Review: Girlboss – Episode 1-4

Das Plakat von "Girlboss" (© Netflix)

Das Plakat von „Girlboss“ (© Netflix)

Inhalt: Sophia (Britt Robertson, „A World Beyond“) ist ein eher gemütlicher Freigeist. Mit ihren 23 Jahren weiß sie noch nicht viel mehr mit sich anzufangen, als mit ihrer besten Freundin Annie (Ellie Reed) die Straßen von San Francisco unsicher zu machen. Die fällige Miete gehört zu den größten Schwierigkeiten, denen sie jeden Monat entgegenblicken muss. Das ist aber das geringere Übel, als wieder mit ihrem strengen Vater Jay (Dean Norris, „Breaking Bad“) einziehen zu müssen. Innerhalb von ein paar Tagen scheint sich ihr Leben zum Guten zu verändern. Sie lernt den netten Musiker Shane (Johnny Simmons) kennen und kommt auf die Idee, eine tolle Jacke, die sie extrem günstig bekommen hatte, bei Ebay anzubieten. Tatsächlich bemerkt sie, dass sich mit ihrem Näschen für stylische Vintage-Klamotten gutes Geld verdienen lässt und sie dafür noch nicht einmal die Couch verlassen muss. Es gibt aber ein großes Problem: Das Internet vergisst nie und Online-Kundschaft ist nicht immer einfach. So stolpert Sophia vom einen Tag zum nächsten und hofft, ihre große Berufung in die Tat umsetzen zu können.

Kritik: Mit einer fixen Idee im Jahr 2006 wurde Sophia Amoruso zu einer der „Richest Selfmade Women“ des Forbes Magazins. Mit ihrem Online-Shop Nasty Gal traf sie einen Nerv der Zeit. Mit ihrem biographischen Buch „#girlboss“, das sich zu einem absoluten Bestseller entwickelte, begründete sie im Jahr 2014 eine ganze Bewegung. Nun hat sie auch noch ihre eigene Netflix-Serie, die – laut Eröffnungstext jeder Episode – „lose…sehr lose“ auf wahren Ereignissen basiert. „Pitch Perfect“-Autorin Kay Cannon hat für diese 13 Episoden der ersten Staffel die Position der Showrunnerin übernommen. Unterstützung erhielt sie unter anderem von Charlize Theron, die hier als ausführende Produzentin beteiligt ist. So eröffnet eine Serie, die sich schnell zu leichter, etwas frecher Unterhaltung entwickelt. Dabei ist das Geschehen bei weitem nicht so innovativ und unkonventionell wie seine Heldin, schafft es aber, amüsante und äußerst kurzweilige Unterhaltung zu liefern. Dabei gelingt es auch, San Francisco mit all seinen Ecken immer wieder wunderbar einzufangen und der Serie schon so Atmosphäre zu verleihen.

Sophia hat eine sehr gute Idee (© Netflix)

Sophia hat eine sehr gute Idee (© Netflix)

Die Protagonistin ist eine Figur, wo die Gratwanderung zwischen liebenswert-putzig und selbstgerecht-nervig eine schmale ist. Noch im einen Moment möchte man die euphorische Sophia einfach knuddeln, während es mit ihr anstrengend wird, wenn sie den örtlichen Buchhändler im Familienladen übers Ohr haut. Die positive Überraschung dieser ersten Episoden ist sicherlich Britt Robertson, deren bisherige Karriere eher auf ihr schnuckeliges Aussehen begründet war. Als äußerst alternative, aufgekratzte und ziemlich neurotische Sophia funktioniert sie bislang als Protagonistin und ist dabei witzig und charmant genug, um die Serie zu tragen. Dabei werden mehr als einmal Erinnerungen an Natalie Portmans Rolle in dem Kultfilm „Garden State“ wach. Außerdem harmoniert sie prächtig mit Johnny Simmons, der als kommender Love Interest Shane das ruhige Gegengewicht zu der lauten Sophia gibt. Ellie Reed hat als beste Freundin bislang noch nicht genug zu tun bekommen, um wirklich einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Dafür punktet die Serie schon in dieser frühen Phase mit einer ganzen Reihe von prominenten Neben- und Gastdarstellern. Neben Dean Norris als Sophias Vater geben sich in diesen ersten Episoden unter anderem Jim Rash („Community“) und Nicole Sullivan („King of Queens“) die Ehre.

„Girlboss“ ist sicherlich keine Serie, die die Comedy-Landschaft nachhaltig verändern wird. Dennoch benötigt die Serie kaum Anlaufzeit, um das Interesse des Zuschauers zu wecken. Etwas schrill, putzig, atmosphärisch, kurzweilig und mit bewusst betagten Popkultur-Referenzen („O.C. California“) macht diese Serie rund um eine erstaunlich witzige Britt Robertson durchaus Lust auf mehr.

Die erste Staffel der Serie ist ab dem 21.04.2017 im Programm von Netflix zu sehen.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Netflix, YouTube

Girlboss - Episode 1-4

Originaltitel:Girlboss - Episode 1-4
Entwickler:Kay Cannon
Darsteller:Britt Robertson, Ellie Reed, Alphonso McAuley
Genre:Comedy-Serie
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:Netflix
Länge:4 x 28 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 16.04.2017
Review: Girlboss – Episode 1-4

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