Review: Abgeschnitten (Kino)

Das Hauptplakat von "Abgeschnitten" (© Warner Bros Pictures)

Das Hauptplakat von “Abgeschnitten” (© Warner Bros Pictures)

Inhalt: Professor Paul Herzfeld (Moritz Bleibtreu, „Nur Gott kann mich richten“) ist ein renommierter Gerichtsmediziner beim BKA. Als er eine furchtbar verstümmelte Leiche untersucht, findet er im Kopf eine sehr persönliche Nachricht des Täters: Name und Handynummer von Pauls Tochter Hannah (Barbara Prakopenka). Sie ist von dem Psychopathen Jan Sadler (Lars Eidinger, „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“) entführt worden, der nun ein teuflisches Spiel mit dem verzweifelten Vater beginnt. Eine Spur führt schon bald nach Helgoland. Da Paul wegen eines Sturms keine Chance hat, auf die Insel zu gelangen, müssen ihm Zeichnerin Linda (Jasna Fritzi Bauer) und Hausmeister Ender (Fahri Yardım, „Jugend ohne Gott“) helfen. Dabei ist die Obduktion einer Leiche mittels telefonischer Anleitung nur der Anfang. Währenddessen macht sich Paul mit seinem Praktikanten Ingolf (Enno Hesse) auf den Weg, um bei erster Gelegenheit auf die Insel zu kommen.

Kritik: Erst im April wurde mit „Steig.nicht.aus!“ ein Action-Thriller von Regisseur Christian Alvart veröffentlicht. Nun hat er einen Bestseller des Autorenduos Sebastian Fitzek und Martin Tsokos für die Leinwand adaptiert. Wie von dem zeitweise in den USA aktiven Alvart gewohnt, versucht er dem Film einen typischen Hollywood-Look zu verleihen, was auch gelingt. Ansonsten fühlt sich „Abgeschnitten“ ein wenig wie ein Überbleibsel aus den 90er-Jahren an, als im Zuge des Erfolgs von „Sieben“ zahllose mörderische Schnitzeljagden auf den Kinoleinwänden veranstaltet worden sind. Herausgekommen ist abenteuerlich konstruierte Genre-Unterhaltung, die trotz 132 Minuten Spielzeit äußerst kurzweilig ist. Nicht untypisch, ist eine Herangehensweise von „Abgeschnitten“, Wendungen im Minutentakt zu präsentieren. Da ist es nicht gänzlich überraschend, dass die Qualität der Einfälle zwischen gelungen und restlos albern variiert.

Kann Paul seine Tochter noch retten? (© Warner Bros Pictures)

Kann Paul seine Tochter noch retten? (© Warner Bros Pictures)

Der Film hat zu keiner Zeit den Anspruch, sich realistisch zu präsentieren. Dabei nimmt das Geschehen aber stellenweise derart absurde Züge an, dass der Bogen deutlich überspannt wird und an Selbstparodie grenzt. Wie gewohnt, kann sich Alvart auf eine ziemlich prominente Besetzung verlassen. Obwohl vom Zuschauer viel Fantasie verlangt wird, um sich Moritz Bleibtreu als Professor vorzustellen, trägt er einen solchen Film natürlich im Schlaf. Auch Jasna Fritzi Bauer wird als verängstigte, aber durchaus taffe Linda ihrem Material gerecht. Enno Hesse und Fahri Yardim erledigen ihre Hauptaufgaben, dem finsteren Geschehen ein wenig komödiantische Entlastung zu verschaffen, anstandslos. Lars Eidinger spielt seinen dosiert eingesetzten Fiesling derart überzogen, dass es äußerst unterhaltsam wird.

Sicherlich ist die Geschichte von „Abgeschnitten“ bis zur skurrilen Abschlusspointe viel zu überdreht und teils lachhaft überzogen, weswegen kein guter Film im klassischen Sinne entstehen kann. Dennoch gelingt es Christian Alvart, einen spannenden und äußerst temporeichen Thriller zu entwickeln, der dem Zuschauer kaum Verschnaufpausen gönnt und zumindest als Guilty Pleasure absolut funktioniert.

3 von 5 Punkten


Quelle: Warner Bros Pictures, LeinwandreporterTV, YouTube

Abgeschnitten

Originaltitel:Abgeschnitten
Regie:Christian Alvart
Darsteller:Moritz Bleibtreu, Jasna Fritzi Bauer, Lars Eidinger
Genre:Thriller
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2018
Verleih:Warner Bros Pictures
Länge:132 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:18.10.2018

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Warner Bros Schweiz

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 09.10.2018
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