Review: Unknown User (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Unknown User" (© Universal Pictures)

Das Blu-ray-Cover von “Unknown User” (© Universal Pictures)

Inhalt: Vor einem Jahr hat sich die Schülerin Laura Barnes (Heather Sossaman) das Leben genommen. Grund war ein demütigendes Party-Video, durch das sie zum gezielten Opfer von Mobbing-Attacken wurde. Ein paar ihrer Klassenkameraden treffen sich am Jahrestag auf Skype, um über ihren Tod und einige weit banalere Sachen zu reden. Doch neben den sechs Freunden loggt sich auch ein anonymer User in den Chat ein und lässt sich nicht mehr entfernen. Außerdem bekommen einige von ihnen Facebook-Nachrichten von Lauras Konto.

Die Person am anderen Ende der Leitung will unter allen Umständen herausfinden, wer die Verantwortung für den Tod der Schülerin trägt. Wer sich nicht an die Regeln hält und den Chat verlässt oder sich weigert, Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten, soll sterben. Aber wer steckt hinter dieser Rache? Ist ein Freund oder Familienmitglied ausgerastet? Steckt Lauras Geist hinter dem brutalen Frage- und Antwort-Spiel? Es bleibt nicht viel Zeit, darüber nachzudenken, da die Schüler bald einsehen müssen, wie ernst ihre Situation ist.

Kritik: Der aktuell quantitativ sehr ergiebige Horror-Markt arbeitet recht konsequent nach dem Muster: Produziere preiswert, dann wird der Film schnell zum Erfolg. Dabei stellt „Unknown User“ mit weniger als 1 Million US-Dollar Budget neue Maßstäbe auf. Der Film ist komplett von Computer-Monitoren abgefilmt und wurde tatsächlich in einem einzigen Haus gedreht. Da der Film tatsächlich noch gut ankam, wurde er zu einer der rentabelsten Produktionen des Jahres 2015. Im Gegensatz zu vielen anderen Genre-Werken wird hier von Regisseur Lewan Gabriadze und Produzent Timur Bekmambetow tatsächlich mal etwas recht neues und durchaus spannendes geboten. Die Story an sich ist natürlich denkbar flach und sogar relativ vorhersehbar. Auch die Dialoge lassen nach normalen Standards zu wünschen übrig. Es ist die Unmittelbarkeit, die diesen Film so effektiv werden lässt. In der Generation der sozialen Medien kennt jeder die Smalltalks, die üblichen Witze und auch die unbedachten Kommentare zu scheinbar lustigen Videos.

Dieser Chat ist zum verzweifeln (© Universal Pictures)

Dieser Chat ist zum verzweifeln (© Universal Pictures)

Das nutzen die Macher hier aus, um eine überraschend beklemmende Situation zu erschaffen. Was wäre, wenn ein nerviger Internet-Troll auf einmal den blutigen Ernst sucht? Da stört es nicht einmal, dass viele Handlungselemente ziemlich konstruiert wirken. Die Vorstellung, so wörtlich wie die Protagonisten am Bildschirm gefesselt zu sein, lässt einem einen Schauer über den Rücken laufen. Daneben funktioniert die Prämisse des Filmes natürlich noch in gewissem Rahmen als Sozialkritik. Die Darsteller haben natürlich nur begrenzten Spielraum, bieten in diesem aber solide Leistungen. Es fällt nur auf, dass die Highschool-Schüler allesamt von Endzwanzigern dargestellt werden.

Wenn klassische Maßstäbe angelegt werden, ist „Unknown User“ wohl eher kein guter Film. Er verdient sich aber nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht ein Lob für seine technische Kreativität. Als Found Footage des Social Media-Zeitalters ist der Film zumindest visuell authentisch, was allein schon für spannende Momente sorgt. So entsteht trotz sichtbaren Schwächen eine Mischung von neuartigem Teenie-Slasher und Zeitgeist-Porträt, das ein durchaus erwähnenswerter Beitrag zum Terror-Horror ist.

Wer ist der Fremde im Gruppenchat? (© Universal Pictures)

Wer ist der Fremde im Gruppenchat? (© Universal Pictures)

Der Film ist ab dem 07.01.2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Bild: Die Bewertung des Bildes gestaltet sich hier gar nicht so einfach, da eine glattere Optik zu einem schlechteren Film geführt hätte. Wie erwartet, rührt von Aufnahmen von PC-Monitoren kein feinstes HD-Material her. Doch gerade weil Schärfe und Detaildarstellung nicht immer optimal und die Farben recht blass sind, wirkt das Geschehen glaubwürdiger, was wiederum für eine gewisse Spannung sorgt. An den Stellen wo es möglich ist (zB bei den Logos), ist die Qualität nahezu optimal. Insgesamt wird gemessen am Ausgangsmaterial das bestmögliche – und auf die Handlung gut zugeschnittene – Bild geliefert.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche DTS 5.1- und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton sind natürlich auch nach klassischen Maßstäben weit von „gut“ entfernt, passen aber hervorragend zu Geschehen. Digital piepsende Sounds, flache räumliche Geräusche und eine recht dumpfe Dialogwiedergabe sind nun einmal das normale Ergebnis eines Skype-Telefonats. Daneben sind die Tonspuren aber überraschend subtil. So werden beispielsweise das Rattern der Computer und das Klicken der Tastaturen schön räumlich verteilt. Das verlustlose Endergebnis kann sich durchaus vorzeigen lassen.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Auf Bonusmaterial wurde verzichtet.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

Unknown User

Originaltitel:Unfriended
Regie:Lewan Gabriadze
Darsteller:Heather Sossaman, Matthew Bohrer, Courtney Halverson
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:Universal Pictures
Länge:83 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 05.01.2016
Review: Unknown User (Blu-ray)

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