Review: Tulpenfieber

Das Blu-ray-Cover von "Tulpenfieber" (© Prokino)

Das Blu-ray-Cover von “Tulpenfieber” (© Prokino)

Inhalt: Im Amsterdam der frühen 1630er-Jahre heiratet die junge Sophia (Alicia Vikander, „Liebe zwischen den Meeren“) den mindestens doppelt so alten, gut betuchten Geschäftsmann Cornelis Sandvoort (Christoph Waltz, „SPECTRE“). Cornelis war zu Geld gekommen, da er bei der Spekulation mit Tulpen ein glückliches Händchen bewiesen hat. Ein paar Jahre später kriselt die Ehe der beiden, da Sophia einfach nicht schwanger wird. Um für ein bisschen Abwechslung zu sorgen, engagiert Cornelis den begabten Maler Jan Van Loos (Dane DeHaan, „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“), der ein Porträt von Sophia anfertigen soll. Doch während der gemeinsamen Arbeit kommen sich Jan und die Frau des Hauses näher. Schon bald investiert der Künstler auch in Tulpen, um für die Frau seiner Träume sorgen zu können. Als sich herausstellt, dass Maria (Holliday Grainger, „Lady Chatterleys Liebhaber“), das Hausmädchen der Sandvoorts ungewollt schwanger geworden ist, schmiedet Sophia einen gefährlichen Plan.

Kritik: Eine Verfilmung des Romans „Tulpenfieber“ von Deborah Moggach war schon länger in Arbeit. Probleme in der Finanzierung, ein Wechsel auf dem Regiestuhl und weitere Faktoren sorgten dafür, dass sich die Produktion ein ganzes Stück verschoben hat. Am Ende war es an Justin Chadwick, den Film auf die Leinwand zu bringen. Leider ist es ziemlich offensichtlich, dass hier nicht jedes Rädchen ins nächste gegriffen hat. Rein optisch funktioniert die Reise in ein 400 Jahre altes Amsterdam. Die Ausstattung ist ziemlich opulent ausgefallen und bleibt eine Konstante des Filmes. Bei Inhalten und Dialogen haben sich die Macher nur bedingt Mühe gegeben, wirklich akkurat zu sein. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt eine melodramatische Verschwörungs-/Liebesgeschichte geboten, die mit relativ wenigen Höhepunkten auskommen muss.

Die schöne Sophia will aus ihrer Ehe entfliehen (© Prokino)

Die schöne Sophia will aus ihrer Ehe entfliehen (© Prokino)

Die Sexszenen, die einen nicht unerheblichen Teil der Geschichte einnehmen, lassen es deutlich an Esprit vermissen. Den Tulpenhandel als Thematik einzubringen, hätte interessant werden können. Hier beschränkt sich der Film auf hektische und unübersichtliche Sequenzen, die mehr irritieren, als einen wirkliche Einblick in die Zeit zu liefern. Wenn der wirkliche Verschwörungs-Plot beginnt, legt der Film zumindest an Unterhaltungswert deutlich zu. Kleine Highlights liefert da Tom Hollander, der als wenig vertrauenerweckender, aber humorvoller Arzt Sophia zuarbeitet. Die ausgesprochen prominente Besetzung kann insgesamt nur sehr bedingt ihr vorhandenes Potenzial abrufen.

Der Maler Jan hat sein neuestes Motiv nicht nur beruflich im Blick (© Prokino)

Der Maler Jan hat sein neuestes Motiv nicht nur beruflich im Blick (© Prokino)

Alicia Vikander hat sich verdientermaßen in kürzester Zeit zur Oscar-Gewinnerin entwickelt. Hier zeigt sie als verzweifelte, aber ziemlich intrigante Sophia einen freizügigen Auftritt, der ihre darstellerischen Qualitäten aber absolut nicht fordert. Es ist recht erfrischend, Christoph Waltz hier als schlicht-sympathischen Mann zu sehen. Trotz ein paar nett-deplatzierter Sprüche vor Ausübung der ehelichen Pflichten wird sein Auftritt wohl auch einen kleinen Platz in seiner Vita einnehmen. Dane DeHaan bleibt als verliebter Maler, der sich ein neues Leben aufbauen will, ziemlich blass. Als Nonne und Tulpenhändlerin spielt Judi Dench („Victoria und Abdul“) einen Paradepart, was natürlich nie enttäuscht. Holliday Grainger liefert als liebenswertes Hausmädchen einen soliden Auftritt. Weitere Darsteller wie Cara Delevingne („Suicide Squad“), Jack O’Connell („Mauern der Gewalt“) und Zach Galfianakis („Masterminds – Minimaler IQ, maximale Ausbeute“) ergänzen die Besetzung.

Natürlich hat „Tulpenfieber“ im Fundament genug Qualität, um problemlos einen kompletten Flop abzuwenden. Der Film sieht immer hübsch aus und die bekannte Besetzung sorgt dafür, dass sich das Publikum auch in den trägen Phasen nicht komplett verabschiedet. Dennoch bleibt das Historiendrama ziemlich unrund, trifft einige falsche Entscheidungen und schafft es nicht, den Stars wirklich forderndes Material zu geben. So bleibt ein selten wirklich unterhaltsamer Film, bei dem zu viele Aspekte auf der Strecke bleiben.

Der Film ist ab dem 22.12.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

Da nicht das fertige Produkt gesehen wurde, sind keine Aussagen zu Bild, Ton und Extras möglich.


Quelle: Prokino, Leinwandreporter TV, YouTube

Tulpenfieber

Originaltitel:Tulip Fever
Regie:Justin Chadwick
Darsteller:Alicia Vikander, Dane DeHaan, Christoph Waltz, Judi Dench, Jack O'Connell
Genre:Drama, Liebesfilm
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:Prokino
Länge:107 Minuten
FSK:ab 6 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Films

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 22.12.2017
Review: Tulpenfieber

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