Review: Dead Zone (DVD)

Der Hauptcast aus Staffel 1 (Quelle: Paramount Home Entertainment)

Der Hauptcast aus Staffel 1 (Quelle: Paramount Home Entertainment)

Inhalt: Johnny Smith (Anthony Michael Hall, Brian aus „The Breakfast Club“) aus Maine hat nicht nur den gewöhnlichsten Namen Amerikas: Auch sonst führt der sympathische Biologielehrer um die 30 ein recht unauffälliges und sorgenfreies Leben mit seiner hübschen Verlobten Sarah (Nicole de Boer, Leaven aus „The Cube“), die von ihm schwanger ist. Finanziell sind die beiden abgesichert, da Johnnys Mutter Vera (Anna Hagan), eine religiöse Powerfrau, äußerst wohlhabend ist. Sein Leben ändert sich auf einen Schlag, als Johnny von einem Jahrmarkt und einen schweren Autounfall hat, den er nur knapp überlebt. Als er im Krankenhaus wieder zu sich kommt, muss er erfahren, dass er sechs Jahre im Koma gelegen hat.

Kritik: Sarah hat inzwischen den patenten Sheriff Walt Bannerman (Chris Bruno, Agent Wheatley aus dem „Prison Break“- Spin off-Film „Ein letzter Schritt zur Freiheit“) geheiratet, sein Sohn J.J. (Spencer Achtymichuk, „The Final Cut“) hat keine Ahnung, wer Johnny ist und seine Mutter ist inzwischen verstorben und hat ihr ganzes Geld dem zwielichtigen Reverend Gene Purdy (David Ogden Stiers, Major Winchester aus „M*A*S*H) zu Verwaltung überlassen. Nur mühsam findet Johnny mit Hilfe seines Physiotherapeuten und bald engen Freund Bruce Lewis (John L. Adams) zurück in den Alltag. Darüber hinaus entdeckt er an sich eine neue Fähigkeit: Wenn er Gegenstände und Menschen berührt, sieht er Vorkommnisse aus Vergangenheit und Zukunft.

Schon bald setzt er seine Gabe ein, um Sarahs Mann Walt bei der Polizeiarbeit zu unterstützen. Eines Tages, als Reverend Purdy ihm den arroganten, aufstrebenden Politiker Greg Stillson (Sean Patrick Flanery, Connor MacManus aus „Der blutige Pfad Gottes“) vorstellt, erhält Johnny eine Vision, die ihn zum eigenmächtigen Handeln auffordert: Er sieht das Ende der Welt. Von nun an setzt er alles daran, Stillsons Weg zur Macht zu stoppen.

Greg Stillson aus einer Pressekonferenz (Quelle: Paramount Home Entertainment)

Greg Stillson aus einer Pressekonferenz (Quelle: Paramount Home Entertainment)

King und Cronenberg ebnen den Weg

Die Serie basiert auf dem Stephen King-Roman „Dead Zone – Das Attentat“ aus dem Jahr 1979. Vier Jahre danach wurde die Geschichte bereits von Starregisseur David Cronenberg („Die Fliege“) verfilmt. Der Thriller, in dem Christopher Walken (Oscar für „Die durch die Hölle gehen“) als Smith, Martin Sheen („Apocalypse Now“) als Stillson und Tom Skerrit („Alien“) als Sheriff Bannerman zu sehen waren, erhielt gute bis sehr gute Kritiken. Im Jahr 2002 startete dann der Sender USA Network die Neuauflage für das TV und änderte einige Details zum Ausgangsmaterial. (Im Roman war Sarah beispielsweise nicht mit Bannerman, sondern einem namentlich nicht genannten Juristen verheiratet und sie hatte auch kein Kind mit Johnny/der Physiotherapeut Bruce existierte nicht). Da die Serie speziell in den ersten Episoden sehr nah am Buch bleibt, kommt der Zuschauer dennoch schnell mit der veränderten Ausgangslage zurecht.

