Review: Follow Me (Kino)

Das Hauptplakat von "Follow Me" (© 2020 Capelight Pictures)

Das Hauptplakat von „Follow Me“ (© 2020 Capelight Pictures)

Inhalt: Mit seinem Vlog „Escape From Life“, in dem er extreme Reisen und Abenteuer vorstellt, ist Cole (Keegan Allen, „Palo Alto“) ein echter Star der Social-Media-Welt geworden. Zum zehnjährigen Jubiläum lässt er sich von ein paar Freunden und seiner Partnerin Erin (Holland Roden) von einem Überraschungstrip überzeugen. Die Reise verschlägt die Gruppe nach Moskau. Als Cole erfährt, dass das eigentlich Ziel ein von dem einheimischen Fan Alexei (Ronen Rubinstein) organisierter Escape Room sein soll, reagiert er zunächst enttäuscht. Als die Truppe dann in ein dunkles Kellerverlies voller erstaunlich morbider Fallen geführt wird, weicht jeglicher Missmut einer anderen Emotion: nackter Panik.

 

Kritik: Escape Rooms und VLOGs – eine Kombination für einen Horrorfilm, der sich am Puls der Zeit bewegt. Diese Mischung wurde von Autor und Regisseur Will Wernick umgesetzt, der die Welt 2017 mit dem scheußlichen „Escape Room – Das Spiel geht weiter“ (nicht mit diesem „Escape Room“ zu verwechseln) bereichert hat. Um die positive Nachricht vorweg zu nehmen: „Follow Me“ ist besser als sein Vorgänger – aber nicht viel. Die ersten 30 Minuten bestehen wie üblich im Torture-Porn-Metier (in dem wir uns eindeutig bewegen) daraus, unheimlich unsympathische Hauptfiguren dabei zu beobachten, wie sie herumalbern und auf Partys gehen. Wie ebenfalls nicht komplett ungewohnt, hat man als Zuschauer dann keinerlei Interesse mehr, diesen Gestalten beim Versuch des Überlebens die Daumen zu drücken. Da zahlt es sich zumindest aus, dass Wernick seine Prämisse nicht auf ein PG-13-Publikum zuschneidet und das Blut auf gehobenem FSK-16-Niveau spritzen lässt.

Die Party findet bald ein radikales Ende (© 2020 Capelight Pictures)

Die Party findet bald ein radikales Ende (© 2020 Capelight Pictures)

Ab der Marke, die das Spiel eröffnet, ist „Follow Me“ zwar nicht packend, ist aber zwischen laut fluchenden Russen, blutigem Gerätsel und einer Reihe an Twists (selbst wenn sie nur bedingt Sinn machen) ziemlich unterhaltsam. So werden die Unsympathen durch dunkle Gänge gejagt, bis eine amüsante Schlusspointe, die sich selbst für viel zu clever hält, das Treiben beendet. Großes Darsteller-Kino ist bei einem derartigen Film natürlich ein ziemliches Fremdwort. Keegan Allen darf als selbstgefälliger Influencer-Hipster (oder Hipster-Influencer?) eine Truppe austauschbarer Figuren ins Verderben führen. Von den ähnlich ersetzbaren Bösewichtern fällt noch am ehesten Russen-Fiesling-Typecast Pasha D. Lychnikoff („Tokarev – Die Vergangenheit stirbt niemals “) ins Auge.

Nach einem erwartbar schlimmen Akt 1 entwickelt sich „Follow Me“ zwar keinesfalls zu wirklich gutem Horrorkino, bietet aber genug Punch, Tempo und Abzweigungen, um ein paar solide Ansätze zu entwickeln und Freunden derartiger Produktionen halbwegs brauchbare Unterhaltung zu liefern.

2,5 von 5 Punkten


Quelle: Capelight Pictures, LeinwandreporterTV, YouTube

Follow Me

Originaltitel:Follow Me
Regie:Will Wernick
Sprecher:Holland Roden, Ronen Rubinstein, Kimberly Quinn
Genre:Horror,Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2020
Verleih:Capelight Pictures
Länge:92 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:20.08.2020

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Capelight Pictures

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 18.08.2020
Review: Follow Me (Kino)

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