Review: The Autopsy of Jane Doe

Das Blu-ray-Cover von "The Autopsy of Jane Doe" (© Universum Film)

Das Blu-ray-Cover von “The Autopsy of Jane Doe” (© Universum Film)

Inhalt: Seit längerem sind Austin (Emile Hirsch, „The Runaround – Die Nachtschwärmer“) und sein Vater Tommy (Brian Cox, „Manhunter – Roter Drache“) ein eingespieltes Team als Leichenbeschauer. Eigentlich wollte Austin den Abend mit seiner Freundin Emma (Ophelia Lovibond, „Hooten & the Lady“) im Kino verbringen. Als der Sheriff (Michael McElhatton, „Game of Thrones“) dann aber die Leiche einer jungen Frau (Olwen Catherine Kelly) in das Institut der beiden bringt, ist der freie Abend abgesagt. Da die Zeit drängt, macht sich das Duo sofort an die Untersuchung der Toten, die ohne Papiere und vollkommen nackt am Ort eines Massakers gefunden wurde. Doch um so länger sich die Pathologen mit der Leiche befassen, um so mehr Fragen tun sich auf. Neben Verletzungen, die nicht zusammen passen, sorgen merkwürdige Ereignisse im ganzen Haus dafür, dass Austin und Tommy immer nervöser werden. Schon bald sind sie sich sicher, dass sie eine böse Macht auf ihrem Seziertisch liegen haben.

 

Kritik: Im Jahr 2010 hatte der Norweger André Øvredal mit „Trollhunter“ einen Überraschungshit gefeiert. Dennoch dauerte es fast sieben Jahre bis zu seinem nächsten Langfilm. Für seine erste Regie-Arbeit in englischer Sprache hat er sich ein sehr reduziertes Szenario ausgesucht. Tatsächlich beschränkt sich der komplette Horror-Thriller auf die Sezierung einer Leiche. Trotz 86 Minuten Spielzeit bleibt genug Raum, um die Charaktere erst einmal kennenzulernen und Tommy und Austin bei der Arbeit zu beobachten. Diese Phase ist natürlich schon ziemlich blutig und nur bedingt auf ein zartes Publikum ausgelegt. Øvredal gelingt es, geschickt die eigentümliche Atmosphäre des Leichenschauhauses zu etablieren und das Geschehen kontinuierlich dunkler werden zu lassen.

Vater und Sohn bei der Arbeit (© Universum Film)

Vater und Sohn bei der Arbeit (© Universum Film)

Obwohl auch „The Autopsy Of Jane Doe“ nicht auf ein paar handelsübliche Jumpscares verzichten will, entpuppt sich der Film als originelle Abwechslung zum Horror-Einerlei. In einem Szenario, das wohl die wenigsten Genre-Fans schon auf vergleichbare Art erlebt haben dürften, wird der Film immer unangenehmer und gemeiner. Selbst wenn die innere Logik auf die ein oder andere harte Probe gestellt wird, bleibt das Spannungslevel konstant hoch. Die Darsteller sind natürlich auch über dem Schnitt einer kleinen Genre-Produktion. Vor einigen Jahren war Emile Hirsch auf dem Sprung in die erste Liga Hollywoods gewesen. Obwohl dieser nicht geglückt ist und er mittlerweile hauptsächlich B-Ware dreht, ist er immer noch ein begabter Schauspieler. Als cleverer Leichenbeschauer, der sich eigentlich ein normales Leben wünscht, was aber an dem einen Abend in immer weitere Ferne rückt, nutzt er all den Spielraum.

So sind er und Brian Cox, mit dem er die meiste Zeit alleine (im Wachzustand) spielt, eine gute Kombination. Charaktermime Cox schafft es, sowohl den abgebrühten Pathologen, als auch den kritisch-sympathischen Vater makellos zu verkörpern. Es kommt selten vor, dass die Darsteller einer Leiche sich eine besondere Erwähnung verdienen. Doch die schöne Olwen Catherine Kelly strahlt eine derart unheilvolle Präsenz aus, dass sie einen wichtigen Teil zum Film beiträgt. Michael „Lord Bolton“ McElhatton und Ophelia Lovibond ergänzen in Nebenrollen die erwähnenswerte Besetzung.

Obwohl nicht jedes Element des Filmes funktioniert, ist der kammerspielartige „The Autopsy Of Jane Doe“ ein echter Geheim-Tipp für Horrorfans. Blutig, atmosphärisch und gemein gelingt es André Øvredal, die Tücken des Berufes als Leichenbeschauer zu einem wahrhaft gruseligen Erlebnis werden zu lassen.

3,5 von 5 Punkten

Der Film gehört zum Programm des Fantasy Filmfest 2017 und ist ab dem 20.10.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Quelle: Moviepilot Trailers, YouTube

The Autopsy Of Jane Doe

Originaltitel:The Autopsy Of Jane Doe
Regie:André Øvreda
Darsteller:Emile Hirsch, Brian Cox, Ophelia Lovibond, Michael McElhatton
Genre:Thriller, Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:Universum Film
Länge:86 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen gibt es auf der Seite von Universum Film

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 16.09.2017
Review: The Autopsy of Jane Doe

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