Review: The King’s Choice – Angriff auf Norwegen (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "The King's Choice" (© Pandastorm Pictures)

Das Blu-ray-Cover von “The King’s Choice” (© Pandastorm Pictures)

Inhalt: In einer milden Aprilnacht im Jahr 1940 dringen deutsche Kriegsschiffe in das norwegische Hoheitsgebiet ein. Eigentlich wollen die Deutschen Norwegen als Partner gegen die Briten gewinnen, doch die Situation eskaliert schnell. Der norwegische König Haakon VII (Jesper Christensen, „SPECTRE“) muss schnell untertauchen, um nicht in Gefangenschaft zu geraten. Währenddessen soll der deutsche Gesandte Carl Bräuer (Karl Markovics, „Grand Budapest Hotel“) Verhandlungen ermöglichen, um einen Waffenstillstand zu erarbeiten, Bei seiner Aufgabe ist er zwischen den gegebenen Befehlen und seinen Einschätzungen vor Ort hin und hergerissen. Schon bald muss Haakon eine Entscheidung treffen: Kapituliert er vor Hitler und den übermächtigen Deutschen oder mutet er seinem Land einen Krieg zu?

Kritik: Der Widerstand, den König Haakon VII trotz fehlender Unterstützung der eigenen Politiker den Nazis entgegen gebracht hat, ist längst ein fester Bestandteil der norwegischen Geschichte geworden. Schon das war Grund genug, seine Geschichte aufwändig zu verfilmen. Regisseur Erik Poppe inszenierte das Kriegsdrama, das für die diesjährigen Oscars eingereicht wurde, eine Nominierung aber verpasste. Es ist in fast jeder Szene erkennbar, dass Poppe lange Zeit als Kameramann gearbeitet hat. So ist der Film wahrlich exzellent gefilmt worden. Wenn es dann mal zu Schlachten kommen, sind diese auch absolut kompetent in Szene gesetzt. Bei all dem gegebenen Material vergessen die Macher leider, dem Film einen wirklichen Unterhaltungswert zu geben. Gerade in Anbetracht der 130 Minuten Spielzeit hat das natürlich merkliche Auswirkungen auf das Filmerlebnis. Beinahe dokumentarisch arbeitet der Film die Ereignisse auf, bleibt aber nicht konsequent bei seinem Stil.

Haakon spricht vor dem Parlament  (© Pandastorm Pictures)

Haakon spricht vor dem Parlament (© Pandastorm Pictures)

So bekommt das Publikum immer wieder zu sehen, wie der König mit seinen Enkeln spielt. Selbstverständlich soll auf diese Art der Protagonist sympathischer werden. Dieses Ziel wird auch erreicht, aber spätestens nach der fünften derartigen Szene dürfte sich auch der letzte Zuschauer fragen, weshalb eine Runde Verstecken so viel mit der norwegischen Geschichte zu tun. Trotz wirklich gelungener Einzelszenen plätschert der Film auf diese Art vor sich hin und macht das Geschehen gefühlt noch länger, als es ohnehin schon ist. Der langjährige Theaterschauspieler Jesper Christensen kann in der Rolle des Monarchen komplett überzeugen. Nachdenklich, hart, aber dabei reflektiert und nahbar gibt er der geschichtsträchtigen Rolle ein charismatisches, menschliches Antlitz. Die deutschen Zuschauer bekommen auch einige bekannte Gesichter zu sehen. Gerade der österreichische Charakterkopf Karl Markovics, der hier als Gesandter Carl Bräuer von Hitler einen Frieden aushandeln soll, hinterlässt einen sehr positiven Eindruck. Die Kölnerin Katharina Schüttler („Elser“) darf sich als Bräuers Ehefrau in einigen Diskussionen ausleben.

Vielleicht fehlt einfach ein wenig die Nähe zu der norwegischen Geschichte, um diesen Film wirklich genießen zu können. So bleibt „The King’s Choice – Angriff auf Norwegen“ ein schön bebildertes und überzeugend gespieltes Kriegsdrama, das einfach viel zu lang und zäh ist, um wirklich einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

Bräuer wird von einem Vorgesetzten in die Schranken gewiesen  (© Pandastorm Pictures)

Bräuer wird von einem Vorgesetzten in die Schranken gewiesen (© Pandastorm Pictures)

Der Film ist ab dem 14.04.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Bild: Der Film kommt in einem erwartet tristen Look. Die Farben sind bewusst flach gehalten und zumeist ohnehin aus dem kühlen und dunklen Bereich. Schärfe und Detaildarstellung sind nicht immer ganz ideal, erreichen aber gute Werte. Auch Kontraste und der Schwarzwert wurden sauber eingestellt. Manchmal ist ein Rauschen zu erkennen gewesen. Insgesamt ist der Look aber ziemlich ruhig. Sicherlich wird hier keine Vorzeige-Optik geboten. Dennoch ist das Bild absolut zufriedenstellend.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der norwegische DTS-HD MA 5.1-Ton konzentrieren sich die meiste Zeit auf die Dialoge, die problemlos über den Frontbereich transportiert werden. Wenn es dann aber einmal zu Action-Szenen kommt, dreht der Ton wirklich auf. Gerade beim Angriff auf das deutsche Schiff zu Beginn gibt es ein paar krachende Explosionen, die das Spektrum der Anlage ausnutzen. Darüber hinaus sprechen auch der Score und einige atmosphärische Geräusche hier und da die äußeren Boxen der Anlage an.

4 von 5 Punkten

Extras: Bis auf ein paar Trailer gibt es kein Bonusmaterial auf der Blu-ray.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Pandastorm Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

The King's Choice – Angriff auf Norwegen

Originaltitel:Kongens nei
Regie:Erik Poppe
Darsteller:Jesper Christensen, Anders Baasmo Christiansen, Karl Markovics
Genre:Kriegsfilm, Drama
Produktionsland/-jahr:Norwegen, 2016
Verleih:Pandastorm Pictures
Länge:130 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 15.04.2017
Review: The King’s Choice – Angriff auf Norwegen (Blu-ray)

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