Review: Der Fall Richard Jewell (Kino)

Das Hauptplakat con "Der Fall Richard Jewell" (© Warner Bros Pictures)

Das Hauptplakat con „Der Fall Richard Jewell“ (© Warner Bros Pictures)

Inhalt: Richard Jewell (Paul Walter Hauser, „I, Tonya“) ist 33 Jahre alt, Single, massiv übergewichtig und lebt bei seiner Mutter Bobi (Kathy Bates). Er träumt davon, eines Tages als Polizist zu arbeiten, weshalb er mit seinem Übereifer bei Gelegenheitsjobs als Wachmann oft für Ärger sorgt. Als er 1996 im Centennial Park in Atlanta bei einer Party wegen eines unbeaufsichtigten Gepäckstücks Alarm schlägt, beweist er den richtigen Riecher: Ein Unbekannter hatte eine Rohrbombe platziert, die bei der anschließenden Explosion weit weniger Leute schädigt, als es ohne Jewells Eingreifen der Fall gewesen wäre. Zunächst wird er als Held gefeiert, doch schon bald rückt er ins Zentrum der Ermittlungen von FBI-Agent Shaw (Jon Hamm, „Baby Driver“), der Jewell verdächtigt, die Bombe selbst gelegt zu haben. Als die ehrgeizige Journalistin Kathy Scruggs (Olivia Wilde, „Rush – Alles für den Sieg“) den Fall aufgreift, beginnt eine regelrechte Hetzjagd von Medien und Behörden auf den Wachmann. Der unkonventionelle Anwalt Watson Bryant (Sam Rockwell, „Mr. Right“) versucht mit ganzer Kraft, seinen Mandanten zu entlasten, steht aber vor einer nahezu unlösbaren Aufgabe.

 

Kritik: Clint Eastwood und kein Ende – obwohl die Kinolegende in diesem Jahr bereits seinen 90. Geburtstag feiert, scheint die Rente für ihn keine Option zu sein. So ist „Der Fall Richard Jewell“, der auf einer wahren Geschichte basiert, seine sechste Regiearbeit seit dem Jahr 2014. Natürlich darf man nicht ganz unerwähnt lassen, dass hier ein paar schwierige politische Standpunkte Eastwoods (Stichwort „Lügenpresse“) unterfüttert werden sollen. Wer darüber hinwegsehen kann kann, bekommt einen souverän inszenierten, tragikomischen und teils sogar recht beklemmenden Film zu sehen, der trotz seiner 130 Minuten Spielzeit keine Längen überwinden muss. Dabei profitiert der Film von der ziemlich geradlinigen Erzählweise und Eastwoods gutem Gespür, Dramatik und Humor zu kombinieren.

Richard hat eine beunruhigende Entdeckung gemacht (© Warner Bros Pictures)

Richard hat eine beunruhigende Entdeckung gemacht (© Warner Bros Pictures)

In seinem Herzen ist „Der Fall Richard Jewell“ ein Charakterstück, das von seinen etwas verschrobenen Figuren lebt. Das gilt natürlich in besonderem Maß für den überambitionierten, auf schräge Art liebenswerten Titelhelden, der sich selbst der größte Feind ist. In der Rolle des simpel gestrickten „Forrest Gump“-Typen geht Paul Walter Hauser komplett auf, der die Figur extrem unterhaltsam darstellt, ohne sie der Lächerlichkeit preiszugeben. Für ihre emotionale Darstellung der besorgt-liebevollen Mutter konnte sich Kathy Bates ihre erste Oscar-Nominierung seit 17 Jahren sichern. Sam Rockwell setzt als kompromissloser Anwalt, der die gerne einmal etwas derbe Stimme der Vernunft gibt, seinen positiven Lauf fort. Auch Olivia Wilde, die eine herrlich skrupellose Journalistin spielt und Jon Hamm als abgebrühter Ermittler des FBI reihen sich gut in einen starken Cast ein.

Wer Probleme sucht, kann diese in dem Film sicherlich finden. Davon abgesehen liefert Clint Eastwood mit „Der Fall Richard Jewell“ die skurril-humorvolle Geschichte einer tragischen Figur, die hier mit absolut kurzweiligem Darsteller-Kino gewürdigt wird.

4 von 5 Punkten


Quelle: Warner Bros, LeinwandreporterTV, YouTube

Der Fall Richard Jewell

Originaltitel:Richard Jewell
Regie:Clint Eastwood
Schauspieler:Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates
Genre:Drama
Produktionsland/-jahr:USA, 2020
Verleih:Warner Bros
Länge:130 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:25.06.2020

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Films

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 25.06.2020
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