Review: Anna und die Apokalypse (Kino)

Das Plakat von "Anna und die Apokalypse" (© Splendid Film)

Das Plakat von “Anna und die Apokalypse” (© Splendid Film)

Inhalt: Anna (Ella Hunt) steht kurz vor ihrem Schulabschluss und träumt davon, ihr Heimatkaff zu verlassen und die Welt zu bereisen. Ihr Vater Tony (Mark Benton) hält wenig von ihren Plänen und möchte, dass sie studiert. John (Malcolm Cumming) ist als bester Kumpel immer an der Seite von Anna, hat aber ganz andere Probleme – er würde gerne weit mehr als ein Freund sein. All diese Schwierigkeiten rücken bald in den Hintergrund, als das kleine Dorf von einer Zombie-Epidemie heimgesucht wird. Mit Baseballschlägern, Messern, zauberhaften Gesangsstimmen und feurigen Tanz-Moves ausgestattet, begeben sich Anna und ihre Freunde in den Kampf gegen die Untoten. Schaffen es die Jugendlichen bis zur Schule, in der der exzentrische Direktor Savage (Paul Kaye, „Game of Thrones“) eine regelrechte Festung errichtet hat?

Kritik: Wer jetzt zynisch sein möchte, darf sicherlich sagen, dass ein Zombie-Musical nach den Erfolgen von „La La Land“ und „The Walking Dead“ finanziell nur allzu logisch war. Das ist natürlich ziemlicher Quatsch, was auch der zweite Langfilm von John McPhail zeigt. Der originelle Genre-Mix eröffnet wie eine etwas derbere „High School Musical“-Variation, die schon bald ganz andere Auswüchse annimmt. Wenn die Hauptfiguren Anna und John zu Beginn mit beeindruckender Betriebsblindheit singend und tanzend durch eine gar nicht so friedliche Kleinstadt hüpfen, ist „Anna und die Apokalypse“ genau die Art schräger Unterhaltung, auf die die meisten Zuschauer hoffen dürfen. Auch in der Folge kommt es immer wieder zu netten Momenten, in denen der Film Spaß macht.

 

Anna will Zombies verdreschen (© Splendid Film)

Anna will Zombies verdreschen (© Splendid Film)

Dabei entsteht aber der Eindruck, dass die Macher hier ein paar zentrale Szenen im Kopf hatten, um die sie dann die restliche Handlung aufgebaut haben. Die musikalischen Beiträge sind durchweg solide Pop-Nummern, die (vielleicht abgesehen von ein bis zwei Ausnahmen) nicht lange im Gedächtnis bleiben. Darüber hinaus hätte es dem Geschehen sicherlich gut getan, noch eine Ecke absurder zu werden. Gerade in der zweiten Hälfte, in der „Anna und die Apokalypse“ mehr zu reinrassigen – aber nicht gruseligen – Horrorfilm wird, fehlt die Humor-Komponente merklich. Dennoch wirkt der Mix von Zombies und Gesang überraschend homogen.

Die Darsteller liefern durchweg solide und immer sympathische Auftritte. Gerade die charmante Ella Hunt zeigt hier als Titelheldin, dass sie durchaus eine nennenswerte Zukunft als Schauspielerin vor sich haben könnte. Paul Kaye hat als Schuldirektor sichtlich Spaß, hier den sonderbaren Querkopf zu geben.

Originalität ist im modernen Kino ein Gut, das sich immer Anerkennung verdient. Diese ist bei dem britischen Zombie-Musical zweifelsohne vorhanden. Dennoch lässt „Anna und die Apokalypse“ zu viele Möglichkeiten liegen, auch außerhalb seiner besten Sequenzen ein wirklich großer Spaß zu werden. So bleibt ein funktionstüchtiger, solider Genre-Mix, der nicht enttäuscht, aber ein wenig Mut für größeren Irrsinn vermissen lässt.

3 von 5 Punkten


Quelle: Splendid Film, LeinwandreporterTV, YouTube

Anna und die Apokalypse

Originaltitel:Anna and the Apokalypse
Regie:John McPhail
Darsteller:Ella Hunt, Sarah Swire, Malcolm Cumming, Christopher Leveaux
Genre:Horror, Komödie, Musical
Produktionsland/-jahr:UK, 2018
Verleih:Splendid Film
Länge:97 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:06.12.2018

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Splendid Film

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 01.12.2018
Review: Anna und die Apokalypse (Kino)

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