Review: Lindenberg! Mach dein Ding (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Lindenberg! Mach dein Ding" (© DCM)

Das Blu-ray-Cover von „Lindenberg! Mach dein Ding“ (© DCM)

Inhalt: In jungen Jahren schien es Udo Lindenberg (Jan Bülow, „Abgeschnitten“) nur vorgezeichnet, den Klempnerbetrieb seines strengen Vaters Gustav (Charly Hübner, „Transporter Staffel 1“) übernehmen zu können. Doch er hatte schon als Kind den Traum von der Musik, weshalb er als Schlagzeuger in Hamburg sein Glück probierte. Zwischen verzweifelten Versuchen, sich mit dem besten Kumpel Steffi Stephan (Max von der Groeben, „Fack Ju Göhte“) zu etablieren, einer Romanze mit der Prostituierten Paula (Ruby O. Fee, „Als wir träumten“) und einem lebensgefährlichen Gig in der libyschen Wüste kämpft sich Udo durch die Einöde der Musiklandschaft. Nachdem ihm der Plattenproduzent Mattheisen (Detlev Buck, „Asphaltgorillas“) eine Chance gibt, öffnet sich plötzlich eine Tür. Ein Konzert im Jahr 1973 könnte die entscheidende Wendung geben.

 

Kritik: Die deutschsprachige Musik wäre – abseits des Schlager – heute sicherlich sehr anders, hätte es Udo Lindenberg nie gegeben. Mit zahllosen Hits um „Andrea Doria“, „Sonderzug nach Pankow“ und „Cello“ prägt er seit einem halben Jahrhundert die einheimische Musiklandschaft. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis sein Wirken mit einem Biopic gewürdigt wird. In den routinierten Händen von Hermine Hundgeburth ist ein sauber inszenierter und gespielter, aber dabei ausgesprochen konventioneller Film entstanden. Wie so viele vergleichbare Werke zeichnet „Lindenberg! Mach dein Ding“ die Startjahre des Künstlers bis zum wirklichen Erfolg nach. Der Film liefert einen durchaus interessanten Blick hinter die Kulissen der Ikone, ist aber während seiner 135 Minuten an manchen Stellen etwas repetitiv. Im Gegensatz dazu werden andere spannenden Bereiche (vornehmlich aus dem künstlerischen Bereich) außen vor gelassen.

Udo und seine Band in den Anfangsjahren (© DCM)

Udo und seine Band in den Anfangsjahren (© DCM)

In der größtenteils in Rückblenden erzählten Geschichte liegt ein klarer Fokus auf dem Liebes- und Familienleben Lindenbergs, was ein recht klares Bild von ihm als Person zeichnet, auf einer emotionalen Ebene aber nur in manchen Phasen aufgeht. Dabei sind aber speziell die musikalischen Einschübe (wie eine tolle Sequenz mit „Mädchen aus Ostberlin“) hervorzuheben. Leider gehen dem Geschehen ansonsten etwas die Alleinstellungsmerkmale ab. Dafür kann sich „Lindenberg! Mach dein Ding“ auf einen tollen Cast um den gut getroffenen Shootingstar Jan Bülow in der Hauptrolle verlassen. Gerade die gemeinsamen Sequenzen mit Max von der Groeben als bestem Kumpel funktionieren durchweg. Charly Hübner und Julia Jentsch („Der Pass“) als grundverschiedene Eltern, Saskia Rosendahl („Mein Ende. Dein Anfang.“), Ruby O. Fee und Ella Rumpf („RAW“) als Musen für verschiedene Lieder sowie Detlev Buck als Musik-Manager machen dieses Biopic zum Ensemblefilm.

An sich zeichnet der Film die Zeitepoche und auch den Werdegang des Künstlers gut und unterhaltsam nach. Allerdings verpassen es die Macher, dem Gezeigten in der Masse ähnlicher Musiker-Filme wirkliche Besonderheiten zu verpassen. Am Ende ist es vornehmlich der starken Besetzung zu verdanken, dass „Lindenberg! Mach dein Ding“ dann doch einen überdurchschnittlichen Eindruck hinterlässt.

Lindenberg mit Freundin Petra (© DCM)

Lindenberg mit Freundin Petra (© DCM)

Der Film ist seit dem 07.08.2020 digital und ab dem 21.08.2020 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Optisch fängt der Film, der gerne mal in gelb-bräunlichen Tönen daher kommt, gut den 60er- und 70er-Look ein. Ansonsten sieht die Farbpalette immer natürlich aus. Trotz teils bewusst sichtbarer Körnung sind Schärfe und Detaildarstellung eigentlich durchweg zufriedenstellend. Kontraste und Schwarzwert wurden sauber eingestellt. Groß nennenswerte Bildprobleme gab es nicht.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche DTS-HD MA 5.1-Ton ist immer da, wenn er gefordert wird. Natürlich spielen sich große Teile des dialoglastigen Films im Zentrum ab. Dabei sind die Gespräche immer klar priorisiert und gut verständlich. Bei den musikalischen Beiträgen dreht die Spur auf und liefert eine angenehm räumliche Vertonung. Ansonsten spricht auch die Hintergrundatmosphäre (z.B. auf dem Kiez) gelegentlich die äußeren Boxen an. Insgesamt hinterlässt die Abmischung einen ziemlich homogenen Eindruck.

4 von 5 Punkten

Extras: Ein Audiokommentar mit Michael Lehmann (Produzent) und Hermine Huntgeburth (Regie), die Hörfilmfassung, ein Premierenclip (3 Minuten), ein Musikvideo (4 Minuten), Interviews mit Cast & Crew (insgesamt 9 Minuten), ein Featurette (4 Minuten) und ein paar Trailer sind als Bonus auf der Blu-ray zu finden.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: DCM, LeinwandreporterTV, YouTube

Lindenberg! Mach dein Ding

Originaltitel:Lindenberg! Mach dein Ding
Regie:Hermine Huntgeburth
Darsteller:Jan Bülow, Detlev Buck, Max von der Groeben, Saskia Rosendahl, Ella Rumpf
Genre:Biografie, Drama
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2019
Verleih:DCM
Länge:135 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Films

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 21.08.2020
Review: Lindenberg! Mach dein Ding (Blu-ray)

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