Review: Unknown User – Dark Web (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Unknown User - Dark Web" (© Universal Pictures)

Das Blu-ray-Cover von “Unknown User – Dark Web” (© Universal Pictures)

Inhalt: In einem Café hat Matias (Colin Woodell, „Unsane – Ausgeliefert“) vor kurzem einen teuren Laptop mitgehen lassen, den er jetzt ausprobieren möchte. Nach einem Streit mit seiner taubstummen Freundin Amaya (Stephanie Nogueras) will er eigentlich nur beim Skype-Gruppenchat mit seinen Freunden entspannen, als er auf dem Computer eine versteckte Datei entdeckt. Beim Anblick der ausgesprochen beängstigenden Inhalte wird Mathias klar, dass er wohl den falschen Laptop gestohlen hat. Schon bald meldet sich der Besitzer, der sein Eigentum einschließlich der brisanten Dateien zurückhaben möchte. Nachdem einiges schiefläuft, finden sich Mathias, Amaya und ihre Freunde im Zentrum des Interesses von einer Gruppierung, die mit ihnen einen wahrhaft teuflisches Spiel spielen möchte.

Kritik: Als mit „Unknown User“ im Jahr 2015 ein Horrorfilm erschien, der sich komplett auf einem Computerbildschirm abspielt, dürften sich viele gefragt haben: Wie soll das denn funktionieren? Auch wenn der Film inhaltlich nicht sonderlich viel zu bieten hatte und seine Figuren an der Grenze zur Unbrauchbarkeit standen, wurde um das Gimmick herum ein durchaus rundes Grusel-Erlebnis aufgebaut. Da die Produktion unheimlich rentabel war (bei einer Million Dollar Budget 64 Millionen Dollar an den weltweiten Kinokassen eingespielt), war es klar, dass sich Horror-Viel-Produzent Jason Blum nicht die Möglichkeit auf eine Fortsetzung entgehen lässt. Stephen Susco, der unter anderem als Autor an den amerikanischen „Der Fluch – The Grudge“-Remakes und dem überflüssigen „Texas Chainsaw“ beteiligt war, durfte hier sein Regiedebüt geben.

Rein handwerklich ist „Unknown User – Dark Web“ seinem Vorgänger an vielen Stellen überlegen. Er hat ein besseres Erzähltempo, ist größtenteils interessanter erzählt und hat zumindest ein paar Charaktere, die ein zweidimensionales Level erreichen. Doch leider hat der Film (natürlich) nicht mehr den Innovationsfaktor seines Vorgängers. So rückt die tatsächliche Geschichte mehr in den Fokus. Dabei ist es durchaus lobenswert, dass die Macher hier einen realistischeren Weg gehen wollen. Genau das wird zum großen Problem, da die innere Logik bei diesem Hacker-Horror selbst die der vorausgegangenen Geistergeschichte unterbietet. Neben einem Handlungsgerüst/Plan der Bösewichter, der kaum konstruierter sein könnte und durchweg auf Idiotie der Opfer und Zufälle baut, gibt es auch immer wieder Einzelmomente, die für Kopfkratzen und unfreiwillige Comedy sorgen. Dazu wird es allzu offensichtlich, dass die finstere Gruppierung weniger aus Hackern, als aus Internet-Magiern bestehen muss – das würde zumindest einige ihrer Fähigkeiten erklären.

Der Chat unter Freunden entwickelt ziemlich unangenehm (© Universal Pictures)

Der Chat unter Freunden entwickelt ziemlich unangenehm (© Universal Pictures)

Wer darüber hinweg sehen kann und über die Startphase, in der sich die Freunde (aus Gründen?) zum Kartenspiel im Internet verabreden, hinauskommt, wird „Unknown User – Dark Web“ – trotz des uninteressanten Smalltalks und stupiden Gebrülls – tatsächlich ziemlich unterhaltsam. Ohne eines der Plotlöcher zu hinterfragen, entwickelt sich ein recht rasanter Thriller, der ein paar verstörende Bilder und Momente enthält. Mit einer etwas besser ausgearbeiteten Geschichte hätte hier wohl wirklich etwas entstehen können. Natürlich bietet der Film ziemlich wenig großes Material für die Schauspieler.

Colin Woodell ist als Protagonist Mathias zwar weder besonders sympathisch, noch besonders clever. Dennoch kann er den Film einigermaßen tragen und hat ein paar aufrichtig schöne Momente mit Stephanie Nogueras, die seine taubstumme Freundin Amaya spielt. Leider fokussiert sich der Film zu selten auf die Beziehung der beiden. Gerade im Universum dieses Films wäre die Einschränkung von Amaya eine Möglichkeit gewesen, etwas zu machen, das wirklich interessant ist. Darauf verzichten die Macher aber. Betty Gabriel („Get Out“) dürfte für viele Zuschauer das bekannteste Gesicht im Cast sein. Leider bekommt sie keinerlei Möglichkeit, ihr Talent zu zeigen.

„Unknown User – Dark Web“ ist eigentlich eine recht ordentliche Fortsetzung. Die Technik des ersten Teils wurde ausgebaut – allerdings ohne wirkliche Neuerungen. Die eigentlich simple Geschichte ist relativ flott erzählt. Auch die Figuren sind zumindest weniger furchtbar als beim Vorgänger. Dennoch bleiben einige der bekannten Probleme, die hier deutlich mehr in den Mittelpunkt rücken. Gerade der lachhaft absurde Plot, der bei dem ernsthafteren Ansatz dieser Fortsetzung regelrecht ins Auge springt, sorgt am Ende dafür, dass der Film doch mehr Rückschritt als Weiterentwicklung ist.

Huch, wer ist denn da? (© Universal Pictures)

Huch, wer ist denn da? (© Universal Pictures)

Der Film ist ab dem 11.04.2019 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Wie beim Vorgänger sollte es auch hier niemanden überraschen, dass nicht gerade HD-Referenz-Material geboten wird. Dabei sorgen aber gerade die unsauberen Bildschirmaufnahmen dafür, das ein wenig Stimmung entsteht. Wenn das Bild ruhig ist und gerade ausnahmsweise kein Videofenster geöffnet ist, sind die Aufnahmen sogar durchaus scharf und detailreich. Die grundsätzlichen Erwartungen werden hier in jedem Fall erfüllt.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Wieder einmal steht dem englischen DTS-HD MA 5.1-Ton eine deutsche DTS 5.1-Spur gegenüber – nicht, dass es hier einen gewaltigen Unterschied machen würde. Der Sound ist exakt so gut, wie man das von abgefilmten Skype- und Facetime-Anrufen sowie YouTube-Videos erwarten darf. Dabei sind die Dialoge aber immer gut zu verstehen und die verschiedenen Chat-Sounds (usw.) und das Surren des Computers sorgen sogar für ein gewisses Maß an Räumlichkeit. Hier wird wirklich ein Optimum aus den beschränkten Möglichkeiten gemacht.

4 von 5 Punkten

Extras: Drei alternative Enden (insgesamt 22 Minuten) sind als Bonusmaterial auf der Blu-ray vorhanden.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures International Germany, Leinwandreporter TV, YouTube

Unknown User – Dark Web

Originaltitel:Unfriended: Dark Web
Regie:Stephen Susco
Darsteller:Kurt Carley, Colin Woodell, Betty Gabriel
Genre:Horror, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2018
Verleih:Universal Pictures
Länge:93 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universal Pictures International Germany

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 09.04.2019
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