Review: True Confessions – Fesseln der Macht (Mediabook)

Das Mediabook-Cover von "True Confessions - Fesseln der Macht" (© Justbridge Entertainment)

Das Mediabook-Cover von “True Confessions – Fesseln der Macht” (© Justbridge Entertainment)

Inhalt: Im Los Angeles der 1940er-Jahre muss sich jeder auf die eigene Art durchschlagen. Während der jähzornige Mordermittler Thomas (Robert Duvall, „Stürmische Ernte – In Dubious Battle“) die schlimmsten Ecken der Stadt sieht, hat sein ehrgeiziger Bruder Des (Robert De Niro, „Hands of Stone – Fäuste aus Stein“) als katholischer Priester Karriere gemacht und fungiert mittlerweile als rechte Hand des Kardinals. Beide neigen dazu, das Gesetz hier und da zu beugen, wenn es ihnen nutzen könnte. Doch dann wird Thomas zu einem Tatort gerufen, an dem die brutal zerteilte Leiche einer Prostituierten liegt. Während er bald auf eine Verschwörung rund um den halbseidenen Bauunternehmer (Charles Durning) stößt, taucht ein Name immer wieder auf, den Thomas lieber nicht in seinen Ermittlungen behandeln würde: der seines Bruders.

Kritik: Es ist mittlerweile schon 37 Jahre her, dass der belgische Regisseur Ulu Grosbard einen gleichnamigen Roman von John Gregory Dunne – der auch das Drehbuch schrieb – auf die Leinwand brachte. Der Film, der nur vordergründig als Thriller erscheint, aber mehr Charakterstudie ist, wurde kommerziell zum Flop. Das dürfte auch der Hauptgrund sein, weshalb „True Confessions“ bis heute nicht deutlich bekannter ist. Dabei ist das Endergebnis ein durchaus besonderer Film. Atmosphärisch, hart und in angemessenem Maße zynisch tauchen Dunne und Grosbard in die düstere Welt von den zwei – scheinbar – unterschiedlichen Brüdern ein. Das Geschehen wirkt teilweise so ruhig und trist, dass vom Zuschauer zeitweise einiges abverlangt wird. Wer eine durchgängige Drei-Akt-Geschichte sehen möchte, wird hier wohl eher nicht glücklich werden. Der Film ist mehr ein Ausschnitt aus dem Leben seiner Figuren, als auf eine wirklich abgeschlossene Narrative zu achten.

Vergib mir Bruder, denn ich habe gesündigt (© Justbridge Entertainment)

Vergib mir Bruder, denn ich habe gesündigt (© Justbridge Entertainment)

Wer sich auf das Gezeigte einlässt, bekommt einen Neo Noir-Vibe zu spüren, der auch wegen gewisser Story-Ähnlichkeiten durchaus mit „L.A. Confidential“ verglichen werden kann. Darüber hinaus punktet der Film mit intelligenten, geschliffenen Dialogen, die von exzellent entwickelten Charakteren gesprochen werden. Hier zahlt sich natürlich auch ein Cast aus, der von zwei Weltstars zu ihrer Glanzzeit angeführt wird.

Robert De Niro, der 1981 gerade seinen zweiten Oscar für „Wie ein wilder Stier“ gewonnen hatte, ist als egozentrischer Priester in Hochform. Smart und subtil spielt er eine äußerst vielseitige Figur, deren Charakterzüge spannender als das eigentliche Geschehen sind. Nicht weniger stark ist das Auftreten von Robert Duvall, der als rabiater, aber im Herzen idealistischer Polizist seinen Teil der Welt zu einem saubereren Ort machen will. Dazu kommen Mimen wie Charles Durning, der den wunderbar schmierigen Jack Amsterdam spielt und Burgess Meredith, der zwischen seinen „Rocky“-Auftritten hier noch als Priester der alten Schule zu sehen ist.

Es ist sogar durchaus nachvollziehbar, weshalb so wenige Menschen damals diesen Film sehen wollten und auch die Kritiken schwankend waren. Sicherlich bleibt der Film ohne stringente Erzählung etwas unhandlich. Dabei ist der stimmungsvolle „True Confessions – Fesseln der Macht“ eine sehr gut beobachtete und gespielte Charakterstudie, der nicht nur für Fans der Hauptdarsteller sehenswert sein dürfte.

Thomas kann Jack Amsterdam nicht ausstehen (© Justbridge Entertainment)

Thomas kann Jack Amsterdam nicht ausstehen (© Justbridge Entertainment)

Der Film ist ab dem 15.06.2018 im limitierten Mediabook und auf DVD erhältlich.

4 von 5 Punkten

 

Bild: Das überarbeitete Bild kann das Alter des Materials nur bedingt überspielen. So wirkt es die meiste Zeit, als ob ein leicht milchiger Filter über dem Geschehen liegen würde. Schärfe und Detaildarstellung sind aber zumindest solide. Die eher kühlen Farben passen zum Ton des Films und sehen meistens natürlich aus. Kontraste und Schwarzwert sind zwar nicht besonders kräftig, aber beständig. Die vorhandene Körnung und vereinzelte Bildfehler geben dem Geschehen Charakter.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Die deutsche und die englische Fassung sind auf der Blu-ray mit einem ordentlichen DTS-HD MA 5.1-Ton zu finden. Die DVD enthält beide Versionen in Dolby Digital 2.0. Wirkliche Aktivität auf den äußeren Boxen war aber während des ganzen Films nicht auszumachen. Dafür klingen die Dialoge sauber und sind immer gut zu verstehen. Hintergrundgeräusche und Score wurden gut abgemischt und entwickeln über den Center eine angemessene Atmosphäre.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Das dunkel-stylisch designete Mediabook mit glatter Oberfläche enthält ein 20-seitiges Booklet mit Texten von Christoph N. Kellerbach. Auf den Discs sind nur noch Trailer als Bonusmaterial aufzufinden.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: shell-eleven, YouTube

True Confessions – Fesseln der Macht

Originaltitel:True Confessions
Regie:Ulu Grosbard
Darsteller:Robert De Niro, Robert Duvall, Charles Durning
Genre:Krimi, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 1981
Verleih:Justbridge Entertainment
Länge:108 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von justbridge Entertainment

 

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 15.06.2018
Review: True Confessions – Fesseln der Macht (Mediabook)

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