Johnny wartet auf eine Vision (Quelle: Paramount Home Entertainment)

Johnny wartet auf eine Vision (Quelle: Paramount Home Entertainment)

Die gut charakterisierten Hauptfiguren wachsen schnell ans Herz und die übernatürlichen Visionen Johnnys werden meist unaufdringlich in die Handlung eingearbeitet, sodass der Fantasyanteil nicht zu groß wird. Viele der Episoden laufen dabei aber nach dem gleichen Schema ab: Durch Zufall hat Johnny eine Vision von einem schlimmen Ereignis, dem er dann mit Walt, Bruce oder Sarah nachgeht. Dabei schwankt das Niveau von hochspannend bis recht langweilig. Durchgehend stark ist hingegen die Armageddon-Geschichte um den schmierigen Greg Stillson, die als roter Faden für die Geschichte dient. Während dieser Episoden entstehen regelmäßig herrliche Katz- und Mausspiele zwischen den Stillson und Johnny und als Zuschauer spürt man regelrecht die bevorstehende Eskalation.

Ex-Bratpack-Mitglied Anthony Michael Hall kann hier als übernatürlich begabter Ex-Komapatient das große Erbe von Christopher Walken antreten. Hall überzeugt dank seiner tollen Ausstrahlung und ist erkennbar der Star der Sendung. Nicole de Boer ist auf den ersten Blick das typische Girl next Door: Die Kanadierin ist attraktiv, sympathisch und süß. Wenn aber jemand etwas gegen ihre Familie unternimmt, zeigt sie ihren ganzen Kampfgeist und ihren integren Charakter. Insgesamt ist Sarah eine tolle Figur, die von der ansonsten recht unbekannten Nicole de Boer stark verkörpert wurde. Chris Bruno, John L. Adams und David Ogden Stiers agieren auf gutem TV-Niveau. Die taffe Journalistin Dana Bright, die von Kristen Dalton („Jack Reacher“) gespielt wurde, ging den Zuschauer wohl nach einiger Zeit (nicht zu Unrecht) auf die Nerven und wurde aus der Serie geschrieben.

Walt und Sarah gemeinsam (Quelle: Paramount Home Entertainment)

Walt und Sarah gemeinsam (Quelle: Paramount Home Entertainment)

Da jeder starke Protagonist einen ebenso starken Gegenspieler braucht, hing einiges von Sean Patrick Flanerys Leistung als Greg Stillson ab, als er am Ende von Staffel 1 zur Sendung stieß. Da aber Flanery bei seinen 19 Auftritten wunder doppelbödig agiert und mit augenzwinkernden Dialogen immer wieder Zweifel an der Art seiner Gesinnung aufkommen lässt, stellt er teilweise sogar den vorzüglichen Anthony Michael Hall in den Schatten.

Bis einschließlich Staffel 5 konnte die Qualität der Sendung aufrecht erhalten werden. Als dann aber in Staffel 6 aus Kostengründen der Drehort nach Kanada verlegt wurde, einige Darsteller die Serie verließen und auch die bis dahin erstaunlich konsequente innere Logik über Bord geworfen wurde, schaufelte die Serie ihr eigenes Grab und wurde ohne zufriedenstellendes Ende 2007 abgesetzt.

Die kreativen Köpfe hinter der Show Michael und Shawn Piller haben aus einem kurzweiligen Roman viel Stoff herausgekitzelt und eine, trotz immer wieder schwächeren Folgen, überdurchschnittliche Krimiserie mit Fantasyelementen kreiert. Die Art und Weise, wie der Sendung am Ende die Luft ausging, enttäuschte Fans und Kritiker gleichermaßen. Im Gegensatz zu den USA blieb „Dead Zone“ der Erfolg in Deutschland verwehrt. Im Jahr 2005 strahlte RTL II einige Episoden der ersten Staffel aus, setzte die Sendung aber kurze Zeit später wegen schlechter Quoten wieder ab. Dadurch verpassten viele Zuschauer eine Serie, die, vor allem dank der Leistungen von Anthony Michael Hall und Sean Patrick Flanery, sehenswert gewesen wäre. Für die deutschen Fans brachte Paramount Home Entertainment ab 2007 alle Staffeln der Serie auf DVD mit deutschem Ton auf den Markt.

3 von 5 Punkten

Quelle: SupernaturalEarth, YouTube

Dead Zone - Die Serie

Originaltitel:Dead Zone
Entwickler:Shawn und Michael Piller
Darsteller:Anthony Michael Hall, Nicole de Boer, Sean Patrick Flanery
Genre:Krimi-Serie
Produktionsland/-jahr:USA, 2002-2007
Verleih:Paramount Home Entertainment
Länge:80 Episoden zu je 42Minuten
FSK:ab 16 Jahren

 

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