Review: Monster Party (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Monster Party" (© Busch Media Group)

Das Blu-ray-Cover von “Monster Party” (© Busch Media Group)

Inhalt: Casper (Sam Strike) und das befreundete Pärchen Dodge (Brandon Michael Hall) und Iris (Virginia Gardner, „Halloween“) halten sich mit Raubüberfallen über Wasser. Da alle dringend viel Geld brauchen, entschließen sie sich, eine Dinnerparty von Patrick (Julian McMahon, „Das Glück an meiner Seite“) und Roxanne Dawson (Robin Tunney), bei der Iris als Kellnerin arbeiten soll, für einen Einbruch in die gewaltige Villa zu nutzen. Eine Variable konnte das Einbrecher-Trio aber nicht vorausahnen: alle Leute, die sich an dem Essenstisch befinden, sind Mörder. Als Casper und seine Mitstreiter erwischt werden und die Alarmanlage das Gebäude abriegelt, beginnt ein knallharter Überlebenskampf.

 

Kritik: Aktuell tobt das mörderische (und höllisch unterhaltsame) Versteckspiel „Ready or Not“ durch die internationalen Kinos. Wenn man diese Prämisse mit dem 2016er-Thriller-Hit „Don’t Breathe“ vermischt, hat man die Ausgangslage für „Monster Party“ von Langfilm-Neuling Chris von Hoffmann – so weit, so gut. Den sichtbaren Willen, dem Zuschauer einen stylisch-rabiat-rasanten Trip zu bieten, möchte man dem Regisseur gar nicht absprechen. Nach ein paar netten Aufnahmen zu Beginn lernt man die deutlich vom Idol entliehenen Protagonisten kennen, die durch Klischee-Motive (Schwangerschaft, spielsüchtiger Vater) in die finanzielle Verdrückung kommen.

Diese halbgare Einleitung ist aber sicherlich noch zu verzeihen, da die Figuren einfach irgendwie zum Aufeinandertreffen mit den blutrünstigen, schwerreichen Verrückten gezwungen werden müssen. Dazu ist die Idee, eine Art Treffen der „anonymen Serienkiller“ abzuhalten, ziemlich vielversprechend. Leider weiß von Hoffman mit seinen Möglichkeiten nichts anzufangen. Für das filmische Verständnis von schwarzem Humor müssen Figuren wie Dawson-Spross Elliot (Kian Lawley, „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“) herhalten, der mit seinen Kumpels an die B-Besetzung einer unangebrachten Schul-Theater-Performance von „Uhrwerk Orange“ erinnert. Es dürfte nicht weiter verwundern, dass diese Figuren, die hauptsächlich manisch lachen und Gespräche über die „Pu**y“ von Iris führen, kein Garant für gelungenen Unterhaltung sind.

Das Buffet ist eröffnet (© Busch Media Group)

Das Buffet ist eröffnet (© Automatik/Dark Web Productions)

In seinem weiteren Verlauf, der zwischen Albernheiten und verstörendem Zynismus schwankt, beeindruckt „Monster Party“ mit Beliebigkeit. Zwischen erstaunlicher punktueller Konsequenz, die aber aufgrund der dünnen Figurenzeichnung in keinster Weise zündet, Wendungen, die mangels Erklärung keinerlei Sinn machen und kurzfristigen Tonwechseln, die wirken, als ob man versehentlich auf der Fernbedienung gesessen hat, dürften sich viele Zuschauer gänzlich aus dem Geschehen verabschieden.

Trotz der bekannten Besetzung scheint hier bestenfalls ein diabolisch stierender Julian McMahon ein wenig Freude an seiner Rolle gehabt zu haben. Begabte Schauspieler wie Robin Tunney, Lance Reddick („John Wick“) und Erin Moriarty („Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück“) werden komplett verschwendet. Von den hölzernen Hauptdarstellern Sam Strike, Brandon Michael Hall und Virginia Gardner bleibt allenfalls die augenfällige Ähnlichkeit letzterer mit „Don’t Breathe“-Protagonistin Jane Levy im Gedächtnis.

Die Experimentierfreudigkeit von Chris von Hoffmann mit bekannten Versatzstücken ist durchaus anerkennenswert. Leider wachsen die – auch mangels jeglicher Geschmackssicherheit – an keiner Stelle zu einem funktionierenden Film zusammen. Am Ende bleibt „Monster Party“ ein chaotisches, überraschend dröges und zeitweise schlicht boshaftes Werk, das in allen Belangen an seinen großen Vorbildern scheitert.

Wer sind hier die Monster? (© Automatik/Dark Web Productions)

Wer sind hier die Monster? (© Automatik/Dark Web Productions)

Der Film ist ab dem 04.10.2019 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

1,5 von 5 Punkten

 

Bild: Optisch durchläuft der Film mehrere qualitative Phasen. Bei hell beleuchteten, bunten Sequenzen (Einleitung) ist der Look scharf und knackig. Dafür bricht das Bild in dunklen Szenen (zeitweise im Haus, dauerhaft im Stripclub) deutlich ein und wirkt dazu ziemlich unsauber. Die meisten Szenen in der zweiten Hälfte, in denen recht heftige Farbfilter verwendet werden, sehen zwar nicht natürlich, aber immer ordentlich aus.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD 5.1-Ton klingen nur mittelprächtig. So sind die Dialoge zwar immer verständlich, wirken aber – besonders in der deutschen Fassung – ein wenig dumpf. Wenn es mal zu Effekten kommt, scheinen die (krachenden) Klänge die äußeren Boxen zu überfordern. Hintergrundgeräusche und Musik spielen sich größtenteils im Frontbereich ab. Dazu wirkt die Abmischung (natürlich) nicht sonderlich dynamisch.

3 von 5 Punkten

Extras: Mit der Ausnahme von ein paar Trailern gibt es kein Bonusmaterial.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 2 von 5 Punkten


Quelle: Busch Media Group, YouTube

Monster Party

Originaltitel:Monster Party
Regie:Chris von Hoffmann
Darsteller:Sam Strike, Virginia Gardner, Brandon Micheal Hall, Julian McMahon, Robin Tunney, Lance Reddick
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2018
Verleih:Busch Media Group
Länge:89 Minuten
FSK:ab 18 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Alive

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 04.10.2019
Review: Monster Party (Blu-ray)

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