Review: Greta (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Greta" (© Capelight Pictures/Ascot Elite)

Das Blu-ray-Cover von “Greta” (© Capelight Pictures/Ascot Elite)

Inhalt: Nach dem Tod ihrer innig geliebten Mutter zieht Frances (Chloe Grace Moretz, „Suspiria“) zu ihrer besten Freundin Erica (Maika Monroe, „The Guest“) nach Manhattan, um dort beim Studium einen Neuanfang zu wagen. Eines Tages findest sie eine Handtasche in der U-Bahn, die sie ohne Zögern der Besitzerin, einer freundlichen Witwe namens Greta (Isabelle Huppert, „Elle“), zurückbringt. Trotz des großen Altersunterschieds entwickelt sich zwischen den beiden einsamen Frauen schnell eine Freundschaft. Diese wird dann aber auf eine harte Probe gestellt, als Frances einen Schrank voller identischer Handtaschen findet, die mit Notizen zu den Personen versehen sind, die sich als ehrliche Finder entpuppt haben. Sichtlich irritiert nimmt die junge Frau Abstand zu Greta. Die ältere Dame plant aber nicht, aus dem Leben von Frances zu verschwinden und beginnt, sie bei jeder Gelegenheit zu belästigen.

 

Kritik: In den frühen 1990ern hat sich der Ire Neil Jordan mit „The Crying Game“, der ihm sogar den Drehbuch-Oscar einbrachte, sowie „Interview mit einem Vampir“ zu einem großen Namen in Hollywood entwickelt. Selbst wenn er danach noch relativ regelmäßig arbeitete, war die wirkliche Euphorie um ihn aber bald wieder verflogen. Zuletzt arbeitete er vermehrt an TV-Serien wie „Die Borgias“ und „Riviera“, weshalb „Greta“ nun sein erster Kinofilm seit 2012 ist. Tatsächlich fühlt sich der Film eher an, als ob er aus der Blütezeit von Jordans Karriere stammen würde, was aber hauptsächlich an der Fülle von Stalker-Thrillern liegt, die nach „Eine verhängnisvolle Affäre“ Hochkonjunktur hatten. Dabei liefert der Regisseur sicher keinen herausragenden Beitrag in seinem Lebenslauf ab – muss er aber auch gar nicht.

Erica möchte Frances bei ihren Problemen helfen (© Capelight Pictures/Ascot Elite)

Erica möchte Frances bei ihren Problemen helfen (© Capelight Pictures/Ascot Elite)

So erinnert „Greta“ an eine Art generationsübergreifenden „Weiblich, ledig, jung sucht…“. Der harmlose Anfang der konventionell erzählten Geschichte dürfte noch bei keinem Fan des Subgenres für Jubelsprünge sorgen. Nachdem die zurückgewiesene ältere Dame deutlich macht, dass sie so gar keine Lust hat, auf die neu gewonnene Freundin zu verzichten, schaltet der Film langsam die Gänge hoch. Spätestens zum durchgeknallten Schlussakt ergibt sich dann äußerst spaßige Thriller-Unterhaltung. Es ist offensichtlich, dass alle Beteiligten sehr genau wissen, welche Art von Film sie gerade machen. Gerade Isabelle Huppert, die mit nahezu diabolischer Freude ihr jüngeres Gegenüber terrorisiert, sorgt schon im Alleingang dafür, dass dieses Werk eine Daseinsberechtigung hat.

Chloe Grace Moretz, der nach vielversprechendem Karrierestart der Sprung auf die A-Liste Hollywoods bislang verwehrt blieb, liefert als freundliche Frances, die zum harten „Final Girl“ werden muss, einen ebenfalls gelungenen Auftritt. Maika Monroe holt mit einem charmanten Auftritt das Optimum aus der Rolle der coolen besten Freundin. Dazu spendiert Neil Jordan seinem alten Weggefährten Stephen Rea noch einen netten Cameo-Part.

„Greta“ ist natürlich kein Film, der nachhaltige Spuren in der Filmgeschichte hinterlassen wird. Dennoch liefert Jordan eine kurzweiligen, fast schon altmodisch anmutenden Stalker-Thriller, der wegen des überdrehten Schlussaktes und der spielfreudigen Darstellerinnen durchaus lohnend ist.

Greta hat mies Laune (© Capelight Pictures/Ascot Elite)

Greta hat mies Laune (© Capelight Pictures/Ascot Elite)

Der Film ist seit dem 20.09.2019 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Obwohl es kaum etwas Hervorstechendes bei dieser Präsentation gibt, ist der Look komplett zufriedenstellend. Schärfe und Detaildarstellung sind abhängig von der Beleuchtung, weisen aber keine großen Probleme und Ausreißer nach unten auf. Die Farbpalette wirkt meistens natürlich. Kontraste und Schwarzwert reihen sich qualitativ gut ein. Bis auf ein leichtes Rauschen sind die Aufnahmen ruhig und sauber.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton sind absolut zweckdienlich. Ein paar präzise Sound-Effekte durch Klopfgeräusche und ähnliches, sauber räumlich abgemischte Hintergründe auf den Straßen und in Bars, sowie ein Score, der teils auch über die äußeren Boxen kommt, sorgen für erfüllte Erwartungen. Dazu sind die Dialoge klar priorisiert und immer gut verständlich. Viel mehr durfte man bei dieser Art von Film nicht erwarten.

4 von 5 Punkten

Extras: Die Featurettes „Die Geschichte von Greta“ (1 Minute) und „Freunde und Feinde“ (4 Minuten), ein paar entfallene Szenen (6 Minuten) und einige Trailer komplettieren die Blu-ray.

1,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Capelight Pictures/Ascot Elite, Leinwandreporter TV, YouTube

Greta

Originaltitel:Greta
Regie:Neil Jordan
Darsteller:Isabelle Huppert, Chloë Grace Moretz, Maika Monroe
Genre:Thriller
Produktionsland/-jahr:USA/Irland, 2019
Verleih:Capelight Pictures/Ascot Elite
Länge:98 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Capelight Pictures

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 18.10.2019
Review: Greta (Blu-ray)

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