Review: Boss Level (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Boss Level" (© Leonine Distribution)

Das Blu-ray-Cover von „Boss Level“ (© Leonine Distribution)

Inhalt: Eigentlich hatte sich Ex-Elite-Soldat Roy Pulver (Frank Grillo, „Stephanie – Das Böse in ihr“) einen entspannten Ruhestand gewünscht, in dem Whiskey, hübsche Frauen und Sohnemann Joe (Frank Grillos echter Sohn Rio Grillo) die Hauptrollen spielen. Doch seit kurzem wird er regelmäßig von einem Killer in seinem Schlafzimmer geweckt. Kann er diesen ausschalten, folgen schnell weitere Gestalten, die ihn ausknipsen wollen. Das Ende seines Tages ist immer gleich: Roy stirbt und landet wieder in seinem Schlafzimmer. Auf der Suche nach den Motiven entdeckt er ein geheimes Regierungsprojekt, an dem seine ehemalige Freundin Jemma (Naomi Watts, „Stunde der Angst“) gewerkelt hat. Schnell vermutet er ihren Boss Ventor (Mel Gibson, „Dragged Across Concrete“) und dessen hünenhaften Sicherheitschef Brett (Will Sasso, „Irresistible – Unwiderstehlich“) hinter den Killerkommandos. Doch weshalb haben es die beiden auf Roy abgesehen? Bei der Beantwortung bleibt nicht viel Zeit, da die ständige Wiederholung einen hohen Preis einfordert.

 

Kritik: Harold Ramis‘ „… und täglich grüßt das Murmeltier“ aus dem Jahr 1993, in dem Bill Murray als übellauniger Wetterfrosch ein und denselben Tag immer wieder erleben muss, gilt längst als Klassiker. In den letzten Jahren durfte die Zeitschleifen-Prämisse für verschiedene Szenarien herhalten, wobei „Happy Deathday“, „Edge of Tomorrow“ und der Geheim-Tipp „Palm Springs“ nur ein paar Beispiele sind. Jetzt schickt Joe Carnahan („The Grey – Unter Wölfen“) seinen Protagonisten in einen Tag voller Verschwörungen und verrückter Killer, die den armen Roy immer wieder zurück auf die Startposition schicken. Was schnell zum müden „Style Over Substance“-Abklatsch der bekannten Vorbilder verkommen wäre, macht im Fall von „Boss Level“ große Laune.

Das liegt sicherlich zu großen Teilen an dem gelungenen Drehbuch, das Carnahan gemeinsam mit den Brüdern Chris und Eddie Borey geschrieben hat. So findet die Geschichte eine gute Balance zwischen Witz, Spannung und Action, was schon allein für einen enormen Unterhaltungswert sorgt. Dabei baut „Boss Level“ viele Handlungselemente längerfristig auf, um sie irgendwann zum Einsatz zu bringen. So wird fast jede scheinbare Nebensächlichkeit und Randfigur ins Geschehen eingebunden.

Roy zieht in den Kampf (© Leonine Distribution)

Roy zieht in den Kampf (© Leonine Distribution)

Ein weiterer Garant für das Gelingen des Films ist Frank Grillo. Wäre der versoffene Kriegsveteran und Rabenvater, der sich als „Liam Neeson aus ’96 Hours’– nur in echt“ definiert keine so sympathische Figur, hätte das komplette Konzept wohl nicht gezündet. Grillo zeigt (wieder einmal), dass er eigentlich ein größeres Scheinwerferlicht in Hollywood verdient hätte. Dank seiner beeindruckenden Physis ist der charismatische 55-Jährige ohnehin als Actionheld geeignet. Mit emotionaler Intelligenz und humoristischem Timing trägt er „Boss Level“ über die ganze Filmdauer auf seinen Schultern.

Die Fieslingsrolle von Mel Gibson ist ein bisschen eindimensional angelegt, bekommt aber schon durch die Ausstrahlung des exzentrischen Australiers Leben. Naomi Watts braucht als ehemalige Freundin von Roy nicht viel Spielzeit, um ihrer Figur das notwendige Gewicht zu geben. Die erstaunlich prominente Nebenbesetzung um Will Sasso, Michelle Yeoh („Last Christmas“), Ken Jeong („Der Spion von nebenan“) und Annabelle Wallis („Annabelle“) stellt sich ganz in den Dienst des Geschehens.

Selbst wenn in der Schlussphase der bis dahin gelebte Einfallsreichtum ein bisschen auf der Strecke bleibt, ist „Boss Level“ eine erstaunlich smarte Zeitschleifen-Action-Komödie, die mit dem vielleicht coolsten Protagonisten des bisherigen Filmjahres für 101 größtenteils köstliche Minuten sorgt.

Wenn du diese Truppe siehst - lauf! (© Leonine Distribution)

Wenn du diese Truppe siehst – lauf! (© Leonine Distribution)

Ab dem 23.04.2021 auf DVD, Blu-ray und digital erhältlich.

4 von 5 Punkten

 

Bild: Der Film wird in einem modernen, kräftigen Actionlook präsentiert. Abgesehen von den dunklen Laborräumen ist das Bild meistens ziemlich scharf und detailreich. Die Farbpalette ist vielseitig und wirkt natürlich. Kontraste und Schwarzwert verursachen keine augenfälligen Probleme. Bis auf ein leichtes Rauschen ist das Bild ruhig und sauber.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton bieten für einen Film des eher unteren Preissegments gute Genre-Kost. Das allgegenwärtige Knallen und Explodieren wird von schicken Bässen und angemessener Räumlichkeit untermalt. Auch Hintergrundatmosphäre (z.B. in Roys Stammbar) und Musik wurden überzeugend abgemischt. Die Dialogwiedergabe ist in beiden Sprachfassungen gut gelungen.

4,5 von 5 Punkten

Extras: Ein kurzes Making of (8 Minuten) ist abgesehen von ein paar Trailern der einziges Bonus der Blu-ray.

1,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Leonine; LeinwandreporterTV, YouTube

Boss Level

Originaltitel:Boss Level
Regie:Joe Carnahan
Darsteller:Mel Gibson, Naomi Watts, Frank Grillo, Michelle Yeoh, Annabelle Wallis
Genre:Action, Komödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2020
Verleih:Leonine Distribution
Länge:101 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Leonine Distribution

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 23.04.2021
Review: Boss Level (Blu-ray)

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