony Michael Hall ist hier in einer grundsoliden, aber eher undankbaren Nebenrolle zu sehen. Neben dem wieder vertretenen Nick Castle tritt mit Charles Cyphers, der den in die Jahre gekommenen Sheriff Brackett spielt, ein weiterer Darsteller aus dem ersten „Halloween“ auf.

Gute Phasen, eine überzeugende Besetzung und ein paar nette Ideen stehen in diesem Film einem teils melodramatischen, teils sadistischen und allgemein unstrukturierten Slasher-Geschehen gegenüber. Auch wenn die inzwischen 12 Filme umfassende Reihe sicherlich schon tiefere Täler durchschritten hat, muss „Halloween Kills“ als Enttäuschung gewertet werden.

2,5 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, YouTube

Halloween Kills

Originaltitel:Halloween Kills
Regie:David Gordon Green
Darsteller:Jamie Lee Curtis, Judy Greer, Andi Matichak
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2021
Verleih:Universal Pictures
Länge:105 Minuten
FSK:ab 18 Jahren
Kinostart:21.10.2021

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universal Pictures

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 18.10.2021
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