Review: Candyman (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Candyman" (© Universal Pictures)

Das Blu-ray-Cover von “Candyman” (© Universal Pictures)

Inhalt: Gerade erst ist der ambitionierte Künstler Anthony McCoy (Yahya Abdul-Mateen II, „Aquaman“) mit seiner Freundin Brianna (Teyonah Parris, „Beale Street“) ins frisch gentrifizierte Chicagoer Viertel Cabrini Green gezogen. Da er wegen einer nahenden Ausstellung nach dringend benötigter Inspiration sucht, ist er froh, als er den seit Jahrzehnten in der Ecke lebenden William (Colman Domingo, „Assassination Nation“) trifft. Der erzählt ihm die Geschichte vom Candyman (Michael Hargrove), der unschuldig einen brutalen Tod starb und jedes Mal eine blutige Rückkehr feiert, wenn ihn jemand über einen Spiegel beschwört. Anthony ist fasziniert und entwickelt seine beste Arbeit in langer Zeit. Als es dann aber in seinem Umfeld erste Todesfälle gibt und auch er düstere Veränderungen an sich bemerkt, wird ihm klar, dass er sich mit finsteren Mächten eingelassen hat.

 

Kritik: Basierend auf dem Buch „The Forbidden“ von Clive Barker feierte der Candyman (großartig: Tony Todd) im Jahr 1992 sein filmisches Debüt. Nach zwei eher durchwachsenen Fortsetzungen wurde der Slasherheld mit der Hakenhand 1999 in den einstweiligen Ruhestand geschickt. Oscar-Preisträger Jordan Peele („Get Out“) sah jetzt die Zeit gekommen, die Figur in die Gegenwart zu transportieren. Als Co-Autor und Produzent verlieh er der Geschichte gemeinsam mit der begabten Jung-Regisseurin Nia DaCosta einen frischen Anstrich. Herausgekommen ist eine Gruselgeschichte, die sich Peele-typisch mit aktuellen US-Alltagsproblemen (Polizeigewalt, Gentrifizierung) auseinandersetzt, bei all den finsteren Themen aber nicht das gewisse Augenzwinkern vermissen lässt.

Anthony stößt bei seiner Recherche auf einen finsteren Ort (© Universal Pictures)

Anthony stößt bei seiner Recherche auf einen finsteren Ort (© Universal Pictures)

DaCosta beweist ein Auge für morbide-schöne Bilder und ein Gespür für eine sehr dichte Atmosphäre, die den Geist des Originals atmet, ohne wie ein Remake (mit Twist) zu wirken. Das bedeutet aber nicht, dass der neue „Candyman“ ohne Probleme wäre. Bis zu seinem konsequenten Schlusspunkt schlägt der Film ziemlich ruhige Töne an. Die funktionieren an manchen Stellen, lassen das Geschehen in anderen Momenten aber schon sehr behäbig wirken. Obwohl diese Neuauflage ziemlich rund wirkt, ist sie für einen Horrorfilm (auch im Vergleich zu Peeles Regiearbeiten) zu weit davon entfernt, wirklich spannend, geschweige denn beängstigend zu werden. Hier hätten dem Film ein paar Zugeständnisse an das Genre gut getan.

Yahya Abdul-Mateen II als Künstler, der immer tiefer in den Abgrund des „Candyman“-Wahnsinns rutscht und Teyonah Parris, die als besorgte Freundin gegen den Verfall ihres Partners ankämpft, sind durchaus überzeugende Hauptdarsteller. Das hervorstechende Cast-Mitglied ist zweifelsohne Colman Domingo, der als Viertel-Ureinwohner schon mit reinem Charisma für ein paar der besten Momente im Film sorgt.

Auch wenn der neue „Candyman“ etwas mehr Elan und Spannung vertragen hätte, liefert Nia DaCosta ein hochwertig inszeniertes und mit durchaus Substanz ausgestattetes Reihen-Revival, das kaum weiter von den reinen Nostalgie-Remakes der letzten Jahre entfernt sein könnte.

Candyman ist wieder da! (© Universal Pictures)

Candyman ist wieder da! (© Universal Pictures)

Der Film ist ab dem 06.01.2022 auf 4K-UHD Blu-ray, DVD und Blu-ray sowie bereits seit dem 24.12.2021 digital erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Trotz der bewusst etwas kränklich anmutenden, grün-grau-braunen Farbpalette sieht „Candyman“ auf Blu-ray großartig aus. Schärfe, Klarheit und Detaildarstellung hätten kaum besser sein können. Im Rahmen des gewählten Stils ist die Farbpalette natürlich und knackig. Kontraste und Schwarzwert wurden sauber eingestellt. Wirklich nennenswerte Unsauberkeiten sind bei dieser ruhigen Präsentation nicht ins Auge gefallen.

4,5 von 5 Punkten

Ton: Eine deutsche und eine englische Dolby-Atmos-Spur (die bei Bedarf gelungen auf Dolby True HD heruntergerechnet werden) transportieren die Atmosphäre des Films auf die Boxen. Die Abmischung ist dynamisch und präzise. Hintergrundgeräusche und Score sorgen – trotz des eher ruhigen Grundtons des Films – für eine regelmäßige und stets gut ausbalancierte räumliche Atmosphäre. Wenn es Effekte gibt, liefert die Vertonung ordentlich ab. Da auch die Dialogwiedergabe bei dieser sauberen, klaren Tonpräsentation keine Probleme verursacht, bewegt sich „Candyman“ nahe an der Höchstwertung.

4,5 von 5 Punkten

Extras: Ein verzichtbares alternatives Ende (3 Minuten), ein paar entfernte Szenen (6 Minuten), sechs abwechslungsreiche Featurettes (insgesamt 34 Minuten) und eine durchaus lohnende Gesprächsrunde zum Thema „schwarzer Horror“ (20 Minuten) bieten einen solide Mehrwert zur Blu-ray. Deutsche Untertitel liegen bei.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten


Quelle: Universal, YouTube

Candyman

Originaltitel:Candyman
Regie:Nia DaCosta
Darsteller:Yahya Abdul-Mateen II, Teyonah Parris, Nathan Stewart-Jarrett, Colman Domingo
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2021
Verleih:Universal Pictures
Länge:91 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universal

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 29.12.2021
Review: Candyman (Blu-ray)

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