Review: Small Town Killers (Kino)

Das Hauptplakat von "Small Town Killers" (© DCM)

Das Hauptplakat von „Small Town Killers“ (© DCM)

Inhalt: Beruflich läuft es für die besten Kumpel Edward (Ulrich Thomsen, „The Thing“) und Ib (Nicolas Bro, „Men & Chicken“) mit ihrem Handwerksbetrieb relativ gut. Doch nach Feierabend ist jegliche Freude aus ihrem Leben verschwunden. Ihre Ehefrauen Ingrid (Lene Maria Christensen) und Gritt (Mia Lyhne) haben nicht nur jeden sexuellen Kontakt mit den beiden eingestellt. Dazu müssen sich Edward und Ib fast auf täglicher Basis anhören, was für Enttäuschungen sie sind. Irgendwann haben beide genug und planen deshalb, sich so bald wie möglich scheiden zu lassen. Doch sie haben nicht bedacht, wie teuer eine Scheidung ist. Im Alkoholrausch kommt ihnen die rettende Idee: Ein Auftragskiller soll sich um die Zukunft der Ehefrauen kümmern. Kurzerhand wird online ein russischer Profi für den Job angeheuert. Am nächsten Tag kommen den ausgenüchterten Männern dann doch stärkere Zweifel, das Richtige getan zu haben. Die Ankunft des äußerst betrunkenen Killer Igor (Marcin Dorocinski, „Operation Anthropoid“) macht die Situation nicht besser. Es dauert nicht lange, bis Ingrid und Gritt über die Pläne ihrer Männer Bescheid wissen und mit der Britin Miss Nippleworthy (Gwen Taylor, „The Lady in the Van“) ihrerseits jemanden anheuern, um die Herren unter die Erde zu bringen. Ein Rosenkrieg von ungeahntem Ausmaß bricht über die dänische Provinz herein.

Kritik: Wer an bitterbösen Humor denkt, wird bald beim dänischen Kino landen. Filme wie „In China essen sie Hunde“ und „Adams Äpfel“ treffen einen einzigartigen Ton und sind so verdient zu Kultfilmen geworden. Ole Bornedal, der 1994 mit dem ironisch-spannenden „Nachtwache“ bekannt wurde und mit Produktionen wie „Possession – Das Dunkle in dir“ auch in den USA Erfolge feierte, hat mit „Small Town Killers“ seinen ersten dänischen Spielfilm seit längerer Zeit gedreht. Obwohl sich das Werk auf dem Papier so anhört, als ob es in die großen Fußstapfen der Vorgänger treten kann, schafft es der Film fast nie, sein Potenzial auszuschöpfen. Die genannten Werke waren trotz teils ultraschräger Ereignisse immer irgendwo menschlich glaubwürdig. Im Vergleich werden hier einfach zu viele Klischees bemüht. Egal ob es jetzt die schluffigen Pantoffelhelden, die von Rotwein, Tanzunterricht und Gehässigkeit getriebenen Ehefrauen oder Nebencharaktere wie der versoffene Russe, die auf Etikette bedachte Engländerin und der jähzornige Dorfpolizist (Søren Malling, „Die Hüterin der Wahrheit – Dinas Bestimmung“) sind: Hier gibt es keine Figur, die mehr als eindimensional erscheint.

Das Leben von Edward und Ib könnte besser sein (© DCM)

Das Leben von Edward und Ib könnte besser sein (© DCM)

So bleibt auch der Verlauf der Geschichte frei von wirklichen Ausreißern nach oben. Es gibt immer wieder kleine Szenen, in denen der Zuschauer wirklich einmal Grinsen darf. In den meisten Fällen bleibt die Herangehensweise einfach zu nett und harmlos, um nachhaltig einen Eindruck zu hinterlassen. Natürlich ist es eine witzige Idee, beide Killer zu selbsternannten Menschenfreunden zu machen. Dieser Running-Gag wird dann aber so ausgeschöpft, dass es mit dem Verlauf fast schon ein wenig nervig wird. Schauspielerisch ist der Film vollkommen in Ordnung, allerdings bleiben viele Darsteller wegen des mäßigen Materials unterfordert. Sowohl Nicolas Bro, als auch Ulrich Thomsen haben schon – ernsthaft wie komödiantisch – wirklich großartige Auftritte geliefert (beispielsweise im oben genannten „Adams Äpfel“). Obwohl sie eine gute Chemie haben und sie sicherlich die Möglichkeiten der Charaktere ausschöpfen, möchte hier der Funke nie wirklich überspringen. Ähnliches gilt für Lene Maria Christensen und Mia Lyhne, die ihren Filmmännern so rabiat zusetzen.

Auch wenn „Small Town Killers“ weit davon entfernt ist, unterirdisch zu sein, werden viele nicht anders können, als enttäuscht zu sein. Ein starker Regisseur, ein prominenter Cast und eine grundsätzlich gemeine Geschichte reichen nicht aus, um den Fans von schwarzem Humor hier wirklich etwas zu bieten. Trotz sicherlich vorhandener, heller Momente bleibt der neue Film von Ole Bornedal, ein Werk aus einer Kategorie, die sich nicht lange im Gedächtnis des Zuschauer hält.

2,5 von 5 Punkten


Quelle: DCM, Leinwandreporter TV, YouTube

Small Town Killers

Originaltitel:Dræberne fra Nibe
Regie:Ole Bornedal
Darsteller:Ulrich Thomsen, Nicolas Bro, Lene Maria Christensen
Genre:Thriller, Komödie
Produktionsland/-jahr:Dänemark, 2016
Verleih:DCM
Länge: 90 MinutenFSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 06.07.2017
Facebook-SeiteSmall Town Killers

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 06.07.2017
Review: Small Town Killers (Kino)

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