Review: Show Dogs – Agenten auf vier Pfoten (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Show Dogs" (© Universum Film)

Das Blu-ray-Cover von “Show Dogs” (© Universum Film)

Inhalt: Schon länger versucht der abgebrühte Polizeihund Max (Ludacris, „Fast and Furious 8“), einen Tierhändlerring in Las Vegas zu sprengen. Gerade als er dabei ist, ein Panda-Baby aus den Fängen der Schmuggler zu befreien, sorgt ein Disput mit dem menschlichen FBI-Agent Frank (Will Arnett, „The Millers“) dafür, dass die Bösewichter mit dem seltenen Tier verschwinden können. Es bleibt aber eine Spur zu einer Hundeshow in Las Vegas. Mit Frank als Halter und Max als Teilnehmer mischt sich das Duo unter die Wettbewerber. Doch schon bald müssen die beiden feststellen, dass das Leben bei so einer Show gar nicht so einfach ist. Sie müssen sich zusammenreißen, wenn sie den kleinen Panda noch rechtzeitig befreien wollen.

Kritik: Wer sich die Filmografie von Regisseur Raja Gosnell ansieht, entwickelt entweder schnell Sympathien oder wendet sich mit Grausen ab. So wurden beide „Scooby Doo“-Filme, beide „Die Schlümpfe“-Filme und IMDb-Bottom-100-Teilnehmer „Beverly Hills Chihuahua“ von Gosnell inszeniert. Alle Filme waren bunt, laut und simpel gestrickt, fanden aber immer ihr Publikum. Für sein neuestes Werk taucht er in die Welt der Buddy-Cop-Movies ein, die einen Hund mit einem Menschen ins Team stecken. Gerade in den späten 80ern und frühen 90ern kamen mit „Scott und Hooch“ (mit dem jungen Tom Hanks), der kurzlebigen Serie „Tequila und Bonetti“ oder auch dem Chuck Norris-Vehikel „Top Dog“ gleich mehrere Werke nach diesem Strickmuster raus.

Zwei widerwillige Models  (© Universum Film)

Zwei widerwillige Models (© Universum Film)

Sicherlich waren alle Beiträge aus diesem Bereich keine Oscar-Kandidaten, dennoch schafften es einige Werke, mit Selbstironie oder einer überraschend geradlinigen Erzählweise, brauchbare Filme aus der albernen Prämisse zu machen. „Show Dogs“ gehört nicht in diese Kategorie. Hier wird viel mehr Kinder-Unterhaltung der stumpfest möglichen Art geboten. Auch wenn die Macher gar nicht versuchen, ihre Geschichte mit irgendeiner Ernsthaftigkeit zu erzählen, entwickelt sich ein lauter und bis auf ein paar kleine Momente schon beachtenswert unlustiger Film, der zwischen schmerzhaften Wortspielen und skurrilen sexuellen Untertönen auf seine ganz eigene Art verblüfft. Eine eigene Storyline über die Hoden von Max ist da nur ein Beispiel. Die wenigen Vorgaben, die sich die Actionkomödie macht, werden immer wieder ignoriert. So entscheidet man sich, Hunde und Menschen nicht miteinander sprechen zu lassen, zeigt aber immer wieder Interaktionen, die nur funktionieren, wenn beide jedes Wort des Gegenüber verstanden haben.

Mit einem schmalen Budget von 5,5 Millionen US-Dollar (laut IMDb) waren keine großen technischen Sprünge zu erwarten gewesen. Wie ungewollt furchtbar bis stellenweise verstörend die Effekte hier aussehen, ist ein weiterer Aspekt von „Show Dogs“ – einem Film aus dem Jahr 2018 – der auf negative Art nahezu sensationell ist. Will Arnett, der natürlich viel zu gut für dieses Material ist, nimmt seinen Auftritt zumindest sportlich. Auch wenn er nicht ansatzweise gefordert wird, erweckt er zumindest den Eindruck, hier das Optimum aus seinem Part holen zu wollen. Ein preisgekrönte Darstellerin wie Natasha Lyonne („Orange Is The New Black“) hat hier ebenfalls nichts zu tun. Wie die Macher neben „Haupt-Hund“ Chris „Ludacris“ Bridges an Sprecher wie Alan Cumming („Battle of the Sexes“) und Stanley Tucci („Transformers 4 – Ära des Untergangs“) gekommen ist, bleibt ein großes und ungelüftetes Geheimnis.

„Show Dogs“ ist das filmische Äquivalent des Versuchs, sein Kind mit einer Rassel vor dem Gesicht ruhigzustellen: Der Film ist brachial, bunt und bewusst auf putzig getrimmt. Dabei sind Geschichte und Humor aber derart aggressiv hohl und stellenweise bizarr (eine „Dirty Dancing“-Referenz muss hier besonders hervorgehoben werden), dass – gepaart mit den scheußlichen Effekten und dem ständigen Ignorieren eigener Logik – jeder Beteiligte einen Karrieretiefpunkt erlebt. Zumindest ist der Film derart konsequent von Gut und Böse entfernt, dass er durchaus zum (alkoholgeschwängerten) Spaß bei der nächsten „Bad Movie Night“ werden könnte. Als einigermaßen anspruchsvolle Unterhaltung für den Nachwuchs ist die Buddy Comedy komplett ungeeignet.

Wer schön sein will, muss leiden (© Universum Film)

Wer schön sein will, muss leiden (© Universum Film)

Der Film ist seit dem 07.12.2018 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

1,5 von 5 Punkten

 

Bild: Mit der Ausnahme der fast schon grotesken Effekte, die flacher als das sonstige Bild wirken, sieht „Show Dogs“ tatsächlich ziemlich gut aus. Schärfe und Detaildarstellung sind auch in den dunklen Szenen wirklich überzeugend. Die knalligen, satten Farben leisten sich praktisch keine Schwäche. Kontraste und Schwarzwert wurden ebenfalls gut eingestellt. Bis auf ein seltenes, leichtes Banding und ein manchmal zu sehendes Rauschen ist das Bild sauber und ruhig.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton sind auf erstaunlich hohem Niveau. Gerade der satte, kräftige Soundtrack sorgt für reichlich Aktivität auf den äußeren Boxen. In Verfolgungsjagden und bei Zusammenstößen gibt es ein paar nette Effekte zu hören. Auch die Hintergrundgeräusche (beispielsweise während der Hundeshow) sorgen für räumlichen Klang. Dazu sind die Dialoge immer gut priorisiert und verständlich.

4,5 von 5 Punkten


Extras: Bis auf ein paar Trailer enthält die Blu-ray kein Bonusmaterial.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Universum Film, LeinwandreporterTV, YouTube

Show Dogs

Originaltitel:Show Dogs
Regie:Raja Gosnell
Darsteller:Will Arnett, Natasha Lyonne, Andy Beckwith, Omar Chaparro
Genre:Komödie, Krimi
Produktionsland/-jahr:USA, 2018
Verleih:Universum Film
Länge:92 Minuten
FSK:ab 6 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universum Film

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 09.01.2019
Review: Show Dogs (Blu-ray)

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