Review: Angel Heart (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von “Angel Heart” (© StudioCanal)

Inhalt: Harry Angel (Mickey Rourke, „9 1/2 Wochen“) hat keine großen Ansprüche. Im New York des Jahres 1955 verdingt er sich als Privat-Detektiv und hat sich auf kleine, anrüchige Jobs spezialisiert. Der Geschäftsmann Louis Cypher (Robert De Niro, „True Confessions – Fesseln der Macht“) beauftragt ihn, einen vor 12 Jahren verschwundenen Musiker namens Johnny Favorite aufzuspüren. Nach einigen Fehlschlägen findet er eine Spur in New Orleans, wo Epiphany (Lisa Bonet) lebt, die Tochter einer ehemaligen Geliebten von Favorite. Während er weiter versucht, den vermissten Musiker zu finden, scheint sich ein Unbekannter an seinen Untersuchungen zu stören. Im Umkreis von Harry passieren mehrere bestialische Morde. Schon bald ist er selbst im Visier der Polizei und schwebt in höchster Lebensgefahr.

 

Kritik: 1987 war Filmemacher Alan Parker nach Werken wie „Midnight Express“ und „Birdy“ oder auch der Rock-Oper „The Wall“ von Pink Floyd längst ein etablierter Name, als er den Roman „Falling Angel“ von William Hjortsberg auf die Leinwand brachte. Herausgekommen ist ein Neo-Noir-Thriller, der mit einer unvergleichlichen Atmosphäre den Kopfsprung in Themen wie Okkultismus und Voodoo vollführt. Mit sicherer Hand führt Parker seinen Protagonisten Harry Angel in eine Abwärtsspirale, der auch der Zuschauer gar nicht entkommen kann. So entwickelt sich ein Werk, in dem bis zur letzten Sekunde des faszinierenden Schlussaktes nahezu alles stimmt.

Harry Angel steht im Regen - im wörtlichen und übertragenen Sinn (© StudioCanal)

Harry Angel steht im Regen – im wörtlichen und übertragenen Sinn (© StudioCanal)

Der rätselhafte Fall, der das Zentrum von „Angel Heart“ darstellt, sorgt für genau das richtige Maß an Fragen, um für verlässliche Hochspannung zu sorgen. Zwischen extremer Härte und knisterndem Sex-Appeal nimmt die (gerade nach damaligen Ansprüchen) unvorhersehbare Handlung das Publikum komplett in Beschlag. In vielen Filmen sind Leitmotive, Metaphern und Symbolik ein Garant für prätentiöse Ablenkung von einem Plot, der ohne diese Fingerübungen der Filmemacher besser dran gewesen wäre. Alan Parker und sein Team weben solche Andeutungen als zusätzliche Ebene perfekt in die Handlung ein. Vieles erschließt sich dann erst komplett, wenn der Zuschauer die Auflösung der Geschichte kennt.

In den späten 80ern war Mickey Rourke eines der heißesten Eisen im Feuer Hollywoods. Als halbseidener, aber sehr charismatischer Privat-Detektiv ist er idealbesetzt, um einen derart ungewöhnlichen Film zu tragen. Die damals blutjunge Lisa Bonet – zu dieser Zeit fester Teil der „Bill Cosby Show“ – feierte als verführerische, selbst vom Voodoo begeisterte Epiphany ein großartiges Kino-Debüt. Trotz recht geringer Spielzeit nutzte Robert De Niro den gegebenen Raum als zwielichtiger Auftraggeber Louis Cypher, um eine seiner bekanntesten Rollen zu verkörpern. Weitere Nebendarsteller wie Charlotte Rampling („Dexter“) sorgen dafür, dass der Film auch auf dieser Ebene keine Schwäche erkennen lässt.

Was schnell zu einer stilistisch und inhaltlich überladenden Detektiv-Geschichte geworden wäre, ist im Fall von „Angel Heart“ ein absolut zeitloser, packender Thriller-Klassiker, der mit seinem technisch neuen Anstrich noch einmal anders genossen werden kann.

Epiphany veranstaltet merkwürdige Sachen mit Hühnern (© StudioCanal)

Epiphany veranstaltet merkwürdige Sachen mit Hühnern (© StudioCanal)

Der Film ist ab dem 19.09.2019 in remasterter Fassung auf 4K UHD, DVD und Blu-ray erhältlich.

5 von 5 Punkten

 

Bild: Die auf dem neuen 4K-Master basierende Blu-ray liefert ein den Voraussetzungen entsprechend starkes Bild. Schärfe und Detaildarstellung zeigen gelegentlich Schwächen, können aber die meiste Zeit vollauf überzeugen. Die Farben wurden sehr schön angepasst, passen zur Stimmung des Films und wirken natürlich. Kontraste und Schwarzwert sind nicht makellos eingestellt, offenbaren aber auch keine nennenswerten Probleme. Wirkliche Verschmutzungen u.ä. gibt es nicht mehr. Dafür bleibt ein deutliches Filmkorn, was für die Atmosphäre des Filmes fast zwingend war.

4 von 5 Punkten

Ton: Während die englische Fassung eine neue DTS-HD MA 5.1-Vertonung spendiert bekommt, bleibt in der deutschen Vertonung die DTS-HD MA 2.0-Spur. Der deutsche Ton ist absolut zufriedenstellend. Die Dialoge sind ganz klar priorisiert und immer klar verständlich. Hintergrundgeräusche und Musik wurden sauber abgemischt. In der englischen Fassung gibt es zusätzlich ein wenig Aktivität auf den äußeren Boxen, etwas mehr Dynamik und den gelegentlichen Subwoofer-Einsatz.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Eine Einführung und ein Audiokommentar von Regisseur Alan Parker, Featurettes zum Film (7 Minuten), Mickey Rourke (4 Minuten), Lisa Bonet (4 Minuten) und Alan Parker (3 Minuten), zwei Interviews mit Alan Parker (35 Minuten) sowie ein Kurz-Interview mit Lisa Bonet (2 Minuten), die fünfteilige Dokumentation: „Die Wahrheit über Voodoo“ (57 Minuten), ein kurzer „Hinter den Kulissen“-Clip (2 Minuten) und ein paar Trailer bieten einen reichhaltigen Mehrwert zur Blu-ray.

4,5 von 5 Punkten

Gesamt: 4,5 von 5 Punkten


Quelle: StudioCanal, YouTube

Angel Heart

Originaltitel:Angel Heart
Regie:Alan Parker
Darsteller:Mickey Rourke, Charlotte Rampling, Robert DeNiro
Genre:Thriller
Produktionsland/-jahr:USA/Kanada/UK, 1987
Verleih:StudioCanal
Länge:113 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von StudioCanal

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 28.09.2019
Review: Angel Heart (Blu-ray)

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