Review: Robin Hood (Kino)

Das Hauptplakat von "Robin Hood" (© StudioCanal)

Das Hauptplakat von “Robin Hood” (© StudioCanal)

Inhalt: Der junge Adelige Robin von Loxley (Taron Egerton, „Eddie the Eagle – Alles ist möglich“) freut sich auf die Zukunft, als er sich in die schöne, charmante Marian (Eve Hewson, „Papillon“) verliebt. Doch dann wird er als Soldat für die Kreuzzüge eingezogen und muss für vier Jahre die Heimat verlassen. Als er wiederkommt, ist nichts mehr wie es wahr: Zur Finanzierung der Kriegskosten hat der Sheriff von Nottingham (Ben Mendelsohn, „Dirty Trip – Missisippi Grind“) einen großen Teil von Robins Besitztümern beschlagnahmt. Dazu ist Marian inzwischen mit dem politischen Freiheitskämpfer Will Scarlett (Jamie Dornan, „Fifty Shades of Grey 3 – Befreite Lust“) liiert. Gemeinsam mit seiner Kriegsbekanntschaft John (Jamie Foxx, „Baby Driver“) findet er einen neuen Platz im Leben. Als maskierter Verbrecher „The Hood“ beginnt er, die Reichtümer, die der Sheriff und seine Schergen vom Volk genommen haben, wieder zu stehlen.

Kritik: Die Geschichten um den Gesetzlosen Robin Hood, der von den Reichen nahm und den Armen gab, halten sich seit dem Mittelalter. Auch in der Filmgeschichte wurde die bekannte Legende bereits mehrfach interpretiert. So sind „Robin Hood, König der Vagabunden“ (1938) mit Erol Flynn, die Animations-Adaption von Disney (1973), „Robin Hood – König der Diebe“ (1991) mit Kevin Costner oder zuletzt die Ridley Scott-Verfilmung (2010) mit Russell Crowe nur ein paar prominente Beispiele. Nun hat Kino-Debütant Otto Bathurst seine Variation des Materials in die Kinos gebracht. Der Versuch, inhaltlich und optisch dem Film einen modernen Anstrich zu verleihen, geht auf beinahe absurde Weise schief. So entwickelt sich „Robin Hood“ schnell zur uninspirierten Superhelden-Origin-Story, die beinahe dreist bei Werken wie „Batman Begins“ räubert, ohne ansatzweise kohärent zu wirken.

Optisch ist man deutlich um einen Stil bemüht, der sich in der Tradition von der Guy Ritchies „Sherlock Holmes“ bewegt. Die Mischung von düster-dreckigen Braun-Grün-Tönen, zahllosen Zeitlupen und hektischen Schnittabfolgen bringen den Film an einigen Stellen an den Rand der Unansehbarkeit. Erstaunlich billig wirkende Effekte verstärken den Eindruck von äußerst fehlgeleitetem Stil-Bewusstsein. Darüber hinaus bewegt sich die allgemeine Inszenierung der Actionszenen zwischen belanglos und unfreiwillig komisch. Gerade eine alberne Trainingsmontage, in der Robin die Coolness des Bogenschießens lernt und eine Kriegssequenz (einschließlich kuriosem Waffen-Equipment), die weniger an die Kreuzzüge, als an den Irakkrieg erinnert, sind hier bizarre Tiefpunkte. Gerade weil sich der Film – abgesehen von ein paar missglückten Comic-Relief-Momenten – unglaublich ernst nimmt, dürften einige Zuschauer hier staunen.

Die Elite von Nottingham versammelt sich (© StudioCanal)

Die Elite von Nottingham versammelt sich (© StudioCanal)

Dramaturgisch stolpert der Film zwischen einer hölzernen Dreiecksromanze, lächerlichen Verschwörungstheorien und aufdringlichen Botschaften, sowie einer Casino-Sequenz (ja, wirklich) und weiterem schlichten Blödsinn hin und her. Der überforderte Otto Bathurst schafft es auch nicht, von seinem talentierten Cast ansatzweise brauchbare Auftritte zu erwirken. In seiner Einführung zeigt der eigentlich charmante Taron Egerton, dass er durchaus als Robin Hood – hier meistens Rob genannt – funktionieren könnte. Schon bald geht er im Chaos des Drehbuchs unter. Jamie Foxx variiert zwischen Overacting und Schlafwagenmodus. Am Ende bleibt von seinem Part hauptsächlich ein nerviger Running Gag in Erinnerung. Die hübsche Eve Hewson bekommt als Marian tiefe Dekolletees, aber nahezu keine verwertbare Charakterisierung spendiert.

Ben Mendelsohn scheint schnell verstanden zu haben, dass hier wohl kein Meisterwerk entstehen wird. Als gnadenlos überzogener Sheriff, der fast alle seine Zeilen schreit, sorgt er zumindest für etwas Unterhaltungswert. Jamie Dornan bleibt als politisch ambitionierter Will Scarlett ebenso blass wie ein desinteressiert wirkender F. Murray Abraham („Inside Llewyn Davis“).

Um die Kirsche auf die Torte zu setzen, liefert der Film am Ende noch ein unverschämtes Sequel-Bait, das hoffentlich ins Leere laufen wird. So entwickelt sich „Robin Hood“ zu einem der schlimmsten High-Budget-Trashfilme der letzten Zeit. Leider bleibt das Geschehen zu langweilig, um in die durchaus möglich „So Bad, It’s Good“-Kategorie vorzurücken, was das Endergebnis zu einer Enttäuschung in fast allen Belangen macht.

1,5 von 5 Punkten


Quelle: StudioCanal, Leinwandreporter TV, YouTube

Robin Hood

Originaltitel:Robin Hood
Regie:Otto Bathurst
Darsteller:Taron Egerton, Jamie Foxx, Jamie Dornan
Genre:Abenteuer, Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2018
Verleih:StudioCanal
Länge:116 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:10.01.2019

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von StudioCanal

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 10.01.2019
Review: Robin Hood (Kino)

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