Review: Der verlorene Sohn (Kino)

Das Hauptplakat von "Der verlorene Sohn" (© Universal Pictures)

Das Hauptplakat von “Der verlorene Sohn” (© Universal Pictures)

Inhalt: Jared (Lucas Hedges, „Manchester by the Sea“) wächst in den Südstaaten als Sohn eines Predigers (Russell Crowe, „Väter und Töchter – Ein ganzes Leben“) und dessen ebenso konservativer Frau (Nicole Kidman, „Aquaman“) auf. Als er durch einen Kommilitonen als homosexuell geoutet wird, bricht für seine Eltern eine Welt zusammen. Da sie die Neigungen ihres Kindes nicht akzeptieren wollen, schicken sie Jared in eine Therapie, in der er zum Hetero „erzogen“ werden soll. Um weiter Teil seiner Familie sein zu dürfen, beugt sich der 19-Jährige und beginnt das Programm, das zunächst auf 12 Tage angelegt ist. Unter der Leitung des selbsternannten Therapeuten Victor Sykes (Joel Edgerton, „It Comes at Night“) werden die jungen Leute durch demütigende und bizarre Aufgaben geschickt. Doch irgendwann ist die Zumutbarkeitsgrenze von Jared erreicht.

Kritik: Es scheint nahezu unvorstellbar, doch Therapien zur „Heilung“ von Homosexualität gehören in einer aufgeklärten Welt des Jahres 2019 tatsächlich noch zur Realität. Selbst der US-Vize-Präsident Mike Pence soll zu den Unterstützern derart grotesker Programme gehören. Basierend auf einem autobiographischen Roman von Gerrard Conley hat das australische Multi-Talent Joel Edgerton nun ein Drama rund um diese Thematik gedreht. Leider gelingt es nur stellenweise, die Möglichkeiten dieser beklemmenden Inhalte wirklich auszuschöpfen. So bleiben die durchaus vorhandenen intensiven Momente stärkeren Einzelsequenzen vorbehalten. Allgemein wirkt der Film etwas zu oberflächlich und schleppend, um wirklich Eindruck zu hinterlassen. Gerade die überflüssige Entscheidung, die Handlung zwischen zwei Zeitebenen springen zu lassen, nimmt dem Geschehen immer wieder Wucht.

Jared kämpft um die Zuneigung seiner Mutter (© Universal Pictures)

Jared kämpft um die Zuneigung seiner Mutter (© Universal Pictures)

Wenn dann wirklich einmal Blicke hinter die Kulissen dieser Programme geworfen werden, zeigt sich, was mit dem Film möglich gewesen wäre. Es gelingt Edgerton aber nicht, für die nötige Struktur und etwas Zug in der Handlung zu sorgen, weswegen trotz guter Darsteller meistens eine gewisse Distanz zum Geschehen bleibt. Gerade Lucas Hedges, der immer mehr zu einem der herausragenden Schauspieler seines Alters heranwächst, zeigt als verzweifelter Junge, der um die Zuneigung seiner Eltern kämpft, einen überzeugenden Auftritt. Ein äußerst kräftiger Russell Crowe und die gewohnt gute Nicole Kidman nutzen den Raum, den ihre Rollen hergeben. Joel Edgerton hinterlässt als verstörender Programmleiter zumindest vor der Kamera einen bleibenden Eindruck.

Sicherlich hat der Film eine dringend erzählenswerte Geschichte, die auch mit durchaus interessanten Figuren und überzeugenden Schauspielern unterfüttert wird. Dabei fehlt es bei „Der verlorene Sohn“ aber an Ecken, Kanten und Intensität, um das vorhandene Potenzial befriedigend nutzen zu können.

3 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, LeinwandreporterTV, YouTube

Der verlorene Sohn

Originaltitel:Boy Erased
Regie:Joel Edgerton
Darsteller:Lucas Hedges, Russell Crowe, Nicole Kidman
Genre:Drama
Produktionsland/-jahr:USA, 2018
Verleih:Universal Pictures Germany
Länge:115 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:21.02.2019

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universal Pictures

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 21.02.2019
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