Review: Evilspeak – Der Teufelsschrei (VHS-Retro-Edition)

Das Artwork der VHS-Retro-Edition von "Evilspeak -Der Teufelsschrei" (© Wicked-Vision-Media)

Das Artwork der VHS-Retro-Edition von „Evilspeak -Der Teufelsschrei“ (© Wicked-Vision-Media)

Inhalt: Der schüchterne, ungeschickte und sportlich untalentierte Waisenjunge Stanley Coopersmith (Clint Howard, „3 From Hell“) ist bei Mitschülern wie Bubba (Don Stark) und auch bei den Lehrern das Ziel von Spott und Schikane. Als er dann zur Strafarbeit, den Keller unter der Schulkapelle aufzuräumen, verdonnert wird, macht er eine wahrhaft teuflische Entdeckung. Mit Hilfe seines Computers nimmt er sich der Aufgabe an, eine alte Macht wiederzuerwecken. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Coopersmith an seinen fiesen Mitmenschen rächen kann.

 

Kritik: Im Jahr 1981 arbeitete der erstmalige Langfilm-Regisseur Eric Weston an seinem Debütfilm „Evilspeak – Der Teufelsschrei“. Der schwarzhumorige, bewusst überzogene Horrorthriller passte in die Universen von Filmen wie „Carrie“ und „Tanz der Teufel“, schaffte es aber dabei, genug skurrilen Charme und eigene Ideen mitzubringen, um sich unter Genrefans schnell einen guten Namen zu machen. Europäische Film-Kontrollgremien waren wenig begeistert von den Massen ultrablutiger Effekte und zweifelhafter Inhalte, was „Evilspeak“ einen Platz unter den „Video Nasties“, einer Ansammlung verbotener, „unzumutbarer“ Werke (meistens) aus dem Horrorbereich bescherte.

Coopersmith wird von seinen Mitschülern gehänselt (© Coronet Film)

Coopersmith wird von seinen Mitschülern gehänselt (© Coronet Film)

Das ist durchaus schade, da Weston hier weit mehr als eine absurde Ausrede für eine möglichst brutale Schlachtplatte liefert. Viel mehr ist es gerade die Mischung aus aufrichtiger Außenseiter-Geschichte, gut entwickelter Charakterköpfe sowie eben mörderischen Schweinen (wortwörtlich), diabolischen Computern und Massen an Splattereffekten, durch die der Film eigentlich einen weit größeren Bekanntheitsgrad verdient gehabt hätte. So ist es auch kaum verwunderlich, dass das schräge, aber im tiefsten Herzen menschliche Treiben von „Evil Speak“ auch fast 40 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung noch extrem gut funktioniert. Neben einer ganzen Reihe denkwürdiger Ideen und den kreativ umgesetzter Effekte, sind es auch Dialoge und Darsteller, die weit über Schundfilm-Niveau einzuordnen sind.

Bis heute ist Clint Howard ein gern gesehener und fast immer hervorstechender Darsteller in A- und (vornehmlich) B-Filmen. In jungen Jahren ist er als sonderbarer, aber nachvollziehbarer und bemitleidenswerter Coopersmith ein Hauptgrund, weshalb der Film trotz all seiner Extravaganzen einen greifbaren roten Faden behält. Als zynischer Sportler und versierter Mobber gibt der (ebenfalls aktuell noch erfolgreiche) Don Stark einen guten Bösewicht. Charakterdarsteller wie R.G. Armstrong („Kinder des Zorns“), Lenny Montana und Joe Cortese komplettieren mit ordentlichen Leistungen den beachtlichen Cast.

Sicherlich ist „Evilspeak – Der Teufelsschrei“ ein an vielen Stellen kurioser und ausgesprochen blutrünstiger Film. Es bleibt aber darüber hinaus eine schön erzählte und endlos unterhaltsame Geschichte, durch die dieser ungewöhnliche Horror-Dramedy-Mix einen Bekanntheitsgrad über den reinen „Szene-Kult“ hinaus verdient hätte.

Liefert ein düsteres Buch die nötigen Antworten? (© Coronet Film)

Liefert ein düsteres Buch die nötigen Antworten? (© Coronet Film)

Der Film ist seit dem 30.10.2019 in der VHS-RETRO-EDITION erhältlich.

4 von 5 Punkten

 

Bild: Für einen Film dieses Alters aus dem unteren Preissegment hat sich die Arbeit, die erst das Team um Eric Weston und dann Wicked investiert hat, wirklich gelohnt. Abhängig von Beleuchtung und Perspektive sind Schärfe und Detaildarstellung meistens gut. Die Farben sind satt und ziemlich realistisch. Kontraste und Schwarzwert wurden auch überzeugend eingestellt. Etwas Körnung und Unsauberkeiten bleiben – zu glatt hätte der Film aber auch weniger Spaß gemacht.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 2.0-Ton wurden sehr ordentlich, aber natürlich ohne große Highlights, transferiert. Die Dialoge sind gut priorisiert und immer verständlich, selbst wenn es sicherlich schon kräftigere Vertonungen gegeben hat. Die Abmischung klingt allgemein (Score, Hintergrundgeräusche etc.) ziemlich homogen. Ein wirkliches Klangfeuerwerk dürfte ohnehin niemand erwartet haben.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Innerhalb der stabil verarbeiteten und mit charmanten Stickern verzierten Hülle befinden sich neben den beiden Blu-rays noch fünf Postkarten und ein Plakat. Es existieren gleich vier Schnittfassungen des Films in der Box. Neben der Unrated Version, für die der bereits erstellte 2K-Scan von Wicked noch einmal restauriert wurde, gibt es (auf 1080p hochskaliert) die Extended- (104 Minuten) und R-Rated-Version (93 Minuten), sowie die deutsche Kinofassung (93 Minuten). Zusätzlich sind noch ein Vorwort von Regisseur Eric Weston, Audiokommentare mit Daniel Perée & Ingo Strecker, mit Regisseur Eric Weston alleine und mit Weston, Darsteller Clint Howard und Location-Manager Warren Lewis, das Featurette „Satan’s Pig and Severed Heads: The Making of EVILSPEAK“ (28 Minuten), sowie die ausführlichen Interviews „’Effects Speak‘: Interview mit Allan A. Apone“ (15 Minuten), „’Human Blood‘: Interview mit Don Stark“ (29 Minuten), einem Interview mit Joe Cortese (7 Minuten) und „’Speak No Evil‘: Interview mit Clint Howard“ (30 Minuten), der deutsche Vorspann (5 Minuten), ein paar geschnittene Szenen (24 Minuten), eine Bildergalerie sowie ein paar Trailer auf den Blu-rays zu finden. Hier sollten alle Fans des Films glücklich sein.

5 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten


Quelle: Wicked Vision, YouTube

Evilspeak - Der Teufelsschrei

Originaltitel:Evilspeak
Regie:Eric Weston
Darsteller:Clint Howard, Don Stark, R.G. Armstrong, Joe Cortese
Genre:Krimi
Produktionsland/-jahr:USA, 1981
Verleih:Wicked Vision
Länge:93 Minuten
FSK:tba

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Wicked Vision

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 04.07.2020
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