Review: Leben und Sterben in L.A. (Mediabook)

Das Mediabook-Artwork von "Leben und Sterben in L.A." (© Capelight Pictures)

Das Mediabook-Artwork von “Leben und Sterben in L.A.” (© Capelight Pictures)

Inhalt: Seit Jahren guckt der Polizist Richard Chance (William Petersen, „Manhunter – Roter Drache“) zu seinem Ermittlungspartner Jim Hart (Michael Greene) auf, der für ihn ein echter Freund und Mentor ist. Zwei Tage, bevor Hart in den Ruhestand gehen soll, wird er erschossen in einer Mülltonne gefunden. Die Spur führt schnell zu dem komplett skrupellosen Geldfälscher Eric Masters (Willem Dafoe, „What Happened To Monday?“). Chance und sein neuer Partner John Vukovich (John Pankow) versuchen alles, um den windigen Verbrecher zu überführen. Als sich die legalen Mittel dem Ende zu neigen, greifen die Polizisten zu extremen Mitteln.

Kritik: In den frühen 1970ern schuf William Friedkin mit „French Connection“ und „Der Exorzist“ Filme, die verdiente und unumstrittene Klassiker sind. Doch auch in den Jahren danach zeigt er sich immer wieder als Ausnahme-Regisseur. Ein echtes Highlight war dabei dieser zu wenig gefeierte Polizei-Thriller aus dem Jahr 1985, der kompromissloses und nahezu makelloses Kino der Extraklasse bietet. In den kargen Randgebieten von Los Angeles entwickelt sich – nach einer etwas merkwürdigen Einleitungssequenz – ein atmosphärischer, packender Film, der dem Zuschauer kaum einen Moment des Verschnaufens genehmigt. Selbst wenn sich die Rache-Geschichte auf dem Papier äußerst konventionell liest, ist sie derart klug inszeniert und erzählt, dass dieses manchmal schwer verdauliche Werk zu einer wirklichen Erscheinung wird.

Richard und John sinnen auf Rache (© Capelight Pictures)

Richard und John sinnen auf Rache (© Capelight Pictures)

Natürlich ist eine ausgedehnte Auto-Verfolgungsjagd, die atemberaubend gut in Szene gesetzt ist, das Herzstück von „Leben und Sterben in L.A.“. Doch auch abseits dieses Lehrstücks für tolles Action-Kino lebt der Film von seinen durchweg interessanten Charakteren, die sich den bedrückenden, aber nie tristen Plot kämpfen. William Petersen liefert als raubeiniger Ermittler, der um jeden Preis Rache für seinen toten Freund nehmen will, einen herausragenden Part. Aber auch John Pankow, der als loyaler Partner immer mehr in den Sumpf des Verbrechens gezogen wird, zeigt eine sehr gute Vorstellung. Ein blutjunger Willem Dafoe schafft es als glatter, aber aufrichtig beängstigender Gangster, den wirklichen Startschuss für eine beeindruckende Karriere abzuliefern. Auch John Turturro („Hands of Stone – Fäuste aus Stein“) ist als windiger Ganove in einer wirklich starken, frühen Rolle seiner Karriere zu erleben. Nebendarsteller wie Debra Feuer, Dean Stockwell („Entertainment“), Robert Downey Sr. und Steve James („American Fighter“) runden den sehr guten Cast ab.

Wenn es zum konsequenten und denkwürdigen Schlussakt kommt, laufen in diesem Film alle Fäden zusammen. „Leben und Sterben in L.A.“ ist ein zeitloser Action-Thriller, der nach einem verzichtbaren Intro auch abseits einer perfekt umgesetzten Verfolgungsjagd grandios konstruiertes, strukturiertes und gespieltes Spannungskino bietet, das sicherlich zu den besten Arbeiten von William Friedkin zählt.

Richard vernimmt seine Quelle äußerst gründlich (© Capelight Pictures)

Richard vernimmt seine Quelle äußerst gründlich (© Capelight Pictures)

Der Film ist ab dem 23.11.2018 im Mediabook, auf DVD und Blu-ray erhältlich.

4,5 von 5 Punkten

 

Bild: Der Film hat eine schicke 4K-Restauration der Originalaufnahmen spendiert bekommen, die von William Friedkin abgenickt wurde. Die gut beleuchteten Sequenzen sind immer scharf und detailreich. In ein paar dunkleren Szenen versumpfen einige kleine Details, was auch mit den gelegentlich schwächelnden Schwarzwerten zu tun hat. Ansonsten ist die Einstellung der Kontraste zufriedenstellend. Bis auf einzelne Momente, wo die Farben etwas zu flach erscheinen, wird eine sehr gefällige und kräftige Palette geboten. Das fast immer vorhandene, gelegentlich recht deutliche Rauschen verleiht diesem raubeinigen Polizeithriller den nötigen Charakter.

4 von 5 Punkten


Ton: Die Blu-ray enthält den überarbeiteten deutschen und englischen DTS-HD MA 5.1-, sowie den originalen, deutschen DTS 2.0-Ton. Auf der DVD sind eine deutsche und eine englische Dolby Digital 5.1-Fassung zu finden. Die HD-Tonspuren klingen sauber und recht modern, selbst wenn ihnen öfters ein wenig die Wucht abgeht. Dennoch gibt es regelmäßig einen auffälligen, wenn auch zurückhaltenden Einsatz der äußeren Boxen zu bewundern. Abgefeuerte Schüsse und röhrende Motoren sorgen für die auffälligsten Momente.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Das raue Cover des Mediabooks fängt unaufdringlich die Atmosphäre des Films ein. Im 24-Seiten-Booklet kommt dieses Mal der Filmkritiker und Fachautor Stefan Jung zu Wort. Auf den Discs gibt es einen Audiokommentar von William Friedkin, ein Interviews mit den Darstellern William Petersen (21 Minuten), Dwier Brown (9 Minuten) und Debra Feuer (15 Minuten), der Band Wang Chung (13 Minuten) und Stunt-Koordinator Buddy Joe Hooker (36 Minuten), ein Making of (30 Minuten), entfallene Szenen (4 Minuten), ein alternatives Ende (9 Minuten) und ein paar Trailer – so ist eine Menge Mehrwert zu diesem tollen Film gewährleistet.

4,5 von 5 Punkten

Gesamt: 4,5 von 5 Punkten


Quelle: Movieclips Classic Trailers, YouTube

Leben und Sterben in L.A.

Originaltitel:To Live and Die in L.A.
Regie:William Friedkin
Darsteller:William L. Petersen, Willem Dafoe, John Pankow
Genre:Thriller, Krimi
Produktionsland/-jahr:USA, 1985
Verleih:Capelight Pictures
Länge:116 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Capelight Pictures

 

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 25.11.2018
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