Review: Teenage Bounty Hunters Staffel 1 (Netflix)

Das Artwork von "Teenage Bounty Hunters" (© 2020 Courtesy of Netflix)

Das Artwork von „Teenage Bounty Hunters“ (© 2020 Courtesy of Netflix)

Inhalt: Die 16-jährigen Zwillinge Sterling (Maddie Phillips) und Blair (Anjelica Bette Fellini) wohnen in den Südstaaten, kommen aus behütetem, wohlhabendem Elternhaus und gehen auf eine erzkonservative, katholische Schule. Neben dem Tabuthema Sex und dem Traum vom Vorsitz in verschiedenen AGs finden sie eine wahre Berufung, als sie dem mürrischen Kopfgeldjäger Bowser Jenkins (Kadeem Hardison) über den Weg laufen. Tatsächlich haben die Mädels Talent und Kontakte, die es für den Job braucht, weshalb sie kurzerhand als Praktikantinnen unter Vertrag genommen werden. Das bleibt natürlich nicht folgenlos.

 

Kritik: Es klingt wie eine ziemlich dumme Idee oder auch der ultimative Beweis, dass Netflix jedes vorgelegte Drehbuch produziert: Zwei reiche, religiöse und extrem konservative Teenie-Schwestern jagen Kriminelle. Der ehemalige Serientitel „Slutty Teenage Bounty Hunters“ sorgte auch nur bedingt für höhere Erwartungen. Das Debüt von Kathleen Jordan als Showrunnerin schien dafür bestimmt, nach kurzer Zeit in obskuren Kanälen zu verschwinden. Tatsächlich stellt sich die Serie aber als einer der charmantesten Netflix-Neustarts der letzten Zeit heraus. Schon in den leicht verdaulichen Startfolgen wird extrem kurzweilige, angenehm schräge und aufrichtig witzige Unterhaltung geboten.

 

 

Sterling und Blair heuern bei Bowser an (© 2020 Courtesy of Netflix)

Sterling und Blair heuern bei Bowser an (© 2020 Courtesy of Netflix)

Wenn der Zuschauer dann an Bord ist, macht die Serie eine Sache, zu der sie bei der Prämisse eigentlich kein Recht hätte: Sie wird ernsthafter. „Teenage Bounty Hunters“ schafft es, dreidimensionale Figuren mit Wünschen und Hoffnungen zu entwickeln, mit denen man als Publikum nur mitfiebern kann. Zwischen den Tücken junger Liebe, dem Mikrokosmos von schulischem Druck und Mobbing sowie einem Hintergrundgeheimnis, das sogar für Thriller-Elemente sorgt, bietet die Serie auf einmal mehr, als man erwarten konnte. Dabei vergessen die Macher aber nie den spaßig-rasanten Kern der Geschichte, die sich trotz ihrer ungewöhnlichen Mischung praktisch keine Durchhänger nimmt.

Die vielleicht größte Stärke war aber ein herausragendes Casting. Maddie Phillips und Anjelica Bette Fellini sollten beide eine große Karriere vor sich haben. Als unterschiedlich gepolte und dennoch unzertrennliche Schwestern harmonieren sie perfekt, haben ein tolles komödiantische Timing und schaffen es auch in den komplexeren, dramatischen Szenen, ihre Figuren glaubhaft und erschreckend sympathisch darzustellen. Kaddem Hardison als herrlich trockener Bowser ist ein ideales Gegengewicht. Auch Nebendarsteller wie die (ebenso) talentierte Devon Hales als überraschend vielseitige Schulzicke und Method Man („Future World“) in der Rolle von Bowsers verhasstem Konkurrenten tragen ihren Teil zum Gelingen bei.

Man hat das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen, aber „Teenage Bounty Hunters“ entpuppt sich tatsächlich als gute Serie – die sich dabei sogar von Folge zu Folge steigert. Mit erstklassigen Drehbüchern und Darstellern liefert Showrunnerin Kathleen Jordan eine erstaunlich clever konstruierte Überraschung, die Lust auf weitere Staffeln macht.

4 von 5 Punkten

Die erste Staffel der Serie ist seit dem 14.08.2020 im Programm von Netflix zu sehen.


Quelle: Netflix YouTube

Teenage Bounty Hunters Staffel 1

Originaltitel:Teenage Bounty Hunters Season 1
Showrunner:Kathleen Jordan
Darsteller:Anjelica Bette Fellini, Maddie Phillips, Kadeem Hardison
Genre:Serie, Komödie, Drama
Produktionsland/-jahr:USA, 2020
Verleih:Netflix
Länge:10 x 50 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Netflix

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 13.09.2020
Review: Teenage Bounty Hunters Staffel 1 (Netflix)

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