Review: Masterminds – Minimaler IQ, maximale Ausbeute (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Masterminds" (© Universum Film/Wild Bunch)

Das Blu-ray-Cover von “Masterminds” (© Universum Film/Wild Bunch)

Inhalt: David (Zach Galfianakis, „Hangover“) ist ein harmloser Kerl, der als Fahrer eines Geldtransporters arbeitet. Gelangweilt vom Job, freut er sich eigentlich nur auf die Arbeit, um dort Kelly (Kristen Wiig, „Ghostbusters“) zu sehen. Als seine Angebetete dann entlassen wird, kann er sein Glück kaum fassen, als sie ihn privat zu einer Verabredung einlädt. Doch statt romantischer Zweisamkeit steht etwas ganz anderes auf dem Plan: Sie und der halbseidene Steve (Owen Wilson, „Inherent Vice – Natürliche Mängel“) überreden David, das Gelddepot seiner Firma auszuräumen. Trotz eines vollkommen idiotischen Vorgehens erbeutet die Truppe sensationelle 17 Millionen US-Dollar. Während David im Visier der Polizei untertauchen muss, verfällt Steve in einen Kaufrausch. Schon bald nimmt das Chaos seinen Lauf.

Kritik: Rund um einen realen Fall aus den 90er-Jahren inszenierte Jared Hess („Don Verdean“) diese durchgeknallte Komödie. Obwohl der echte David Ghantt als Berater am Set anwesend war, dürften bald erste Zweifel am Wahrheitsgehalt der Geschichte aufkommen. Nach einem mehr als anstrengenden Einführungsmonolog, der dem Zuschauer zeigen soll, wie sympathisch-sonderbar der Protagonist ist, wird der komödiantische Ton des Films gesetzt. Da der daraus besteht, den erweiterten Rücken von David mit einer Kugel Bekanntschaft machen zu lassen, dürften viele schnell die Hoffnung ins Geschehen verlieren. So bietet der erste Akt fast nur laute, durchweg unlustige Ereignisse, die von den überzeichneten Charakteren nur bedingt verbessert werden.

David bekommt es mit unangenehmen Zeitgenossen zu tun (© Universum Film/Wild Bunch)

David bekommt es mit unangenehmen Zeitgenossen zu tun (© Universum Film/Wild Bunch)

Wenn der „Held“ dann auf der Flucht ist, gehen die Macher zumindest dazu über, stellenweise amüsante Gags zu präsentieren. Bis zum Finale bleibt ein Niveau bestehen, das zwar nicht besonders hoch, aber zumindest in der Rubrik „erträglich“ einzuordnen ist. Grundsätzlich ist „Masterminds“ ein Darsteller-getragener Film, was bei einem Blick auf die Besetzungsliste auch nicht weiter verwundert. Zach Galfianakis spielt seinen eigenen Stereotyp. Als liebestoller, schräger Vogel, der recht unvermittelt zum Gangster wird, variiert er – wie so oft – zwischen nervtötend und lustig. Kristen Wiig ist eine überaus talentierte Komikerin und Schauspielerin. Ihr Part hier gibt aber herzlich wenig her. Auch Owen Wilson spielt wieder einmal eine kaum veränderte Variation von sich selbst. Als Pseudo-Verbrechens-Genie, das auch ziemlich konsequent alles falsch macht, was falsch zu machen ist, überlässt er anderen Darstellern die Lacher.

Die einzig wirklich verlässliche Größe in dem Film ist Jason Sudeikis („Wir sind die Millers“). In der Rolle eines psychotischen Auftragsmörders, der auch die Wege der Millionen-Diebe kreuzt, ist er ausgesprochen witzig und sorgt zweifelsohne für die besten Momente im Film. Kate McKinnon ist in ihren Parts gerne ein bisschen eigenwillig, kann aber mit ihrer ureigenen Art selbst durchwachsene Filme wie „Girls‘ Night Out“ deutlich besser machen. Als Verlobte von David überspannt sie den Bogen. Abgesehen davon, dass kein Zuschauer diese Beziehung in irgendeinem Punkt verstehen wird, agiert McKinnon derart verschroben, dass sie nur bedingt als menschliches Wesen durchgehen dürfte.

Was eigentlich das Potenzial hatte, eine skurrile Krimi-Komödie mit überraschendem Wahrheitsgehalt zu werden, entpuppt sich trotz der prominenten Besetzung als ziemliche Enttäuschung. Gerade zu Beginn mag der Eindruck entstehen, dass Jared Hess davon überzeugt ist, dass Humor nur aus den Komponenten Lautstärke, Chaos und Albernheit besteht. Speziell die entscheidenden Figuren wollen nicht funktionieren. Mit dem Verlauf stabilisiert sich der Film ein wenig und gewinnt vor allem dank eines gut aufgelegten Jason Sudeikis an wirklichen Gags. Dennoch bleibt „Masterminds – Minimaler IQ, maximale Beute“ ein selten funktionierender Abgesang auf den amerikanischen Traum, der sich trotz vorhandener Ansätze immer wieder selbst im Weg steht.

Der Film ist ab dem 18.08.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Mit diesem Duo sollte man keine Verbrechen planen (© Universum Film/Wild Bunch)

Mit diesem Duo sollte man keine Verbrechen planen (© Universum Film/Wild Bunch)

2 von 5 Punkten

 

Bild: Optisch gibt es an „Masterminds“ kaum etwas auszusetzen. Das Bild ist durchgängig scharf und detailreich, baut nur in den schlecht beleuchteten Sequenzen ein wenig ab. Obwohl es teils ein deutliches Color Grading gab, sind die Farben zumeist satt und natürlich. Auch der Schwarzwert und die Kontraste wurden gut eingestellt. Nur selten ist ein leichtes Rauschen in dem ansonsten ruhigen und sauberen Bild zu erkennen gewesen.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton sind auf solidem Niveau überzeugend. Die Dialoge sind immer gut priorisiert und verständlich. Allgemein gibt es relativ wenig Aktivität auf den äußeren Boxen. In ein paar Szenen wie dem Überfall und dem Showdown gibt es dann aber doch noch räumliche Effekte. Auch der Score bezieht den Raum stellenweise mit ein.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Mit Ausnahme einer Trailershow gibt es kein Bonusmaterial auf der Blu-ray.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Wild Bunch/Universum Film, Leinwandreporter TV, YouTube

Masterminds – Minimaler IQ, maximale Beute

Originaltitel:Masterminds
Regie:Jared Hess
Darsteller:Zach Galifianakis, Kristen Wiig, Owen Wilson, Jason Sudeikis, Kate McKinnon
Genre:Krimi, Komödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:Universum Film/Wild Bunch
Länge:96 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 11.08.2017
Masterminds – Minimaler IQ, maximale Ausbeute (Blu-ray)

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